Nagelsmann als Mensch: Keine KI, aber Aberglaube
Auch ein Bundestrainer ist ein Mensch. Das wird in einem TV-Gespräch von Julian Nagelsmann klar. Der Bundestrainer verrät einiges über seinen Umgang mit technischem Fortschritt und spezielle Rituale.

Gut acht Wochen vor dem WM-Start gegen Curaçao am 14. Juni (19.00 Uhr/MESZ) in Houston zeigt sich Julian Nagelsmann in einem großen TV-Gespräch auch von seiner menschlichen Seite. Der Bundestrainer spricht in dem Format «Bestbesetzung» von Magenta TV mit Johannes B. Kerner unter anderem über Liebe, Aberglaube und seinen Umgang mit Druck als Chefcoach der Fußball-Nationalmannschaft.
«Aber ich habe eine extreme Vorfreude, weil es für mich auch die erste WM ist. Das ist ein Kindheitstraum», sagte Nagelsmann zu seiner Turniervorfreude. An den großen sportlichen Zielen hält der 38-Jährige fest. «Jedes Team, das bei der WM antritt, sollte Weltmeister werden wollen», machte Nagelsmann nochmals deutlich,
Politiker treffen wichtigerer Entscheidungen
Dem Leistungsdruck begegnet er dabei mit Vergleichen zu anderen Entscheidungsträgern. «Ich mache mir immer bewusst, dass es ein Sport ist und es Gott sei Dank nicht um Leben und Tod geht. Dass es Menschen gibt in der Politik, die viel weitreichendere Entscheidungen treffen müssen», sagte Nagelsmann auf die per Videobotschaft eingespielte Frage von Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick.
Basketball-Hero Dirk Nowitzki fragte nach den Entwicklungen im Fußball und Nagelsmann konstatierte einen enormen technologischen Fortschritt. Er selbst sei dabei manchmal noch recht altmodisch. «Ich bin ganz ehrlich: Meine Frau arbeitet in ihrem Beruf viel mit ChatGPT. Aber ich weiß gar nicht, wie das geht. Ich habe es noch nie gemacht. Tatsächlich versuche ich noch echte Menschen anzurufen, wenn ich eine Frage habe.»
Anstoßen im Teambus
Dem im Fußball üblichen Aberglaube begegnet Nagelsmann mit Humor - und leistet sich doch auch seine Rituale. «Wir trinken vor dem Spiel immer ein Energiegetränk im Bus», erzählte er. «Dabei stoßen wir immer in derselben Reihenfolge an, bis wir verloren haben, und dann stoßen wir andersherum an.»
Auch modisch hält sich der Bundestrainer streng an gewisse Abläufe, damit ihm das Fußball-Glück treu bleibt. «Wenn ich eine Jacke anhabe und wir verlieren damit ein Spiel, ziehe ich sie nicht mehr an, sondern spende sie», sagte er. Und fügte selbstironisch an: «Ich teile die Meinung, dass das Quatsch ist. Trotzdem macht man es.»
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