Vielseitigkeits-Meisterin Mestern nicht im WM-Team
Überraschung ohne Happy End: Julia Mestern (Neritz) ist völlig unerwartet neue deutsche Meisterin der Vielseitigkeitsreiter. Für eine Nominierung für die Weltreiterspiele in Kentucky reichte es für die 34-Jährige aber nicht.

Obwohl Mestern sich mit ihrem Hengst FRH Schorch in Schenefeld bei Hamburg vor allen Topfavoriten durchsetzte, wurde sie nicht von Bundestrainer Hans Melzer für das WM-Team nominiert. In den USA mit dabei ist dagegen Michael Jung (Horb), der für ein Kuriosum sorgte: Der 28-Jährige trat dreimal mit seinen Pferden River of Joy, Sam und Leopin an und landete auf den Plätzen zwei bis vier.
Obwohl die Favoriten angesichts des regennassen Bodens in Schenefeld kein Risiko eingingen und ihre Top-Pferde schonten, war Melzer zufrieden. Der Bundestrainer sieht sein Team für das Unternehmen Titelverteidigung bereit. «Wir sind gut gerüstet», sagte Melzer, nachdem er sein Team bekanntgegeben hatte.
Das Gerüst der Mannschaft für Lexington bilden die Olympiasieger von Hongkong, der 43 Jahre alte Routinier Andreas Dibowski (Egestorf/Lüneburg), die viermalige deutsche Meisterin Ingrid Klimke (Münster) und Frank Ostholt (Warendorf). Klimke und Ostholt gewannen bereits vor vier Jahren in Aachen den WM-Titel mit der Mannschaft. Zum Team gehören ebenfalls Jung, Dirk Schrade (Sprockhövel) und Simone Deitermann (Saerbeck/Emsland).
Für Mestern kam das Comeback jedoch zu spät. Die Holsteinerin war im Frühjahr mit einem Fußbruch vier Monate ausgefallen. Bereits in der Dressur zeigte die 34-Jährige eine überzeugende Vorstellung. Im 4000 Meter langen Geländeritt am Samstag kämpfte sie sich dann auf den ersten Rang vor, während die WM-Fahrer Vorsicht walten ließen. «Ich bin bewusst einmal ohne Uhr geritten, um das richtige Tempogefühl zu bekommen. Das ist mir hervorragend gelungen. Abraxxas war hervorragend in Schuss. Es war einfach toll. Wir sind fit für Amerika», sagte etwa Klimke.
Kai Rüder (Fehmarn) wurde ebenso als Ersatz-Reiter nominiert wie Anne Warnecke (Osnabrück) und Andreas Ostholt (Warendorf). Ein populärer Vielseitigkeitsreiter aber wird in Kentucky fehlen: Doppel- Olympiasieger Hinrich Romeike (Nübbel) kann nicht mit in die USA fliegen, weil sein Ausnahmepferd Marius nach wie vor verletzt ist. Dieses Problem wurde auch Ex-Europameisterin Bettina Hoy zum Verhängnis. Auch Hoys bestes Pferd Ringwood Cockatoo ist verletzt.
Stimme.de