Jubel im deutschen Judo-Lager: Bronze für Tarangul
Judo-Floh» Romy Tarangul hat den deutschen Mattenkämpfern bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam mit Bronze die erste Medaille beschert.

Die erst 21 Jahre alte Athletin aus Frankfurt/Oder bezwang in Rotterdam im kleinen Finale der Klasse bis 52 Kilogramm die Chinesin Hongmei He vorzeitig und feierte damit den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. «Ich bin überglücklich, endlich auf Weltniveau den Sprung geschafft zu haben», bejubelte die nur 1,60 Meter große EM-Zweite von 2008 ihren Coup. «Ich freue mich riesig.» Am 29. August geht mit Olympiasieger Ole Bischof die größte deutsche Medaillenhoffnung an den Start.
«Sie ist ein starker Wettkampftyp», lobte Frauen-Bundestrainer Michael Bazynski die reife Vorstellung seines jungen Schützlings. Nach den Enttäuschungen des ersten Tages hatte Tarangul im Eiltempo ihre Mission WM-Medaille angegangen. Für ihre ersten beiden Kämpfe gegen Maria Garcia Caceres (Dominikanische Republik) und die Marokkanerin Hanane Kerroumi benötigte die Lehramtsstudentin nicht einmal fünf Minuten. Mehr Mühe hatte sie gegen die Spanierin Ana Carrascosa im Kampf um den Einzug ins Halbfinale, doch am Ende nahm die aggressiv kämpfende Tarangul erfolgreich Revanche für ihre Niederlage gegen die Spanierin im EM-Finale 2008.
Den ganz großen Wurf verpasste Tarangul im Halbfinale, als sie an der Olympia-Zweiten Yanet Bermoy aus Kuba knapp scheiterte. Bronze ließ sich die Lehramtsstudentin aber nicht nehmen und bezwang die Chinesin mit einem «Bilderbuch-Uchimata» (Bazynski) vorzeitig. «Das gibt uns sicher Rückenwind, wir haben noch einige starke Athletinnen am Start», meinte der Bundestrainer.
«Ich will jetzt, dass es endlich los geht», sagte Peking- Triumphator Bischof vor seinem Auftaktkampf gegen den Luxemburger Denis Leider. Ein Tag nach seinem 30. Geburtstag will der Reutlinger bei seiner dritten WM-Teilnahme endlich die erste Medaille erkämpfen. Eine Warnung dürfte Bischof das Favoritensterben in Rotterdam sein: Nach den Olympiasiegern Masato Uchishiba (Japan) und Choi Minho (Südkorea) erwischte es auch Peking-Triumphatorin Giulia Quintavalle (Italien) bereits in der Vorrunde.
Im Schatten von Tarangul enttäuschten am zweiten WM-Tag die anderen deutschen Starter. Der Potsdamer Mario Schendel in der Klasse bis 73 Kilo und WM-Debütantin Marlen Hein aus Prenzlau in der Klasse bis 57 Kilo verabschiedeten sich gleich in der ersten Runde.
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