Kirsty Coventry hätte ein IOC-Präsidentinnenwort sprechen müssen
Nach Diskussionen um ein Helmmotiv mit toten Sportlern hat das Internationale Olympische-Komitee wenig Fingerspitzengefühl gezeigt und den ukrainischen Skeletoni Wladislaw Heraskewytsch ausgeschlossen. Der will nun Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegen. Doch Olympia ist gelaufen.

Die Olympischen Spiele 2026 haben einen Skandal. Den das Internationale Olympische Komitee (IOC) selbst produziert hat. Es hätte Wladislaw Heraskewytsch nicht ausschließen müssen. Denn der ukrainische Skeletonfahrer hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Es wurde beantragt, dass er seinen grauen Helm, der schwarz-weiße Bilder von toten Sportlern zeigt, bei den Spielen tragen darf – durfte er ja auch. Im Training. Warum nicht im Wettkampf? Der Kopfschutz zeigt keine religiösen und keine kommerziellen Statements, was verboten wäre. Dass es Heraskewytsch um Erinnerung geht, ist nicht vorgeschoben. Ja, er hätte den Helm für die eine Minute überkleben können. Wollte er aber nicht. Weil es ihm ums Prinzip geht, um die Erinnerung an die im russischen Angriffskrieg getöteten ukrainischen Sportler. Er sieht sich im Recht.
Heraskewytsch geht es ums Prinzip, und er sieht sich im Recht
Dass es der IOC-Präsidentin wichtig war, persönlich mit dem Athleten zu sprechen, zeugt von Fingerspitzengefühl. Das aber bei der überzogenen Entscheidung und dem zwischenzeitlichen Entzug der Akkreditierung fehlte. Dass Kirsty Coventry unter Tränen bedauert, dass Heraskewytsch nicht gestartet sei, ist befremdend. „Niemand, wirklich niemand, besonders ich nicht, widerspricht der Botschaft. Sie ist kraftvoll“, sagte sie. Niemand lehne die Botschaft der Erinnerung ab. Doch, das IOC. Sie. Das Thema hätte das IOC längst geräuschlos abmoderieren oder Coventry ein Präsidentinnenwort sprechen können.
Das IOC hätte die Thematik im Vorfeld geräuschlos lösen können
Der Kern des Problems ist die Frage: Was ist eine politische Botschaft? Jede Diskussion über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist gut. Die Diskussion, die jetzt rund um die Eisbahn von Cortina entstanden und noch lange nicht zu Ende ist, hat nun eine größere Dimension als sie es bei einem Abnicken des Antrags gewesen wäre. Heraskewytsch hat nichts falsch gemacht. Das IOC schon.

Stimme.de