Handball-EM 2024: Die fleißigen Helfer im Hintergrund sorgen für DHB-Erfolg
Das Halbfinale bei der Handball-EM 2024 ist möglich. Doch dazu braucht es auch die Helfer im Hintergrund. Wer macht das DHB-Team um den Horkheimer Sebastian Heymann fit und leistungsstark?

Nach dem Sieg gegen Ungarn ist nun sogar das Halbfinale möglich bei der Handball-EM 2024. Aber das deutsche Team funktioniert nur, wenn auch das Team dahinter mitspielt. Auf der Bank neben dem Trainerteam sitzt abwechselnd einer der Physiotherapeuten. Die übrigen fleißigen Hände, schlauen Köpfe und zumindest der eine feine Gaumen wirken im Hintergrund, damit die Nationalspieler gut gelaunt, bestens gestärkt und topfit in die Spiele gehen. Der Überblick:
Nils Walbrecht, Mannschaftskoch
Selbst wenn die Nationalmannschaft mit dem Horkheimer Sebastian Heymann an Spieltagen erst nach Mitternacht ins Hotel zurückkommt, wartet noch ein leckeres Essen. "Mal sehen, was Nils noch für uns gezaubert hat", sagte Rechtsaußen Timo Kastening kürzlich. Der 42-Jährige betreibt eine Kochschule in Dortmund, ist seit 2020 der DHB-Mannschaftskoch. Eine gewisse Berühmtheit haben seine Vitamin-Smoothies erlangt, die den Spielern nach jedem Training und jeder Partie gereicht werden.
"Vielfalt, Qualität und Frische", lauten seine Leitlinien. "Mit der richtigen Ernährung erholen sich die Spieler schneller und sind weniger verletzungsanfällig", ist Walbrecht überzeugt. Seine Rezepte speziell fürs Team wie Rote Linsensuppe mit Haselnuss-Tomatenpesto finden sich im Internet unter www.lidl.kochen.de.
Simon Overkamp, Athletiktrainer
Vielleicht überraschend: Der 43-Jährige arbeitet sehr eng mit Walbrecht zusammen. Die Ernährung wird entsprechend dem Belastungsgrad der Profis angepasst. Vor einem Jahr hat Overkamp das Amt von David Gröger übernommen, zuvor arbeitete er am Olympia-Stützpunkt Sachsen-Anhalt. Seine Aufgabe: Verletzungen vorbeugen und die Leistungsfähigkeit steigern.
Oliver Roggisch, Teammanager
Hauptwerkzeug des 2007er-Weltmeisters ist das Handy. Der 45-Jährige ist Mädchen für alles rund ums Team, im engen Austausch mit Sportvorstand Axel Kromer. "Mein Job ist es, dass sich die Trainer voll auf ihre Aufgabe konzentrieren können und mit dem Drumherum nichts zu tun haben", sagt Roggisch. Reisepläne, Tagesabläufe, Trainingshallen, Hotelabsprachen - alles das Metier des einst gefürchteten Abwehrspielers. Roggisch ist auch zur Stelle, wenn im Training jemand gebraucht wird, der die Torhüter warm wirft. Bekannt für seine Klartext-Aussagen ist er auch gefragter Medien-Ansprechpartner.
Philip Lübke, Mannschaftsarzt
Im November 2021 löste der 48-jährige Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Kiel den legendären Kurt Steuer ab, der die dieses Amt drei Jahrzehnte bekleidet hatte. Bereits seit 2017 gehört Lübke zum Ärzteteam des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. Sein Mantra lautet: "Die Kommunikation mit allen Beteiligten ist das A und O." Während des Turniers hat Lübke nahezu einen 24/7-Job. Dennoch fand er am Mittwoch noch Zeit, die Republik via "Bild" darüber aufzuklären, dass der Bundestrainer kurz vor Spielbeginn mitnichten Schnupftabak zieht, sondern lediglich japanisches Heilöl inhaliert. Ein Ritual beinahe jeder Handballmannschaft in Deutschland.
Peter Gräschus und Bernd Götzenberger, Physiotherapeuten
Dieses Duo hat den härtesten Job. Die Physios müssen müde Handballerbeine und -arme in kürzester Zeit wieder frisch bekommen. In ihren Hotelzimmern mit den Massageliegen herrscht stets ein reges Kommen und Gehen. Neben ihren kräftigen Händen sind sie oft auch als gute Zuhörer für mancherlei Sorge oder Nöte abseits des Sports gefragt. Vor den Spielen richten die Physios zudem die Kabine her, stellen Getränke und Energieriegel bereit, kleben Tapes, tragen Wärmesalbe auf, lockern Muskeln - die Physios sind immer gefragt. "Ihre Leistung taucht in keinem Spielbericht auf, ist für uns aber unverzichtbar", lobt Axel Kromer die fleißigsten aller Helfer.

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