Darmstadt (dpa)
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Fünfkampf spitzt sich zu: «Kopf an Kopf» im Aufstiegsrennen

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Das Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga entwickelt sich zum Nervenkitzel. Nur drei Punkte trennen Spitzenreiter Schalke und den Fünften Hannover. Der Spielplan sorgt für besondere Spannung.

Von Christian Johner, dpa
Schalkes Timo Becker (l.) im Duell mit Darmstadts Luca Marseiler.
Schalkes Timo Becker (l.) im Duell mit Darmstadts Luca Marseiler.  Foto: Uwe Anspach/dpa

Auch noch 45 Minuten nach dem Abpfiff feierten die mitgereisten Schalker Fans im sonst längst menschenleeren Darmstädter Stadion eine rauschende Fußball-Party, als hätte ihre Mannschaft gerade den Aufstieg in die Bundesliga klargemacht. Doch die Realität sieht anders aus: Nach dem 1:1 des FC Schalke 04 beim SV Darmstadt 98 in einem packenden Zweitliga-Topspiel ist die Tabellenspitze noch enger zusammengerückt. 

Es bahnt sich ein prickelnder Fünfkampf im Saisonendspurt an. Spitzenreiter Schalke und den Tabellenfünften Hannover 96 trennen nach dem 27. Spieltag gerade einmal drei Punkte. Der Spielplan macht die Konstellation besonders brisant.

Schalkes Becker: Kein Sprint, sondern ein Marathon

«Die feiern das zu Recht, weil hier, glaube ich, einen Punkt mitzunehmen, ist sehr groß», sagte S04-Profi Timo Becker nach dem Remis in Südhessen zu den euphorischen Anhängern und fügte mit Blick auf das Aufstiegsrennen hinzu: «Wir haben immer gesagt: Es ist halt kein Sprint. Es ist ein Marathon, und da müssen wir viele Steps gehen. Heute haben wir wieder einen Step nach vorne gemacht. Deswegen bin ich zufrieden und kann auf die nächsten Spiele gucken.»

Schalke-Coach Miron Muslic und Lilien-Trainer Florian Kohfeldt hofften auf der Pressekonferenz nach dem Spitzenduell auf ein schnelles Wiedersehen. Beide zielten da auf die Bundesliga ab. Doch auch noch drei andere Teams träumen vom Aufstieg in das Oberhaus.

Darmstadts Schuhen: «Zählt in diesem Moment gar nichts»

Schalke behauptete - auch ohne den gesperrten Torjäger Edin Dzeko - durch das leistungsgerechte Unentschieden den ersten Platz. Erste Verfolger sind die SV Elversberg und der SC Paderborn mit einem Zähler Rückstand, der SVD rutschte vom zweiten auf den vierten Rang ab und hat einen weiteren Punkt weniger auf dem Konto. Dann folgt Hannover nach einem 1:0-Derbysieg gegen Eintracht Braunschweig.

Der Tabellenplatz sei «vollkommen egal», betonte Darmstadts Torwart Marcel Schuhen ein wenig trotzig. «Das zählt in diesem Moment gar nichts. Wenn wir gewonnen hätten, wären wir Erster. Jetzt sind wir gerade Vierter. Das interessiert noch keinen Menschen.» Teamkollege Kai Klefisch sagte, dass alles «Kopf an Kopf» sei. «Und mal schauen, wie es weitergeht.»

Hannover gegen Elversberg das nächste Aufstiegsduell

Weiter geht es nach der kommenden Länderspielphase am ersten April-Wochenende. Am Ostersonntag treffen Hannover und Elversberg aufeinander. «Wir können nächste Woche relativ entspannt nach Hannover fahren. Ich glaube schon, dass Hannover ja sehr, sehr gerne möchte und auch die Voraussetzungen hat und auch eine sehr, sehr gute Mannschaft ist und einen guten Trainer hat», sagte Elversbergs Trainer Vincent Wagner beim Pay-TV-Sender Sky nach dem überzeugenden 3:1 gegen Arminia Bielefeld.

Die SVE mischt wie schon in der Vorsaison mächtig im Aufstiegsrennen mit und fühlt sich in der Außenseiterrolle wohl. «Der Weg ist noch so, so weit», betonte Wagner. «Sieben Spiele können die Welt sein. Zehn Minuten sind im Fußball manchmal die Welt.»

Es reiht sich Topspiel an Topspiel im Saisonendspurt

Das Duell zwischen Hannover und Elversberg setzt nach dem Kracher Darmstadt gegen Schalke den Reigen der Spitzenspiele fort. Mit Ausnahme des 33. Spieltags gibt es nun immer mindestens ein direktes Aufeinandertreffen der Aufstiegskandidaten.

Man habe den Aufstieg «selber in der Hand», sagte Paderborns Angreifer Steffen Tigges, der nach seiner Einwechslung mit einem Doppelpack der Matchwinner beim 2:1 gegen Dynamo Dresden war und das Spiel nach einem 0:1-Rückstand quasi im Alleingang drehte. Man müsse sieben Spieltage vor dem Ende nicht mehr «drum herumreden», äußerte der 27-Jährige. «Wenn man Zweiter, Dritter oder Vierter ist mit so einer Schlagdistanz - dass man dann am Ende Sechster werden will, das wäre ja auch Quatsch.»

Darmstadts Torwart Marcel Schuhen hält derzeit nicht viel auf die Zweitliga-Tabelle.
Darmstadts Torwart Marcel Schuhen hält derzeit nicht viel auf die Zweitliga-Tabelle.  Foto: Uwe Anspach/dpa
Die Schalker Fans unterstützten ihre Mannschaft auch in Darmstadt wieder lautstark.
Die Schalker Fans unterstützten ihre Mannschaft auch in Darmstadt wieder lautstark.  Foto: Uwe Anspach/dpa
Die SV Elversberg kletterte auf Rang zwei durch den Heimsieg gegen Bielefeld.
Die SV Elversberg kletterte auf Rang zwei durch den Heimsieg gegen Bielefeld.  Foto: Harald Tittel/dpa
Steffen Tigges war der Matchwinner des SC Paderborn gegen Dresden.
Steffen Tigges war der Matchwinner des SC Paderborn gegen Dresden.  Foto: Swen Pförtner/dpa
Hannover 96 blieb durch den Derbysieg gegen Braunschweig oben dran.
Hannover 96 blieb durch den Derbysieg gegen Braunschweig oben dran.  Foto: Swen Pförtner/dpa
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