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Kaiserslautern (dpa)
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FCK vor Absturz in Liga 3 - Letzte Hoffnung Kuntz

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Nach dem erneuten Rückschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga ruhen beim 1. FC Kaiserslautern alle Hoffnungen auf Stefan Kuntz.

Von Rolf Sperber, dpa
Lauterns Spieler versuchen die Niederlage gegen Hoffenheim zu verdauen.
Lauterns Spieler versuchen die Niederlage gegen Hoffenheim zu verdauen.

Der Europameister von 1996 soll beim taumelnden Traditionsverein Vorstandschef werden und den dringend erforderlichen Neuanfang bei den Pfälzern in die Wege leiten. Allerdings war zwei Tage nach der 0:2-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim weiter unklar, ob der 45- Jährige überhaupt bereit ist, nach der Demission als Sportdirektor beim Bundesligisten Bochum Verantwortung am Betzenberg zu übernehmen.

«Die Chancen, dass Kuntz zu uns kommen wird, stehen allenfalls 50:50», sagte Aufsichtsratsmitglied Hartmut Emrich. «Aber da gibt es jetzt sicherlich auch Freunde, die Kuntz von einem Engagement bei dem angeblichen Chaos-Club abraten.» Wesentlich optimistischer gab sich dagegen Emrichs Kollege Dieter Rombach. «Wir sind sehr hoffnungsvoll, dass Kuntz als Vorstandsvorsitzender nach Kaiserslautern kommt», sagte der Leiter des Frauenhofer-Instituts in München. Er hoffe, dass der Umworbene noch in dieser Woche seine Zusage gibt. Davon geht auch der derzeitige Vorstandsvorsitzende Erwin Göbel aus. Er würde für den Fall, dass der deutsche Meister von 1991 tatsächlich in die Pfalz kommt, ins zweite Glied zurücktreten. Göbel: «Wenn Stefan Kuntz zusagen würde, gehört er natürlich selbstredend an die erste Stelle.»

Kuntz macht ein Engagement beim FCK weiter von den Perspektiven rund ums Fritz-Walter-Stadion abhängig. Laut Göbel kann der Club die 3,2 Millionen Euro Stadionmiete und die zusätzlichen Unterhaltskosten im Fall des Sturzes in die Drittklassigkeit «auf keinen Fall stemmen». Ein Abstieg würde nicht nur das kickende Personal, sondern auch weitere Angestellte treffen. Ministerpräsident Kurt Beck sagte Unterstützung zu. «Ich bin zuversichtlich, dass auch da eine vertretbare Lösung gefunden werden wird», so der bekennende FCK-Fan. Rombach sieht die Zukunft gar schon wieder rosig. «Wir wollen in drei bis fünf Jahren wieder in der 1. Bundesliga spielen», sagte er mutig.

Doch derzeit sieht es düster aus. Gegen Hoffenheim kassierte der FCK schon die sechste Saison-Heimpleite und hat sieben Spieltage vor Schluss weiter fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Milan Sasic machte seinem Team keinen Vorwurf: «Ich kann auf meine Spieler nicht sauer sein. Sie taten, was in ihren Möglichkeiten liegt.» Der FCK-Coach führte seine Akteure nach der Partie in die Fankurve, wo sie minutenlang ausgepfiffen wurden. «Ich wollte, dass meine Spieler die traurigen Augen der Fans sehen, die diesen Verein über alles lieben», begründete Sasic diesen Canossa-Gang.

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