Becker lobt Zverev: «So gut noch nie gesehen»
Alexander Zverev fehlt in Melbourne nur noch ein Sieg zum erneuten Finaleinzug. Doch der Gegner könnte stärker nicht sein. Boris Becker gibt vor der Partie einen überraschenden Tipp ab.

Vom Chefkritiker zum größten Fan: Deutschland Tennis-Legende Boris Becker ist begeistert von den bisherigen Auftritten von Alexander Zverev bei den Australian Open und traut ihm auch im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz einen Sieg zu. «So gut habe ich Alexander Zverev noch nie gesehen. Weil er so konstant ist», sagte Becker im Podcast «Becker-Petkovic».
«Er hatte immer mal einen guten Satz oder zwei gute Sätze. Aber jetzt hat er sich Match für Match immer weiter gesteigert», sagte Becker. «In dieser konstanten Form habe ich ihn noch nicht gesehen. Deshalb ist er für mich auch Favorit gegen Carlos Alcaraz.»
Halbfinale am Freitag
Zverev trifft an diesem Freitag um 4.30 Uhr MEZ (Eurosport) auf den Weltranglistenersten aus Spanien. Im zweiten Halbfinale stehen sich danach ab 9.30 Uhr MEZ Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien und der serbische Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic gegenüber.
Zverev stand in Melbourne im vergangenen Jahr im Endspiel, wo er sich Sinner in drei Sätzen geschlagen geben musste. Danach folgte für den 28-Jährigen ein Jahr mit vielen Verletzungen und Misserfolgen. Bei den Australian Open präsentiert sich Zverev nun aber wieder in Topform. «Ich bin endlich gesund und schmerzfrei», begründete der Weltranglistendritte seine aktuell guten Leistungen.
Gegen Topfavorit Alcaraz wird Zverev sein bestes Tennis zeigen müssen, um am Sonntag erneut um den Titel zu spielen. Becker, der Zverev zuletzt häufig stark kritisiert hatte, traut ihm das zu. «Wir müssen mal wieder einen deutschen Mann haben, der ein Grand-Slam-Turnier gewinnt. Es ist mal wieder an der Zeit», sagte Becker. Er hatte 1996 in Melbourne als letzter deutscher Tennisspieler eines der vier wichtigsten Turniere gewonnen. Bei den Frauen holte Angelique Kerber 2018 in Wimbledon den letzten deutschen Grand-Slam-Titel.
Sinner-Alcaraz-Effekt
Für die ehemalige Tennisspielerin und heutige TV-Expertin Andrea Petkovic hat Zverev in der Vorbereitung einen großen Schritt nach vorn gemacht. «Das ist der Sinner-Alcaraz-Effekt», sagte Petkovic mit Blick auf die beiden derzeit besten Spieler, die die Grand-Slam-Titel im vergangenen Jahr unter sich aufgeteilt hatten.
«Die anderen wissen alle: Die zwei sind so weit weg, dass selbst jemand wie Sascha, der in der Vergangenheit eher dafür bekannt war, seinem Spiel treu zu bleiben, in der Vorbereitung gesagt hat, ich muss etwas ändern, sonst ist der Zug abgefahren», sagte Petkovic.
Becker sieht das genauso. «Er spielt sein bestes Tennis, weil er muss», sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Deshalb traut er Zverev in Melbourne auch den ersten Grand-Slam-Titel zu. «Er ist zu gut, dass er am Ende seiner Karriere keinen gewonnen hat. Und ich bleibe zuversichtlich, dass es in Melbourne klappt.»
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