Stimme+
Handball
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Doppelte Belastungsprobe Sport-Union beim BVB

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Für die Sport-Union Neckarsulm ist nicht nur der Meister an sich eine Riesenherausforderung. Sondern auch der Wiedereinsti nach der Corona-Zwangspause. Motivation aber kommt vom Gegner aus Dortmund.

von Dominik Knobloch
Lynn Knippenborg und die Neckarsulmerinnen wollen gegen den BVB wieder in die sportliche Spur finden.
Foto: Mario Berger
Lynn Knippenborg und die Neckarsulmerinnen wollen gegen den BVB wieder in die sportliche Spur finden. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Nein, Neckarsulm ist nicht Greuther Fürth. Die Sport-Union nicht die SpVgg. Und diese Tatsache würden die Bundesliga-Frauen dem BVB an diesem Mittwochabend nur allzu gerne nahe bringen, wenn sie ab 19.30 Uhr aufs Parkett der Sporthalle Wellinghofen schreiten.

Denn die Worte aus Dortmund sind im Unterland noch immer unvergessen. "Im Fußball geht man als Stammspieler von Borussia Dortmund auch nicht zu Greuther Fürth", hatte Andreas Heiermann, Vorsitzender der Borussen-Handball-Abteilung den "Ruhr Nachrichten" vor der aktuellen Saison zum für ihn völlig unverständlichen Wechsel von Johanna Stockschläder gesagt.

Ein Stachel, der bei Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin nach wie vor tief sitzt. Schließlich sieht sie ihre Sport-Union in naher Zukunft auf internationaler Bühne - nicht als Abstiegskandidat wie Greuther Fürth in der Fußball-Bundesliga.

In zweieinhalb Monaten hat Neckarsulm nur ein einziges Spiel gemacht

Den frechen Vergleich benutzt sie natürlich trotzdem gerne, um ihre Spielerinnen für das schwere Duell mit dem Meister zusätzlich zu motivieren, auf andere Gedanken zu bringen. Denn wegen der WM- und zuletzt einer Corona-Zwangs-Pause hat die Sport-Union in den vergangenen zweieinhalb Monaten nur ein einziges Spiel Ende Dezember gegen den Thüringer HC bestritten.

"Wir werden uns nur auf unsere Leistung konzentrieren und versuchen, zurück zu unserer Form zu finden - das ist die wichtigste Aufgabe. Ich kann von meinen Mädels noch nicht zu viel verlangen. Ich hoffe einfach, dass sie 60 Minuten aushalten werden", gesteht Logvin mit Blick auf die Riesenherausforderung beim tempostarken Topteam.

Ganz hinter sich gelassen hat die Sport-Union ihre Corona-Sorgen noch nicht

Nach zahlreichen Covid-Infektionen in der Mannschaft schaut die Cheftrainerin mit Sorge in so manches Gesicht. Besonders in das von Toptorschützin Irene Espinola Perez: "Irene hatte zwar einen doppelten Medizincheck, aber sie sieht nicht fit aus, ist noch immer blass." Erhöhter Ruhepuls, auffällige Müdigkeit - ganz hinter sich gelassen hat die Sport-Union ihre Corona-Sorgen noch nicht.

In jedem Training hat Logvin ihr Team zuletzt gegeneinander spielen lassen. Angefangen mit zweimal 15 Minuten pro Halbzeit, auf zweimal 25 und dreimal 20 gesteigert. "Es ist ein Drama", sagt sie zur behutsamen Aufbauarbeit. "Deshalb sehe ich das Dortmund-Spiel auch vor allem als Belastungsprobe und gute Vorbereitung für Bensheim/Auerbach am Samstag. Mit dem Ziel, dort zu verlieren, fahren wir natürlich trotzdem nicht nach Dortmund. Der Druck und das Adrenalin müssen nach der langen Zeit endlich raus."

Auch Dortmund hatte zuletzt mit Problemen zu kämpfen

Zumal der BVB selbst mit angeschlagenen Spielerinnen zu kämpfen hat und mit Einsätzen in der Champions League zuletzt stark gefordert war. Ob Dortmunds Kapitänin Alina Grijseels gegen Neckarsulm ihr Comeback gibt, ist fraglich. Zwar war die Nationalspielerin beim jüngsten 25:31 der Borussia mit dabei, doch zum ersten Einsatz nach ihrer Außenbandverletzung kam sie nicht. Gut möglich also, dass die künftige Neckarsulmerin Fatos Kücükyildiz mehr Spielzeit bekommt.

Auch ihren Wechsel vom BVB zur Sport-Union kann Andreas Heiermann wahrscheinlich nicht wirklich nachvollziehen. Neckarsulm wird aber vielleicht auch er mittlerweile nicht mehr auf ein Niveau mit Greuther Fürth stellen.

Selbst, wenn die Chancen auf Punkte für die Gäste an diesem Mittwoch nach der langen Pause und den Corona-Sorgen vielleicht ähnlich gering sind wie die der SpVgg beim Dortmunder Fußballclub. Und eine Niederlage mit drei Toren Differenz wie Fürth Mitte Dezember wäre für die Neckarsulmerinnen gar kein schlechtes Ergebnis.

Moser auf gutem Weg

Carmen Moser kann mittlerweile wieder mit leichtem Kontakt am Neckarsulmer Mannschaftstraining teilnehmen. Die langzeitverletzte Halblinke wird nach ihrer Knie-Operation aber auch weiter geduldig auf das Comeback warten müssen. "Aber es sieht schon sehr gut aus, ab März wird sie wahrscheinlich wieder voll trainieren können", berichtet Trainerin Tanja Logvin. "Dann werde ich sie zumindest für die Siebenmeter schnell wieder aufs Feld lassen." Gegen Dortmund kommen aber auch die Strafwürfe zu früh für Moser, die zumindest bis Ende Februar noch keine medizinische Freigabe bekommt. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben