Zwitter - weibliche und männliche Merkmale
Ein Zwitter (Hermaphrodit) hat weibliche und männliche Geschlechtsmerkmale. Einige bilden beispielsweise Hoden- und Eierstockgewebe aus.
Ursachen können Anomalien der Erbgutträger (Chromosomen) oder Hormonstörungen sein. Weibliche Föten produzieren dann etwa verstärkt männliche Hormone, so dass die Klitoris zu einer penisähnlichen Struktur heranwächst. In einigen seltenen Fällen werden Kinder mit Scheide und Penis geboren.
Das Geschlecht eines Menschen ist nicht immer leicht zu bestimmen. Die Übergänge zwischen Mann und Frau sind oft fließend, sagte kürzlich die Berliner Genetikerin Prof. Heidemarie Neitzel von der Berliner Universitätsklinik Charité. Ausschlaggebend sei nicht allein das in der Regel nur bei Männern vorkommende Y-Chromosom. So gebe es Männer ohne und Frauen mit Y-Chromosom. «Wir kennen heute Gene, bei denen eine einzelne Mutation dafür sorgt, dass jemand mit einem Y-Chromosom sich zur weiblichen Seite entwickelt.» Auch der Hormonspiegel sei nicht unbedingt eindeutig. Unklarheiten beim Geschlecht kämen auch bei Neugeborenen immer wieder vor.
Im Gegensatz zur Intersexualität sind bei der Transsexualität die körperlichen Geschlechtsmerkmale eindeutig ausgeprägt. Der Mensch fühlt sich jedoch dem anderen Geschlecht zugehörig.
In der Biologie sind ähnliche Phänomene weit verbreitet. So haben Blüten meistens (weibliche) Stempel und (männliche) Pollen. Unter den Tieren können beispielsweise bestimmte Fische und Schnecken beide Geschlechter annehmen.
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