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Wenn die Mutter mit dem Sohne bei Olympia startet

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Während die deutsche Ski-Asse Emma Aicher und Lena Dürr im letzten Rennen von Cortina noch einmal gute Chancen auf eine Medaille haben, hat die Mexikanerin Sarah Schleper bereits Bilanz gezogen - und die beeindruckt.

Viva Mexiko! Sarah Schleper ist seit 2007 mit einem Mexikaner verheiratet und startete bei den Spielen 2026 wie ihr Sohn Lasse Gaxiola für Mexiko.
Viva Mexiko! Sarah Schleper ist seit 2007 mit einem Mexikaner verheiratet und startete bei den Spielen 2026 wie ihr Sohn Lasse Gaxiola für Mexiko.  Foto: Michael Kappeler

Wenn der Vater mit dem Sohne – diese Geschichte gab es bei Olympischen Spielen schon. Erstmals 1932 in Los Angeles, als Eduardo Prieto Souza gemeinsam mit seinem Sohn Eduardo Prieto im Säbelfechtteam für Mexiko antrat. Wenn die Mutter mit dem Sohne, das gab es in Mailand Cortina 2026 erstmals bei Winterspielen: Sarah Schleper, die am Donnerstag 47 Jahre alt wird und in Italien ihre siebten Spiele bestritt, startete gemeinsam mit ihrem 18-jährigen Sohn Lasse Gaxiola und fand es „überwältigend“. Wenn es an diesem Mittwoch (10 Uhr/13.30 Uhr) im finalen Skiwettkampf der 25. Winterspiele, im Slalom der Frauen, um die Medaillen geht, schauen erst einmal alle auf das deutsche Duo Emma Aicher und Lena Dürr sowie Mikaela Shiffrin. Der 30-jährige US-Superstar möchte in seiner besten Disziplin endlich die erste olympische Medaille seit 2018 in Korea holen, gerne in Gold.

Lena Dürr: „Es ist Olympia, jeder gibt Vollgas“

An einer Medaille ganz nah dran war Lena Dürr im Riesenslalom am Sonntag. Vor dem Start nun in ihrer Paradedisziplin ist die 34-Jährige hoffnungsvoll. „Ich mag die Schneebeschaffenheit hier“, sagte Lena Dürr nach den beflügelnden beiden Fahrten. Dass Emma Aicher bereits ihre Auftritte in der Abfahrt und der Team-Kombination versilbert hat, spiele am Start des Slaloms überhaupt keine Rolle. „Es ist Olympia, jeder gibt Vollgas. Der Hang ist nicht superschwer.“ Was ihr liegt – wie sie mit der Bestzeit im Kombinationsslalom gezeigt hatte.

Lasse Gaxiola ist der legitime Erbe von Hubertus von Hohenlohe

Sarah Schleper de Gaxiola, wie sie seit ihrer Hochzeit 2007 heißt, hatte bei den Spielen ganz andere Ziele, hat bereits Bilanz gezogen. Der Fahnenträgerin des fünfköpfigen mexikanischen Teams – neben den Gaxiolas sind noch eine Langläuferin, ein Langläufer und ein Eiskunstläufer dabei – ist Botschafterin in mehreren Missionen. Für Mexiko. Für Frauen. Für ihren Sohn. Der aber seine beiden Auftritte im weit entfernten Bormio hatte: Platz 53 im Riesenslalom, Aus im ersten Durchgang des Slaloms. Lasse Gaxiola ist der legitime Erbe von Hubertus von Hohenlohe, der Mexiko von 1984 bis 2014 sechs Mal bei den Spielen vertrat. „Es ist so besonders, mein Land zu den Spielen gebracht zu haben und dass meine ganze Familie dabei ist“, sagte Lasse Gaxiola. Der Teenager wolle junge Mexikaner motivieren, noch viel schneller als er zu werden und eines Tages bei Olympia Medaillen zu gewinnen. 

Auf Platz 26 im olympischen Super-G

Seine stolze Mama, die viele Jahre lang für das US-Skiteam im Weltcup unterwegs war, kam im Super-G auf Platz 26 und wurde im ersten Durchgang des Riesenslaloms disqualifiziert, weil ihre Skier einen Millimeter zu breit waren.  Ob Sarah Schleper damit liebäugelt, 2030 in den französischen Alpen noch einmal an den Start zu gehen – mit dann 50 Jahren? „Wenn sich irgendeine qualifiziert, die jünger und schneller ist als ich, halte ich mich zurück. Dann werde ich als Ersatzfahrerin oder Trainerin mitgehen. Aber wenn es niemand sonst tut – ich werde versuchen, 2030 wieder dabei zu sein.“ Es noch mal zu schaffen, wäre ihr wichtiger als der Rekord – sie ist schon jetzt die älteste Skirennläuferin in der Geschichte der Spiele. 

Am 28. Dezember 2011 ist Sarah Schleper mit ihrem damals drei Jahre alten Sohn Lasse die Piste beim alpinen Weltcup-Slalom in Lienz heruntergefahren.
Am 28. Dezember 2011 ist Sarah Schleper mit ihrem damals drei Jahre alten Sohn Lasse die Piste beim alpinen Weltcup-Slalom in Lienz heruntergefahren.  Foto: Raffael Regen

Sarah Schleper hatte ihre Karriere im Dezember 2011 bereits spektakulär beendet. Beim Slalom-Weltcup im österreichischen Lienz war sie leicht bekleidet, nur in einem Kleid angetreten. Unterwegs hielt sie an, bekam ihren damals dreijährigen Lasse in den Arm gedrückt und fuhr mit ihm ins Ziel. Wenn die Mutter mit dem Sohne.

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