Paris (dpa)
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Fußballprofi spricht über dramatische Flucht aus dem Iran

  
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Duckens Nazon erlebt die Angriffe aus nächster Nähe, muss ein Flugzeug verlassen und flüchtet per Minibus aus dem Iran. Wie er die Stunden schildert.

Duckens Nazon (r) musste aus dem Iran fliehen. (Archivbild)
Duckens Nazon (r) musste aus dem Iran fliehen. (Archivbild)  Foto: Maria Lysaker/ZUMA Wire/dpa

Der haitianische Fußball-Nationalspieler Duckens Nazon ist nach eigenen Worten auf dramatische Art und Weise vor den Angriffen auf den Iran geflohen. Der 31-Jährige, der für den iranischen Club Esteghlal FC spielt, habe am vergangenen Wochenende schon in einem Flugzeug nach Istanbul gesessen, erzählte er dem französischen Sender RMC. «Wir mussten das Flugzeug notfallmäßig verlassen und uns wurde gesagt, dass der Luftraum gesperrt sei, weil die Bombardierungen begonnen hatten», sagte er.

Mit einem Taxi fuhr er gemeinsam mit seinem Teamkollegen, dem ehemaligen Barça-Star Munir El Haddadi, ins Zentrum von Teheran. «Und dann sahen wir auf der Straße einen Bombenangriff direkt neben uns», sagte Nazon, der in Frankreich geboren wurde. «Die Rakete war gerade nicht weit entfernt explodiert, aber ich dachte mir, dass es in der nächsten Minute vielleicht keine weitere geben würde.»

Nazon: Sehr müde und erschöpft

Mit einem Minibus kam der Stürmer schließlich am frühen Sonntagmorgen an die Grenze zu Aserbaidschan, wo er noch länger ausharren musste, aber ausreisen konnte. Nach mehreren Tagen schaffte er es nach Frankreich. «Mir geht es gut, aber ich bin sehr müde und erschöpft von dieser turbulenten Reise», sagte Nazon. «Ich weiß momentan gar nicht, was ich denken soll. Ich bin einfach nur froh, dass ich gesund und munter bin.»

Nazon hat in 74 Länderspielen für Haiti 44 Tore erzielt. Er will mit dem Team bei der WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko antreten.

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