Sportlich brisant, persönlich bewegend
TGS Pforzheim empfängt TSB Horkheim − Wiedersehen alter Bietigheimer Weggefährten

Ein solcher Satz ist Jochen Zürn über einen ehemaligen Spieler noch nie über die Lippen gekommen. "Heubi ist ein außergewöhnlicher Spieler, immer loyal, immer Vorbild und er hat mich als Trainer mitgeprägt." Heubi ist Christian Heuberger. Der langjährige Kapitän der SG BBM Bietigheim spielt seit Saisonbeginn bei der TGS Pforzheim. Dort ist der TSB Horkheim an diesem Samstag (19 Uhr) zu Gast. Für die beiden punktgleichen Rivalen wird es ein richtungsweisendes Spiel.
Abgesehen von der großen sportlichen Brisanz wird es viel Wiedersehensfreude geben. Denn Heuberger trifft nicht nur auf seinen ehemaligen Trainer aus Bietigheimer Zeiten, sondern auch auf seine früheren Teamkollegen Andreas Blodig und Pascal Welz. "Das ist natürlich schön. Wir werden hinterher sicher gemütlich ein Pils trinken − egal wie das Spiel ausgeht", versprach Heuberger am Freitag.
Mehr als traurig Nach zehn Jahren bei der SG BBM trennte sich der Club im Frühjahr überraschend von der 30-jährigen Leitfigur. "Das war mehr als traurig für mich", sagt Heuberger heute noch. Verletzungsbedingt hatte der Neffe des früheren Nationaltrainers Martin Heuberger praktisch die gesamte Saison in der ersten Bundesliga verpasst. Die Clubverantwortlichen wollten ihn daraufhin in die zweite Mannschaft in der Württembergliga Nord abschieben. Eine lange Verletzungspause hatte Heuberger auch unter der Ägide Zürn − mit einem Unterschied. "Jochen Zürn hat mir immer extremes Vertrauen entgegengebracht − auch in schweren Phasen. Das rechne ich ihm sehr hoch an", sagt Heuberger.
Da wäre zu Saisonbeginn doch ein Wechsel zum Ex-Trainer, sprich zum TSB Horkheim, naheliegend gewesen. "Der TSB war eine Option", gibt Heuberger zu. Ebenso war Heuberger umgekehrt sicher eine Option für den TSB. Als im März sein Abschied in Bietigheim feststand, hatten die Horkheimer ihre Kaderplanungen aber bereits abgeschlossen. So führte der Weg des Junioreneuropameisters von 2004 nach Pforzheim. "Ich fühle mich sehr wohl hier und bin wieder topfit", sagt Heuberger.
Ein topfitter Heuberger erleichtert die Aufgabe für den TSB nicht gerade. "Wir wollen unseren Derbysieg gegen Oppenweiler auswärts veredeln", sagt Zürn. Wohl wissend, dass abgesehen von seinem ehemaligen Schützling mit Florian Taafel, Nils Brandt und Valentin Hörer der namhafteste Rückraum der Liga auf sein Team wartet. Dazu kommt mit Spielertrainer Andrej Klimovets ein Weltmeister-Abwehrfels. "Beide Seiten haben Siegchancen. Ich freue mich auf das Spiel und auf meinen Capitano", sagt Zürn.

Stimme.de
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