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Von der E-Jugend der NSU ins Oberhaus

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Der Neckarsulmer Handball-Damen sind in die Bundesliga aufgestiegen. Das Urgestein Svenja Kaufmann ist den Erfolgsweg von Anfang an mitgegangen.

Von unserem Redakteur Dominik Knobloch
Svenja Kaufmann. Foto: Berger
Svenja Kaufmann. Foto: Berger

Jürgen Kaufmann erinnert sich noch. An damals, als seine Tochter mit dem Handballspielen begann. In der ersten Klasse war das, einer aktiven Lehrerin sei Dank. Die richtige Entscheidung. Denn 18 Jahre später ist Svenja Kaufmann ganz oben angekommen, steigt sie doch mit ihrem Club, der Neckarsulmer Sport-Union, in die 1. Bundesliga auf. Ein langer Weg, auf dem die 22-jährige Rückraumspielerin ihrem Heimatverein stets verbunden geblieben ist.

„Das langfristige Ziel war immer, hoch zu spielen. Dass es jetzt wirklich schon die 1. Liga ist, hat niemand gedacht“, sagt Svenja Kaufmann im Moment des größten Neckarsulmer Triumphes.

Schon nach ihren ersten Jahren im Handball weist die Studentin einen riesigen Erfolg vor. 2011. Die deutsche Meisterschaft mit der B-Jugend. Neben Kaufmann mit dabei: die Gundelsheimerin Isabel Tissekker. Die jungen Talente kommen Emir Hadzimuhamedovic gelegen. Ein Jahr zuvor übernimmt der ehemalige Bundesliga-Trainer die Neckarsulmer Frauen mit vielen Vorschusslorbeeren in der Württembergliga. Dem Starcoach soll gelingen, wovon die Verantwortlichen nur getuschelt haben: der Durchmarsch in die 2. Bundesliga.

Vor dem Aufschwung

Auch an die Zeiten vor dem großen Aufschwung der Neckarsulmer Frauen erinnert sich Jürgen Kaufmann, selbst Aktivposten im Verein, noch gut: „In der Württembergliga hätte es vor 2010 auch gut passieren können, dass wir die Mannschaft auflösen.“ Die Sport-Union befindet sich im Umbruch, verschmerzt viele Abgänge. Doch mit dem hungrigen Nachwuchs und dem akribisch arbeitenden neuen Trainer, der über seine Kontakte die ein oder andere erfahrene Spielerin nach Neckarsulm lockt, gelingt die Wende.


„Emir hat alles Stück für Stück aufgebaut. Dass er wirklich so lange bleibt und die Sache mit uns durchzieht, hat damals noch niemand gewusst“, sagt Svenja Kaufmann. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht: „Es ist einfach schön, wenn man aus Neckarsulm kommt, hier die Leute kennt – da macht es nochmal viel mehr Spaß, jetzt den Aufstieg in die Bundesliga zu feiern.

Gerne plaudert sie in der Region mit Anhängern über Handball, wenn sie erkannt wird. Das ist in den vergangenen Jahren auch über Neckarsulm hinaus immer häufiger vorgekommen. Beim Einkaufen, beim Arzt oder in der Bahn. Und wird der Trubel doch mal zu viel, „ist es hilfreich, dass ich außerhalb der Halle einen Pony trage. Da erkennt man mich nicht so gut“, sagt Kaufmann schmunzelnd. Ob mit oder ohne Pony – von August an ist Svenja Kaufmann in der Region vorerst gar nicht mehr zu sehen.

Nach China

Beruflich führt sie ihr Weg bis November erstmal nach China. Für ein Auslandssemester im Rahmen ihres dualen Studiums bei Bosch. Danach bekommt auch die Neckarsulmerin vermutlich ihre Einsätze in der 1. Bundesliga. Papa Jürgen wird sich auch in 18 Jahren noch daran erinnern.  

 

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