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Für die Neckarsulmer Handball-Frauen geht es Schlag auf Schlag

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Fünf Tage nach dem wichtigen Heimsieg der Sport-Union gegen Bensheim/Auerbach gastiert der Thüringer HC in der Ballei. Der Vorstand stärkt Trainerin Tanja Logvin den Rücken.

Beifallsklatschen, auch bei SUN-Trainerin Tanja Logvin (rechts). Der jüngste Sieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einiges im Argen liegt.
Beifallsklatschen, auch bei SUN-Trainerin Tanja Logvin (rechts). Der jüngste Sieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einiges im Argen liegt.  Foto: Seidel, Ralf

Zumindest das Weihnachtsfest hatten die Spielerinnen der Sport-Union Neckarsulm sich und ihrer Trainerin am Mittwochabend gerettet. Der 26:20 (11:8)-Sieg gegen die HSG Bensheim/Auerbach sorgte für Erleichterung beim Handball-Bundesligisten. Nicht unbedingt, weil der Erfolg spielerisch besonders glanzvoll zustande gekommen wäre, sondern weil sich augenscheinlich alle Akteurinnen der angespannten sportlichen Situation bewusst geworden waren und dann auch eine dementsprechende Reaktion gezeigt hatten.

Vor dem "Weihnachtsspiel" am Montag (17 Uhr, Ballei) gegen die Tabellenzweiten des Thüringer HC war dies eine ebenso wichtige Erkenntnis wie das Ergebnis, das vor den Feiertagen als merklicher Stimmungsaufheller diente.

Dass auch die schwachen Gäste aus Südhessen ihren Anteil am Spielausgang hatten, wollte Trainerin Tanja Logvin nicht verhehlen, doch viel wichtiger sei die Reaktion der Mannschaft gewesen: "Ich werde jetzt nicht schreien ‚Wir sind die Besten der Welt", denn das ist nicht so. Aber die ganze Mannschaft hat gekämpft und das macht sie noch stärker. Es war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wir bleiben als Mannschaft zusammen und wir stehen zusammen." Die Glückshormone, auf die sie vor dem Spiel gehofft hatte, waren danach bei ihren Spielerinnen tatsächlich ausgeschüttet worden.

Bernd Dollmann verweist auf den Willen

Hochklassiger Frauen-Handball war das gewiss nicht, was beim Neckarsulmer 26:20 (11:8)-Sieg gegen die HSG Bensheim/Auerbach zu sehen war. "Aber die ganze Mannschaft hat gekämpft und das macht sie noch stärker", sagt Trainerin Tanja Logvin.
Hochklassiger Frauen-Handball war das gewiss nicht, was beim Neckarsulmer 26:20 (11:8)-Sieg gegen die HSG Bensheim/Auerbach zu sehen war. "Aber die ganze Mannschaft hat gekämpft und das macht sie noch stärker", sagt Trainerin Tanja Logvin.  Foto: Seidel, Ralf

Offenbar auch beim Vereinsvorstand der Sport-Union. "Wir haben eine Mannschaft, die will", sagte Handball-Vorstand Bernd Dollmann am Donnerstag. Am Morgen nach dem Spiel hatte sich der Sport-Union-Vorstand zusammengesetzt, um über die sportliche Situation zu diskutieren. Das Ergebnis: "Wir werden aktuell am Gesamtgefüge nichts ändern", erklärte Dollmann. Wichtig sei, dass jetzt mal Ruhe einkehre und sich auf den Sport konzentriert werden könne. "Natürlich werden wir die weitere Entwicklung genau anschauen. Es wird aber keine Schnellschüsse geben", betonte Dollmann. Es gibt also keine Zielvorgabe für die nächsten Spiele, sondern das Auftreten des Teams soll bewertet werden.

Torhüterin Wachter ebnet den Weg

So wie das von Sarah Wachter am Mittwochabend dürfte es im Sinne des Vorstands aussehen. Mit ihren 21 Paraden und fast 57 Prozent gehaltener Würfe hatte die Neckarsulmer Torhüterin den Weg zum zweiten Saisonsieg geebnet. Bereits am ersten Spieltag hatte die Keeperin erheblichen Anteil am Auswärtserfolg in Waiblingen gehabt. Zwei Tage beim Kurzlehrgang der Nationalmannschaft in Blomberg hatten ihr gutgetan, "da habe ich mir nochmal ein bisschen Selbstvertrauen geholt", verriet die 23-Jährige.

An der grundsätzlichen Spielvorbereitung mit Video-, Angriff- und Abwehranalyse hatte sich trotz der sportlichen Lage nichts verändert. Keine Experimente wagen, sondern Halt durch etablierte Routinen gewinnen, lautete das Motto.

Bei aller Freude konnte der Sieg nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Neckarsulms Vorzeigeverein weiterhin einiges im Argen liegt. Die Trommeln der Fans der "Blauen Wand" blieben gegen Bensheim in den ersten zehn Minuten stumm und zwei Schriftzüge mit "Quo vadis?" und "#Respekt" prangten auf der Bande vor dem Fanblock. Es sollten sich wohl die Vereinsverantwortlichen der Sport-Union angesprochen fühlen: Wie geht es - unabhängig vom Spielausgang - weiter?

Kritik an den Kritikern von außen

Zum Drumherum und der Kritik, die auch der Trainerin nicht verborgen geblieben war, wollte sich Tanja Logvin nicht im Detail äußern. Was sie stört ist jedoch, dass einige Personen als Außenstehende nichts aus dem Innenleben des Teams wüssten, aber verschiedene Geschichten rund um die Mannschaft vermuten, interpretieren oder gar erfinden würden. "Ich finde, wenn das eigene Kind gefallen und am Boden ist, solltest du ihm helfen aufzustehen und es nicht noch treten. Aber viele Leute treten und spucken momentan auf ihr Kind - und das ist das Schlimmste, was es gibt."

 
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