Biedermann: Probleme beim Seepferdchen
Auch Schwimm-Weltmeister fangen klein an: Erst im zweiten Anlauf schaffte der kleine Paul Biedermann sein Seepferdchen, weil er Schwierigkeiten hatte, eine 25-Meter-Bahn durchzustehen. Nun schwimmt Biedermann allen davon.

Der Heavy-Metal-Fan aus Halle/Saale mischte in Rom die Schwimm-Welt auf und pulverisierte im neuen High-Tech-Anzug seine und andere Bestzeiten. Dabei würden viele andere Weltklasse-Schwimmer wohl keinen Fuß in Biedermanns Trainingshalle setzen. Doch trotz Startblöcken aus den 60ern zieht der 22-Jährige unter Trainer Frank Embacher in sanierungsbedürftiger Umgebung aus DDR-Zeiten immer erfolgreicher seine Bahnen. Schon bei Olympia 2008 deutete Biedermann sein Potenzial als Fünfter an und löschte über 200 Meter Freistil den nationalen Uralt-Rekord von Schwimm-Legende Michael Groß. In Rom folgte dann der Quantensprung mit dem Sieg über den 14-maligen Olympiasieger Michael Phelps (USA). Nun winken ihm Millionenverträge als deutscher Vorschwimmer.
Biedermann ist erklärter Kritiker der High-Tech-Anzüge und Freund der einfachen Badehose. Erst kurz vor der WM trennte er sich von seinem Vorjahresmodell und zog die Kunststoff-Haut nur widerwillig über, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Lohn: Weltrekord und WM- Titel. Der Praktikant bei den Halleschen Wasserwerken hatte als Weihnachtsgeschenk seine Lieben nach Rom eingeladen: Eltern, Freundin und alle vier Großeltern erlebten Pauls größten Momente in der Ewigen Stadt live auf der Tribüne mit.
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