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Berlin (dpa)

Katrin Krabbe im WM-Fieber: «Verpasse keine Minute»

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Vor 18 Jahren war sie die Sprint-Königin von Tokio und holte zweimal Gold - bevor ihre Karriere im Dopingsumpf endete. Wenn der Startschuss zur 12. Leichtathletik-WM in Berlin fällt, kann Katrin Krabbe-Zimmermann getrost im «Startblock» sitzen bleiben.

Von Ralf Jarkowski, dpa
Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin Katrin Krabbe-Zimmermann im Garten ihres Hauses.
Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin Katrin Krabbe-Zimmermann im Garten ihres Hauses.

«Ich habe den Fernseher gut im Blick. Ich gucke mir alles an, verpasse keine Minute», sagt die Doppel-Weltmeisterin von 1991 in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die 39-Jährige hat Glück, dass sie in einem großen Autohaus in ihrer Heimatstadt Neubrandenburg im Kundenservice arbeitet. «Toyota ist Hauptsponsor der WM - da flimmert bei uns natürlich den ganzen Tag die WM über den Bildschirm», erklärt sie. «Ich freue mich schon riesig drauf.»

Auch nach ihrer Laufbahn mit Licht und Schatten hat Katrin Krabbe - nur unter diesem Namen ist sie den Fans bis heute bekannt - die Leichtathletikszene verfolgt. Wettkämpfe bestreitet sie nach der Clenbuterol-Dopingaffäre aber nie mehr. Am 8. Februar 1992 lässt sich die «Diva» in Karlsruhe mit einem Hallen-Sieg über 60 Meter noch groß feiern. Was keiner wusste: Das war's - mit nur 22. «Ich bin froh, dass ich diese Zeit erleben durfte. Und ich bin auch stolz darauf», meint Katrin Krabbe. «Doch dieser Lebensabschnitt ist lange beendet.»

WM-Gold über 100 und 200 Meter in Tokio machen die langbeinige Blondine weltweit bekannt, 1991 ist und bleibt das Jahr der Katrin Krabbe: Sportlerin des Jahres, Welt-Leichtathletin, Welt-Sportlerin. Mitte der 90er Jahre prozessiert sie erfolgreich gegen die durch den Weltverband IAAF auf drei Jahre verlängerte Wettkampfsperre - und «gewinnt» auch viel Geld. Dafür geht die erste Heim-WM 1993 in Stuttgart an ihr vorbei.

«Berlin kann die deutsche Leichtathletik beflügeln», sagt die ehemalige Weltklasse-Sprinterin. «Im eigenen Stadion, das wird ein Riesenspaß. Die Aktiven bekommen große Rückendeckung von den Fans.» Ihre Fans erkennen «die Krabbe» heute noch, wenn sie durch Neubrandenburg bummelt. Ein Hallo, ein Autogramm.

Um den Sprint-Nachwuchs auf ihren Paradestrecken macht sich die Ex-Weltmeisterin dagegen Sorgen: «Ich sehe im Moment keine, die da nachrückt.» An Talenten mangele es nicht, doch mit der Förderung hapert es nach Ansicht von Katrin Krabbe. «Die Sporthilfe reicht doch nicht zum Leben. Richtig gefördert werden nur die Leute, die schon ganz oben stehen», betont die Mecklenburgerin. «Für die anderen ist der Weg dahin so steinig.»

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