So kann ich als Fan bei Olympia in Mailand und Cortina dabei sein
Erstmals seit 20 Jahren finden die Olympischen Winterspiele wieder vor der Haustüre, in Mailand und Cortina statt. Noch nicht alle der 1,6 Millionen Tickets sind verkauft. Was es zu beachten gilt.

Das wird ein (Sport-)Fest: Nach 20 Jahren finden erstmals Olympische Winterspiele wieder in Europa statt. Paris bot im Sommer 2024 den olympischen Geist zum Anfassen. Wird das auch in Mailand und Cortina d’Ampezzo vom 6. bis 22. Februar so sein? Das sind wichtige Fragen und Antworten für Fans vor dem Ringe-Spektakel in Italien:
Gibt es noch Tickets für Olympia 2026 in Mailand und Cortina d´Ampezzo?
Ja, wobei der Markt für Kurzentschlossene kurz vor der Eröffnungsfeier zwangsweise überschaubar ist. Zum Vergleich: Während es bei den Sommerspielen 2024 in Paris mehr als 9 Millionen Tickets (und insgesamt 15 Millionen Besucher) gab, sind es bei den Winterspielen 2026 lediglich 1,6 Millionen Karten. Doch Vorsicht, es gibt nur eine Ticketplattform unter: https://tickets.milanocortina2026.org
Was kosten Karten?
Die Preise hängen von der Sportart, der Wettkampfphase und der Sitzplatzkategorie ab. Beispiel Eishockey: Bei Vorrundenspielen geht es bei 30 Euro los, etwa für das Auftaktmatch der deutschen Frauen gegen Schweden einen Tag vor der Eröffnungsfeier am 5. Februar. Karten für das Männer-Finale am 22. Februar gibt es nur noch in der Vip-Kategorie ab 3250 Euro.
Die Eröffnungsfeier im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion liegt zwischen 260 und 2026 Euro, die Schlussfeier im Amphitheater von Verona bei 950 bis 2900 Euro – theoretisch. Für das große Finale gibt es nämlich nur noch Vip-Tickets ab 10 000 Euro.
Was sind die Besonderheiten?
Die Winterspiele waren noch nie so verstreut. Medaillen werden in der Millionenmetropole Mailand und im 5500-Einwohner-Städtchen Cortina d’Ampezzo verteilt, zudem in Bormio, Livigno, im Fleimstal (Predazzo und Tesero) sowie in Antholz. Gestern Biathlon, heute Eiskunstlauf und morgen Skeleton – das ist aufgrund der immensen Distanzen eigentlich nicht machbar.
„Wir wollen die Fahrten zwischen den Clustern minimieren, um die Umwelt zu schützen.“
Christophe Dubi
Von Bormio nach Cortina sind es beispielsweise um die fünf Autostunden. Ohne olympischen Trubel. Und ohne Schnee. „Wir wollen die Fahrten zwischen den Clustern minimieren, um die Umwelt zu schützen“, sagt Christophe Dubi, Olympia-Direktor des Internationalen Olympischen Komitees.
Kann ich einfach so hinfahren?
Jein. Die Anreise nach Mailand zu den Eisspielen mit Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug ist unproblematisch, das Erreichen der Schneespiele schon. „Insbesondere in den Bergdörfern wird die Verkehrslage angespannt sein“, sagt Olaf Tabor, Chef de Mission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), „die Anreise mit dem Privatwagen dürfte mit Hindernissen verbunden sein.“
„Die Anreise mit dem Privatwagen dürfte mit Hindernissen verbunden sein.“
Olaf Tabor
Und wenn der lange ersehnte Schnee falle, „wird es für alle sehr schwierig werden“. Die Behörden installieren ein Verkehrsregulierungssystem. Bedeutet: Alle Fahrzeuge Fremder müssen Kilometer vor den Wettkampfstätten geparkt werden; das letzte Stück geht so oder so nur mit dem olympischen Transportsystem, mit Bussen.
Was kosten Unterkünfte?
Wer in die olympische Blase eintauchen will, wird mindestens eine Übernachtung benötigen. Die Quartiersuche ist sportlich, eine günstige Behausung zu finden, ist nahezu unmöglich. „In den Schnee-Clustern ist die Angebotslage derart begrenzt, dass ich mir einen Preisverfall vor den Spielen nicht vorstellen kann“, sagt Olaf Tabor. „In Mailand könnte das etwas anders aussehen“, wenn Anbieter merken, dass sie ihre Kontingente zum geforderten Preis doch nicht loswerden.

Gibt es ein Deutsches Haus?
Ja, das „Home of Team Deutschland“ wird im Golfclub von Cortina eingerichtet, wo wie gehabt Sport, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik zusammenkommen. Wie in Paris gibt es zudem eine öffentlich zugängliche „Team D Fan Zone“, die diesmal allerdings kostenlos besucht werden kann (täglich 12 bis 22 Uhr).
„Wir haben ein intensiv bespielbares Haus, das das besondere Flair des ’Home of Team D’ ausstrahlen wird.“
Olaf Tabor
Hier gibt es Public Viewing, Mitmachstationen (Curling, Eishockey, Biathlon) und Verpflegungsstände. „Insgesamt sind die Bedingungen im Golfclub erstklassig“, sagt Olaf Tabor. „Wir haben ein intensiv bespielbares Haus, das das besondere Flair des ’Home of Team D’ ausstrahlen wird.“
Gibt es ein Rundum-sorglos-Paket?
Ja. Der Reiseanbieter Dertour bietet wie gehabt seine Pakete zu Sportgroßereignissen an. Das Spiel Deutschland gegen die USA der Eishockeymänner kostet beispielsweise inklusive zwei Übernachtungen mindestens 1179 Euro pro Person. Zumindest im Reisebüro Böhm in Heilbronn ist der Ansturm auf die Spiele bisher ausgeblieben: „Noch hatten wir keine Kunden, die sich für die Spiele 2026 interessiert haben“, sagt Thomas Raisch.

Stimme.de