Mit freundlichen Grüßen eines Promis

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Die deutschen Curling-Männer schlagen Schweden 7:3 und freuen sich über eine Videobotschaft von einem Schauspieler

Orientierungshilfe: Marc Muskatewitz, Skip der deutschen Curling-Männer, zeigt, was Sache ist. Der Lärm in der Halle war zuletzt ein Problem gewesen.
Orientierungshilfe: Marc Muskatewitz, Skip der deutschen Curling-Männer, zeigt, was Sache ist. Der Lärm in der Halle war zuletzt ein Problem gewesen.  Foto: David J. Phillip

In einer Round Robin einmal um die Welt: Beim olympischen Curling-Turnier spielt jeder gegen jeden. Sechs Partien haben die deutschen Männer nun im Stadion von Cortina gespielt. Bei der bisherigen Reise gab es Niederlagen gegen Kanada (6:7), die USA (6:8) und Großbritannien (4:9) sowie Siege gegen Norwegen (5:4), Italien (6:5) und am Montagnachmittag gegen Titelverteidiger Schweden (7:3). Das Halbfinale am Donnerstagabend ist für die Mannschaft vom Curling Club Füssen wieder möglich, oder?

 „Wir haben noch drei Spiele. Wenn wir die alle gewinnen, dann sollte es reichen“, sagte Marc Muskatewitz. Der Baden-Badener, Skip des deutschen Teams, war guter Laune, hatte Spaß auf dem perligen Eis. Er hatte mit seinen drei Teamkollegen vor mehr als 3000 Zuschauern fast drei Stunden lang für prickelnde Momente gesorgt – inklusive zweier Aufreger.

Eine Grußbotschaft von Schauspieler Frederik Lau 

Und die Laune des 30-jährigen Marc Muskatewitz wurde noch besser, als ihm vom Presseteam des Deutschen Curler-Verbandes auf einem Tablet eine Videobotschaft von Frederick Lau gezeigt wurde. Der Schauspieler hatte die deutschen Curler in einer Story im Netz markiert, schätzt, was die jüngste Mannschaft im Feld aufs Eis zaubert. Die deutschen Curler gehen viral, finden gut, wenn in diesen Tagen Promis und Normalos vor ihrem Saugroboter den Fußboden wischen, so wie es Johannes Scheuerl (23), Felix Messenzehl (22) und Benjamin Kapp (23) vor dem Curling-Stein tun, und die Videos hochladen.„Ich finde das ganz witzig“, sagte Marc Muskatewitz, „alles, was mit Curling zu tun hat, ist gut für uns.“ Es sei grundsätzlich eine sehr schöne Erfahrung, weil man normal nicht im Zentrum der Medien und Aufmerksamkeit stehe. Deshalb haben sie überhaupt kein Problem, ihren Sport und unübersichtliche Situationen zu erklären.

Folgenreiche Probleme 

Gegen die Schweden gab es einen technischen Defekt bei einem der mit Elektronik ausgestatteten Steine. Zum anderen berührte Johannes Scheuerl im letzten End mit dem Fuß zwei Steine der Schweden. „Ich bin zwei Mal hängen geblieben“, erklärte der Sportsoldat. Man habe sich mit den Schweden besprochen, die Steine wurden in die Ursprungsposition zurückbewegt. „Curling ist ein Gentlemen-Sport.“Und Curling ist ein fordernder Sport. An diesem Dienstag geht es fürs deutsche Team gegen Tschechien (9.05 Uhr) und die noch ungeschlagenen Schweizer (19.05 Uhr) weiter. Johannes Scheuerl versicherte: „Zwei Spiele am Tag sind kein Problem für uns.“Wobei die Lautstärke in der Halle für Probleme sorgt – immer wieder brandet Applaus mit donnerndem Fußgetrampel auf, die Fans riefen am Montag „Auf geht’s Deutschland, auf geht’s“, am Ende sangen sie „Oh, wie ist das schön!“. „Dadurch hatten wir Kommunikationsprobleme“, sagte Skip Marc Muskatewitz. In der Halbzeitanalyse am Sonntagabend wurde deshalb vereinbart, beim Wischen mehr Augenkontakt zu halten und mehr mit Handzeichen zu arbeiten.Das funktionierte gegen Schweden wunderbar, mit ausgeglichenem Punktekonto steht Europameister Deutschland in der Tabelle nun auf Platz sechs. Die Round-Robin-Reise geht weiter. Am Donnerstagmorgen zum Abschluss gegen China. Und am Abend folgt dann vielleicht das Halbfinale.

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