Beim VfB-1:0 – Ausrufezeichen von Stuttgart-Star Undav für DFB-Kader und WM
Deniz Undav ist für den Erfolg des VfB Stuttgart enorm wichtig. Ob ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann jetzt für den DFB-Kader nominiert? Undav ist jedenfalls in WM-Form.
Wenn Julian Nagelsmann anruft, geht Deniz Undav ran. Das ist klar. Wer bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer dabei sein will, muss für den Bundestrainer erreichbar sein. Es ist der große Traum des Torjägers im Trikot des VfB Stuttgart, beim WM-Höhepunkt zum deutschen Kader zu gehören.
Am Donnerstag nominiert Nagelsmann, da spielt Undav in Porto
Am Donnerstag wird Nagelsmann den Kader für die Testspiele in der Schweiz (27. März) und in Stuttgart gegen Ghana (30. März) öffentlich verkünden. Das ist der Tag, an dem Deniz Undav mit dem VfB Stuttgart in Porto darum kämpft, trotz des Hinspiel-1:2 noch ins Viertelfinale der Europa League einzuziehen. „Vielleicht hatten wir schon Kontakt“, sagte Undav nach dem Topspiel-Sieg des VfB gegen den Verfolger RB Leipzig. „Vielleicht auch nicht.“

Für den Stuttgarter Torjäger, der mit seinem Matchwinner-Treffer am Sonntagabend ein dickes Ausrufezeichen hinter seinen Namen gesetzt hat, ist im Hinblick auf die Nationalmannschafts-Nominierung „alles entspannt“. Das klang kürzlich noch ein bisschen anders, als Deniz Undav sich über sein schwaches Standing als Stürmer beklagt hatte. „Ich finde es schade, dass ich mich immer rechtfertigen muss“, sagte er. Sein Name fiel ihm in der Diskussion um die ideale Sturmbesetzung im DFB-Team viel zu selten. Zuletzt war der Stuttgarter im Juni 2025 bei einem Länderspiel auf dem Rasen.
Seit Wochen lässt er aber Taten sprechen. Tor Undav zum 3:1-Endstand gegen Köln, Tor Undav zum 3:3-Endstand in Heidenheim, Tor Undav zum 1:0 beim Stuttgarter 4:0 gegen Wolfsburg, Tor Undav zur 2:1-Führung beim 2:2 in Mainz. Und jetzt: Tor Undav zum 1:0-Siegtreffer gegen Leipzig.
In jedem der letzten fünf Bundesligaspiele hat der Goalgetter getroffen. Insgesamt steht er bei 16 Toren in 22 Ligaeinsätzen in dieser Saison. Nur der herausragende Harry Kane vom FC Bayern München steht besser da. Kein Deutscher ist annähernd dran an den Zahlen von Deniz Undav.
Sehr wichtiger VfB-Sieg für die mögliche Champions-League-Teilnahme
Das Matchwinner-Ausrufezeichen beim so wichtigen Sieg des VfB Stuttgart im Kampf um die Champions-League-Teilnahme war jetzt das Sahnehäubchen. Aber Undav dachte erstmal nicht an die Nagelsmann-Nominierung, sondern an seinen Club, der den Tabellenfünften RB Leipzig um drei Punkte und den Sechsten Bayer Leverkusen um fünf Zähler distanziert hat. Punktgleich sind die Stuttgarter mit dem Dritten TSG Hoffenheim. „Sehr wichtig“, sagte Undav, sei dieser 1:0-Sieg am Sonntagabend gewesen. Sein Treffer machte den Unterschied.
Bis zum Schluss blieb er auf dem Platz. Auch am Donnerstag bei der ärgerlichen 1:2-Niederlage in der Europa League gegen den FC Porto hatte Undav durchgespielt. Als RB Leipzig besiegt war, musste er erstmal durchschnaufen. „Wir haben gegen eine taffe Mannschaft gespielt.“ Da war viel Hingabe nötig. Schon wieder, wie drei Tage zuvor. „Wir hatten gegen Porto ein sehr, sehr intensives Spiel - und, ja, natürlich kostet das Kraft.“
Aber Siegergefühle machen alles leichter. Das 1:0 gegen Leipzig streichelte die Seele. „Im Endeffekt haben wir gewonnen, da ist es egal, wie man sich fühlt. Hauptsache, die drei Punkte sind hier.“
Deniz Undav vergaß nicht, die Teamkollegen zu loben, die willensstark mitgewirkt hatten an dem so wertvollen Erfolg. „Manchmal ist es wichtiger, dagegenzuhalten, zu kämpfen, als spielerisch gut auszusehen.“ Undav freute sich auch über den Zu-null-Aspekt des Stuttgarter 1:0. „Wir haben hinten alles wegverteidigt. Unsere Verteidigung war bockstark. Alex Nübel war wieder da. Alle waren da.“
Beim 1:0 bleibt Deniz Undav cool und schiebt den Ball ins Leipziger Tor
Nübels Gegenüber, Leipzigs Schlussmann Maarten Vandevoordt, hatte unfreiwillig die Vorlage fürs VfB-Tor gegeben. Seinen Fehlpass fing Chris Führich ab, passte perfekt auf Undav. Und der traf souverän. „Ich bin jetzt mein ganzes Leben lang Stürmer“, sagte er hinterher. „Der Torwart spekuliert auf eine Seite.“ Es war aus Stuttgarter Sicht die richtige. „Ich versuche da cool zu bleiben und ihn reinzuschieben“, beschrieb der Schütze den großen VfB-Jubelmoment des Sonntagabends. Am Donnerstag wird sich zeigen, ob auch ganz Deutschland die Chance bekommt, Undav-Tore zu feiern.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare