Notizen vom 30. Spieltag
BEGEGNUNG:Über Pfingsten folgt Schalke-Präsident Josef Schnusenberg einer Einladung der Franziskaner-Mönche in seine Heimatstadt. Unter der Überschrift «Fußball und Spiritualität» findet im Kloster von Rheda-Wiedenbrück ein Begegnungswochenende statt.

Auf dem Programm stehen auch zwei sportliche Höhepunkte: Ein gemeinsamer Besuch des Schalker Heimspiels am Pfingstsamstag gegen Frankfurt und ein Fußballspiel aller Teilnehmer am Sonntag. Darüber hinaus wird ein Pfingstgottesdienst gefeiert, und Schnusenberg diskutiert mit Teilnehmern, warum ein Christ Vereinsvorsitzender ist und was Religion für die Spieler bedeutet. Bruder Frank Krampf hat eingeladen. Er ist bekennender Schalke-Fan.
ERLEUCHTUNG:Am ersten sommerlich warmen Tag mit strahlend blauem Himmel war beim 3:3 zwischen dem Karlsruher SC und Werder Bremen das Flutlicht eingeschaltet. Da zeigte sich selbst KSC-Manager Rolf Dohmen irritiert: «Ich weiß auch nicht warum. Meine Tochter hatte mich auch darauf aufmerksam gemacht.» Es war ein Service an die Fernsehleute, damit der Kontrast zwischen dem sonnigen und schattigen Teil des Rasens nicht so groß ist. Der Verein kann es sich ja leisten: Hauptsponsor ist ein Energiekonzern.
KEINE RUHIGE MINUTE- hatte Joachim Löw bei seinem Besuch in Karlsruhe. An seiner früheren Wirkungsstätte musste er jede Menge Hände schütteln, Erinnerungsfotos machen lassen und Schulterklopfern zulächeln. Vergeblich versuchte Löw in der Halbzeitpause mit seinen Assistenten Hansi Flick und Urs Siegenthaler ein Fachgespräch zu führen. Vor dem Anpfiff wurde er zudem vom freudestrahlenden einstigen KSC-Präsidenten Roland Schmider fast erdrückt. Der hatte im April 2000 Löw entlassen, nachdem dieser nur eines von 18 Spielen gewann und der Club in die Regionalliga musste.
GRÜSSE NACH MÜNCHEN:Mit dem 3:3 gegen Werder Bremen hat der Karlsruher SC auch dem Tabellenführer FC Bayern München einen Gefallen getan. Abwehrspieler Christian Eichner hatte sich schon vorher Gedanken gemacht, ob sich Bayern-Manager Uli Hoeneß im Falle eines Karlsruher Sieges erkenntlich zeigen würde. «Weißwürste braucht er uns nicht zu schicken - aber wenn er uns den Andy Görlitz nochmal ein Jahr ausleiht, da würden wir schon dankbar annehmen.» Eichners Mannschaftskollege wartet nämlich immer noch auf ein Zeichen, ob die Münchner ihn zurückhaben wollen.
KEINE GLÜCKSBRINGER:Die Meister von einst haben dem 1. FC Nürnberg kein Glück gebracht. Beim Bundesligaspiel des «Club» gegen Arminia Bielefeld saßen auf der Tribüne Nürnbergs Helden aus längst vergangenen, glorreicheren Tagen, doch ihr Daumendrücken half nichts. Fritz Popp, Franz Brungs, Georg Volkert und Co. waren nach dem 2:2 genauso enttäuscht wie die FCN-Fans. Anlässlich der Meisterschaftsjubiläen von 1948 und 1968 hatte der Verein alle noch lebenden Protagonisten dieser Triumphe sowie die Meister-Spieler von 1961 zum Abstiegskrimi eingeladen.
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