Stimme+
Handball

TSB Horkheim mit Wahnsinnsteamleistung zu Wahnsinnsergebnis gegen Konstanz

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Drittliga-Männer des TSB Horkheim schlagen trotz Personalproblemen im Rückraum Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz. 200. Saisontor von Yannik Starz vor 450 Zuschauern.

War einer von nur vier fitten Rückraumspielern des TSB Horkheim: Yannik Polifka (am Ball). Er war mit sechs Treffern hinter Niklas Roth (neun) und Yannik Starz (zehn, davon vier Siebenmeter), drittbester Schütze der Gastgeber.
War einer von nur vier fitten Rückraumspielern des TSB Horkheim: Yannik Polifka (am Ball). Er war mit sechs Treffern hinter Niklas Roth (neun) und Yannik Starz (zehn, davon vier Siebenmeter), drittbester Schütze der Gastgeber.  Foto: Lina Bihr

Wenn es nicht läuft, wie zuletzt bei den Drittliga-Männern des TSB Horkheim, dann läuft es nicht. Aber wenn es dann auf wundersame Weise wieder läuft, wie am Samstagabend im Heimspiel gegen die HSG Konstanz, dann läuft es. Wann merkt man als Spieler, dass es läuft? „Wenn man im Spiel aufhört nachzudenken“, antwortete Niklas Roth nach dem überraschenden und genauso mitreißenden 39:34 (21:17)-Sieg der Horkheimer gegen die Gäste vom Bodensee.

„Wir spielten nie sechs gegen sechs, obwohl wir teils Verstärkung aus der A-Jugend hatten.“

Niklas Roth

Der Halblinke aus dem TSB-Rückraum hatte neun Treffer beigesteuert, habe den Kopf ausschalten können, nachdem die ersten Aktionen geklappt hatten. Das war nach der zähen Trainingswoche mit vielen Kranken nicht abzusehen. „Wir spielten nie sechs gegen sechs, obwohl wir teils Verstärkung aus der A-Jugend hatten“, seufzte Roth.

TSB Horkheim ist nach dem 39:34-Sieg gegen HSG Konstanz Tabellenvierter

Für Oliver Heß, als ehemaliger Profi mit einem großen Erfahrungsschatz ausgestattet, war vor 450 Zuschauern alles der Wahnsinn: „Das war eine Wahnsinnsteamleistung“, sagte der TSB-Trainer. „Es war eine Wahnsinnsstimmung in der Halle.“ Und dass Horkheim als Tabellenvierter in die letzten vier Spiele der Saison gehe, „ist ein Wahnsinnsergebnis, was vor der Runde keiner gedacht hätte“.

„Wir hatten unser Selbstvertrauen nie verloren. Wir lassen uns die Saison nicht schlechtreden.“

Marco Bitz

Dass der TSB Horkheim nach den klaren Niederlagen und schlechten Spielen gegen den HC Erlangen II und Salamander Kornwestheim und der Trainingswoche mit vielen Vier-gegen-vier-Momenten so begeistern würde, hatten nicht viele gedacht. Marco Bitz schon. „Erlangen und Kornwestheim sind die Topteams der Liga“, erklärte der Torhüter des TSB. „Wir hatten unser Selbstvertrauen nie verloren. Wir lassen uns die Saison nicht schlechtreden.“

Yannik Starz trifft gegen Konstanz zehn Mal

Bis zum 8:8 (15. Minute) war das temporeiche Spiel ausgeglichen, dann zogen die Gastgeber mit drei Toren davon. Zwei waren blitzschnelle Bitz-Würfe auf Linksaußen Yannik Starz, der mit zehn Treffern der erfolgreichste Werfer der Begegnung war. Sein Tor zum 39:34-Endstand war sein 200. der Saison (126 erzielte er aus dem Spiel, 74 von der Siebenmeterlinie) – Platz vier in der Torschützenliste. Auch Starz sei nicht fit gewesen, verriet Heß. 

Hatte am Samstagabend einen Lauf: Niklas Roth. Er machte neun Tore.
Hatte am Samstagabend einen Lauf: Niklas Roth. Er machte neun Tore.  Foto: Lina Bihr

Da Johannes Rebmann eine Zerrung habe und Adam Soos krank sei, konnte er im Rückraum lediglich Starz, Niklas Roth und Andreas Schröder einsetzen, nicht zu vergessen Leon Glaser, „der nach seiner Erkrankung erstmals am Donnerstag wieder im Training war“. Die Konstanzer wurden von ähnlichen Problemen geplagt, wie Ralf Bader, seit Januar Trainer der HSG, erzählte.

HSG Konstanz hat dieses Saison schon 25 verschiedene Spieler eingesetzt

„Wir haben aber eine recht gute zweite Mannschaft und eine vernünftige Jugend“, sagte Ralf Bader, so dass er in Horkheim den schon 25. Spieler der Saison einsetzte. Auch bemerkenswert: Die Gäste hatten elf verschiedene Torschützen; der TSB neun.

Yannik Polifka machte mit uns im Eins-gegen-Eins, was er will; Niklas Roth hatte eine optimale Ausbeute. Und was Marco Bitz da im Tor so macht, ist überragend.“

Ralf Bader

Warum es für den Zweitliga-Absteiger eine klare Niederlage gab, die HSG lag zwischenzeitlich mit acht Toren zurück (49.), erklärte Ralf Bader so: „Wir haben keinen Zugriff bekommen: Yannik Polifka machte mit uns im Eins-gegen-Eins, was er will; Niklas Roth hatte eine optimale Ausbeute. Und was Marco Bitz da im Tor so macht, ist überragend.“

Trainer Oliver Heß hat nur einen Wunsch

Und der TSB-Torhüter machte eine Ansage für die finalen vier Spiele: „Wir wollen unsere Tabellensituation nicht verlieren.“ Andreas Schröder, als Routinier der Kopf des Teams, sagte, man habe den Resetknopf gedrückt: „Wir wollen in den letzten zwei Heim- als auch Auswärtsspielen so ein Gesicht wie heute zeigen.“ Horkheims Trainer Oliver Heß hofft auf eine ganz normale Trainingswoche, „dass am Montag alle wieder fit sind“. Das wäre die beste Voraussetzung, damit es am Samstag auch beim Auswärtsspiel gegen den TuS Fürstenfeldbruck einfach wieder läuft.

TSB Horkheim: Bitz (6 Paraden/1 Tor), Kanters; Sacherow, Roth (9), Urban (2), Rebmann, Matusik (3), Polifka (6), Glaser, Thiele, Starz (10/4), Herrmann (2/2), Schröder (1), Dück (5).

Erfolgreichste Werfer HSG Konstanz: Stotz (7), Fuhrmann (6).

Schiedsrichter: Christian Gebele/Timo Widmann.

Siebenmeter: TSB: 6/7; HSG: 0/0.

Zeitstrafen: 1/5.

Zuschauer: 452. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben