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„Gefühlt wie im falschen Film“ - TSB Horkheim geht im Topspiel mit 32:42 unter

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In der 3. Liga Süd im Handball kassiert der TSB Horkheim im Spitzenspiel gegen den HC Erlangen II eine deftige Heimklatsche. Schon zur Pause ist alles vorbei. Trainer Oliver Heß ist konsterniert. 

Die Spieler des TSB Horkheim sind nach der krachenden Niederlage gegen den HC Erlangen II bedient.
Die Spieler des TSB Horkheim sind nach der krachenden Niederlage gegen den HC Erlangen II bedient.  Foto: Andreas Öhlschläger

Es hätte dann ein Samstagabend-Wunder gebraucht. Aber das gab es nicht in der Horkheimer Stauwehrhalle. Der TSB verlor das Duell Tabellendritter gegen Tabellenzweiter krachend mit 32:42 gegen den HC Erlangen II. Nach dem 16:26-Pausenrückstand war schon früh alles vorbei gewesen.

Große Ernüchterung machte sich breit, auch bei Trainer Oliver Heß. „Selten war ein Sieg so verdient“, bilanzierte er den Triumph der Gäste. Die erste Hälfte der Partie sei aus Horkheimer Sicht schlichtweg „katastrophal“ verlaufen. Man habe sich „gefühlt wie im falschen Film“.

Eigentlich hatte der TSB ja ein Signal der Stärke aussenden wollen in diesem Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Süd. „Die Jungs waren motiviert und hatten Lust“, sagte Oliver Heß. Aber dann folgte in der ersten Hälfte „Nackenschlag auf Nackenschlag“ für den TSB, der gnadenlos abgewatscht wurde. „So etwas“, sagte der Trainer, habe er „noch nicht erlebt“.

David Sehnke mit zwölf Toren und Lucca Bialowas mit neun Treffern waren für den HC Erlangen II die besten Werfer auf dem Feld. Für den TSB kam Linksaußen Yannik Starz auf acht Tore. Die Horkheimer stehen jetzt bei 31:17 Punkten im Klassement der 3. Liga Süd, der HCE II hat 33:15 Zähler auf seinem Konto.

Der HC Erlangen II zeigt trotz kleinem Kader Vollgas-Handball 

Trainer Vyacheslav Lochman hatte nur einen kleinen Kader mit in die Stauwehrhalle gebracht. Lediglich drei Feldspieler standen ihm als Wechseloptionen zur Verfügung. Aber es war kompromissloser Vollgas-Handball, den der Nachwuchs des Bundesligisten in der ersten Hälfte zeigte und damit für eine ganz frühe Entscheidung sorgte.

Co-Trainer Andreas Slowik sprach den Spielern ein „Riesenkompliment“ aus, beeindruckt von der Art und Weise, „wie die Mannschaft das abgezogen hat“. Die Jungs hätten „Spaß am Handballspielen, das, denke ich, merkt man“.

Auch die zweite Hälfte gewann der TSB vor 380 Zuschauern nicht. 16:16, immerhin. „Da berappeln wir uns ein bisschen“, meinte Oliver Heß und lobte die Zuschauer in der Stauwehrhalle. „Es ist alles andere als selbstverständlich in so einem Spiel, wie wir weiter unterstützt worden sind und wie die Mannschaft verabschiedet worden ist.“

Der TSB Horkheim kann auf sechs Tore Rückstand verkürzen 

Auf sechs Tore Rückstand hatte der TSB beim 21:27 in der 37. Minute verkürzen können. Aber mehr ging nicht. Der Tabellenzweite aus Franken ließ den zuvor noch punktgleichen Verfolger nicht ansatzweise an einer Wende schnuppern. Der Rückstand wuchs wieder. Über 22:31 (44.) und 25:37  (52.) ging es dem Ende entgegen. Zwölf Tore minus waren das Maximum. Es gab dann noch ein kleines bisschen bedeutungslose Ergebniskosmetik durch den TSB. Aber mit 32:42 ging das Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Süd sehr deutlich verloren.

Immer tiefer waren die Horkheimer vor der Pause in den Schlamassel gerutscht. In der 10. Minute war der TSB beim 5:9 bereits mit vier Toren hinten gelegen.  Der HCE II kam ziemlich leicht zu Treffern, die Horkheimer taten sich im Angriff schwer oder scheiterten an Marc Panholzer im Erlanger Tor.

Schnell und zielstrebig spielte der Tabellenzweite der 3. Liga Süd nach vorne. TSB-Torwart Marco Bitz - oft ein wertvoller Erfolgsfaktor für die Horkheimer - musste den Ball immer wieder machtlos aus dem Netz klauben. Für ihn kam dann Jan Kanters. Aber es änderte sich nichts Wesentliches. In der 18. Minute stand es 12:17.

Chancen auf eine Verknappung wurden auch durch technische Fehler vergeben. Die Horkheimer gerieten immer mehr ins Hintertreffen. In der 26. Minute waren es beim 15:23 sogar acht Tore Abstand zum HC Erlangen II. Viel zu hoch war die Zahl der Gegentore. In der Abwehr passte es beim TSB gar nicht.  Nach 30 Spielminuten lag die Mannschaft von Oliver Heß mit 16:26 zurück. Schlichtweg  desaströs war die Defensivleistung gewesen. Das Topspiel in der Stauwehrhalle war schon zur Halbzeit jeglicher Spannung beraubt. Die Watschn für den TSB war deftig.

TSB Horkheim: Bitz, Kanters - Sacherow, Soos (2), Roth (1), Urban (5), Rebmann (4), Matusik (6), Polifka, Glaser (1), Thiele, Starz (8/3), Herrmann,  Schröder (2), Dück (3). Bester Werfer HC Erlangen II: David Sehnke (12), Lucca Bialowas (9/3). Schiedsrichterinnen: Tanja Kuttler/Maike Merz.Siebenmeter: TSB: 3/4; HCE: 3/4. Zeitstrafen: 3/0. Zuschauer: 380. 

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