Dreifach-Erfolge stärken Zuversicht vor Olympia
Mit Dreifach-Erfolgen haben die deutschen Rodel-Asse beim Heim-Weltcup in Oberhof ihre olympische Favoritenstellung untermauert.

Tatjana Hüfner aus Oberwiesenthal setzte mit dem 97. Weltcupsieg der deutschen Frauen in Serie vor ihrer Vereinskollegin Anke Wischnewski und Natalie Geisenberger (Miesbach) die eindruckvolle Serie fort. In der Doppelsitzer-Konkurrenz landeten André Florschütz/Torsten Wustlich (Friedrichroda/Oberwiesenthal) trotz einer Nackenzerrung des Hintermanns den elften Weltcupsieg ihrer seit 1996 andauernden «Rodel-Ehe».
Hinter Florschütz/Wustlich machten die Bayern Tobias Wendl/Tobias Arlt sowie Patric Leitner/Alexander Resch nach einem verkorksten ersten Lauf den Triumph der Doppelsitzer perfekt. Die Italiener Christian Oberstolz und Patrick Gruber stürzten im zweiten Durchgang und büßten als 19. wohl alle Chancen auf die Wiederholung ihres Vorjahres-Gesamtsiegs ein. Während Hüfner als einzige Frau unter dem alten Bahnrekord blieb, gab es bei den Doppelsitzern drei neue Rekorde und insgesamt sechs «Fuhren» unter der alten Bestmarke.
Die seit zwei Jahren in Oberhof lebende und trainierende Tatjana Hüfner hatte beim zweiten Start eine Schrecksekunde zu überstehen. «Bei so flachen Startböcken verreiße ich häufig den Schlitten beim Hinlegen. Das muss ich bis Olympia noch abstellen», sagte die 26 Jahre alte geborene Harzerin vor der Testwoche der deutschen Rodler in Altenberg.
«Wir lieben Oberhof. Das ist eine richtige Rodelbahn, auf der man nicht nur so runterrutschen kann», sagte Florschütz, der Thüringer Vordermann des Duos, das 2008 in Oberhof auch zum dritten Mal Weltmeister geworden war. «Deshalb sind hier auch die Erwartungen an uns besonders hoch», ergänzte Wustlich. Vor dem Flug nach Kanada könnten sie noch beim Weltcup-Finale in zwei Wochen auf der Olympia-Bahn von 2006 in Cesana, wo sie vor vier Jahren Silber gewannen, erstmals den Gesamtsieg holen. Dafür müssten sie mindestens Vierte werden.
«Dazu würden wir nicht Nein sagen, doch das wichtigste Saisonziel bleibt Olympia», schränkte Wustlich mit Vorfreude auf die olympischen Rennen ein. Dort siegte das Duo beim vorjährigen Weltcup. «Die Bahn ist eine Herausforderung, auch weil man da 20 bis 30 Stundenkilometer schneller als auf allen anderen ist. Dafür sind wir gut aufgestellt, auch mit dem perfekt passenden Schlitten», betonte Florschütz.
Dagegen bemerkten ihre olympischen Mitkämpfer Leitner/Resch, die ihren Vancouver-Schlitten in der Materialkiste gelassen hatten, auf ihrer Internetseite sarkastisch: «Unser Problem ist derzeit, dass wir keine zwei Rennläufe vernünftig nach unten bekommen. Vielleicht sollten wir beim IOC den Antrag stellen, dass nur noch ein Durchgang gezählt wird und zwar derjenige, den wir uns aussuchen. Das würde unsere Chancen bei Olympia drastisch erhöhen.»





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