„Das hätte ich nicht gedacht...“ - Trainer Heß vom TSB Horkheim zum Topspiel-Derby
Am Sonntag (17 Uhr) ist der TSB Horkheim in der 3. Handball-Liga Süd beim Lokalrivalen SV Kornwestheim gefordert. Was ist im Duell beim Tabellenführer möglich?

Felix Kazmeier weiß, wie es geht: den TSB Horkheim schlecht aussehen zu lassen. Kazmeier weiß es, weil er als Schlüsselspieler des SV Kornwestheim oft sehr viele Tore zu Ergebnissen beigetragen hat, die nicht den Horkheimer Wünschen entsprachen. Und Kazmeier war am vergangenen Samstag Zuschauer in der Stauwehrhalle, als sein Ex-Club TSB eine Halbzeit lang vom HC Erlangen II vorgeführt wurde und es bei der 32:42-Heimpleite schon nach 30 Minuten zehn Tore Rückstand waren.
Es war das Duell des Tabellendritten der 3. Liga Süd mit dem Zweiten, das für die Horkheimer Handballer zum Debakel wurde. Am Sonntagnachmittag (17 Uhr, Sporthalle Ost) folgt in Kornwestheim eine Aufgabe, die nicht leichter sein wird, denn der Drittliga-Nachbar SVK ist Tabellenführer. „Da müssen wir es besser machen“, sagt TSB-Trainer Oliver Heß vor dem Derby. Vom Spitzenreiter ist er sehr beeindruckt. „Eine Top-vier-Mannschaft waren sie für mich schon, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie so deutlich ganz oben stehen.“
Der SV Kornwestheim ist zuletzt beim TV Bittenfeld II gestolpert
Mit 38:10 Punkten auf dem Konto sind die Kornwestheimer Erster vor dem HCE II (33:15) – trotz der jüngsten 30:34-Niederlage beim TV Bittenfeld II. Dass es dort schwer ist, Punkte mitzunehmen, weiß man auch beim TSB Horkheim. Die Mannschaft von Oliver Heß unterlag in der engen Gemeindehalle ebenfalls. Felix Kazmeier sorgte für acht der 30 Kornwestheimer Tore, vergab allerdings drei seiner acht Chancen von der Siebenmeter-Markierung.
In der Vergangenheit kam „Kaze“ in Duellen mit dem TSB Horkheim auch schon auf 16 Tore. „Er ist einer der absoluten Topspieler der Liga“, sagt Oliver Heß. „Auf ihn zu achten, ist für uns brutal wichtig.“ Aber der SV Kornwestheim verfügt um Kazmeier herum über eine Mannschaft, in der die Mischung aus Erfahrung und jungem Schwung sehr gut ausbalanciert ist. Es mangelt nicht an potenziellen Matchwinnern. „Kornwestheim verfügt über einen seit Jahren eingespielten Kader. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und spielen ihren Stiefel 60 Minuten durch“, sagt der Horkheimer Trainer.
TSB Horkheim muss Lehren aus der Pleite gegen den HC Erlangen II ziehen
Entscheidend wird auch sein, wie gut Heß die Lehren aus der „Katastrophe“ gegen den HC Erlangen II in die Köpfe seiner Spieler hineinbekommen hat. In der ersten Hälfte (16:26) hatte die Zweitvertretung des Handball-Bundesligisten „uns komplett das Tempo diktiert“, so Oliver Heß. Ähnliches darf am Sonntagnachmittag nicht nochmal passieren, denn der SVK hat ebenfalls die Offensivpower, um 40 Tore plus X zu werfen, wenn man das Team machen lässt. Vor der Niederlage in Bittenfeld gab es einen 42:37-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen II, ein 42:32 bei der HG Oftersheim/Schwetzingen und ein 40:37 gegen den TSV Neuhausen/Filder.
„Im Rückzug müssen wir auf jeden Fall besser umschalten als gegen Erlangen“, verweist Oliver Heß auf eine dringende Notwendigkeit fürs nächste Horkheimer Topspiel. Und in der Abwehr muss es immer wieder Ballgewinne geben. „Wir müssen auch selbst im Angriff ins Tempo gehen können“, sagt der TSB-Trainer.
Videostudium im Horkheimer Training: mehr Zweikampfstärke muss sein
Personell sieht es gut aus. Die Schwächen der vergangenen Heimpleite wurden im Training aufgearbeitet. „Wir haben da auch ein bisschen Video geschaut. Gegen Erlangen sind wir in der ersten Hälfe null in Zweikämpfe reingekommen“, verdeutlicht Oliver Heß. „Eigentlich waren wir da gar nicht auf der Platte.“
Jetzt im Derby sollte die nötige Bereitschaft eine Selbstverständlichkeit sein. Extra-Motivation bräuchte es fürs Duell mit dem SV Kornwestheim sowieso nicht, aber die Horkheimer Spieler wollen auch bei den mitfahrenden Fans Wiedergutmachung leisten für die Heim-Enttäuschung am vergangenen Samstag. Man müsse in Kornwestheim „von der ersten Sekunde an voll auf der Platte stehen“, sagte Oliver Heß gleich nach der 32:42-Watschn gegen den HC Erlangen II.
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