Sieg bei Vierschanzentournee ist für deutsche Skispringer nicht realistisch
Auch 24 Jahre nach Sven Hannawald hat es bei der Vierschanzentournee nicht mit einem deutschen Gesamtsieg geklappt. Das überrascht nicht, meint unser Autor.

Die Vierschanzentournee ist ein ewig junges Drama in vier Akten – und aus deutscher Sicht seit 24 Jahren ohne Happy End. Die Sehnsucht nach einem deutschen Skispringer mit goldenem Tournee-Adler in den Händen ist von allen Seiten so groß, dass sie im Laufe der Jahrzehnte erdrückend geworden ist.
Die Gesamtplätze sechs und acht der unverbrauchten Felix Hoffmann und Philipp Raimund sind gut und ein Versprechen für die Zukunft, aber eben nur einmal mehr gute Platzierungen. Ist der Tourneesieg überhaupt ein realistisches Ziel für einen deutschen Skispringer?
Seit 2001/2002 gab es bei der Tournee nur fünf deutsche Tagessiege
Nein. Seit Sven Hannawalds Vierfachtriumph 2001/2002 gab es beim Schanzenspektakel lediglich fünf schwarz-rot-goldene Tagessiege von Hannawald (2002 in Oberstdorf), Richard Freitag (2015 in Innsbruck), Severin Freund (2015 in Oberstdorf), Karl Geiger (2020 in Oberstdorf) und Andreas Wellinger (2023 in Oberstdorf).
Im vergangenen Vierteljahrhundert holte nur ein Deutscher den Gesamtweltcup, Severin Freund 2014/15 (punktgleich mit dem Slowenen Peter Prevc). Sprich: Überspringer made in Germany sind selten. Dennoch ist und bleibt es möglich, mit vier überragenden Wettkämpfen in Serie den goldenen Adler einzufangen.
Erstmals steht ein Brüderpaar in der ewigen Siegerliste
Die internationalen Schlagzeilen gehören auch diesmal zu Recht einem anderen. Domen Prevc ist makelloser Sieger der 74. Vierschanzentournee, hat Sportgeschichte geschrieben: Zehn Jahre nach seinem Bruder Peter macht der 26-Jährige die Skisprungnation Slowenien selig – Tourneesieger aus derselben Familie, das ist neu. Das hält das ewige Drama jung. Auch und gerade in Deutschland.

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