Warum die Welcke-Zwillinge einem ehemaligen Falken-Spieler dankbar sind
Schwestern, Brüder, Schwägerin/Schwager, Neffe/Onkel: Das sind die familiären Verbindnungen im deutschen Team bei den Spielen 2026 in Mailand und Cortina.
Bei Nika und Domen Prevc, den Fahnenträgern Sloweniens, war bei der Eröffnungsfeier das Familienverhältnis offensichtlich. Frust, Freude, Feierlichkeiten – schön, wenn man sich das Erlebnis Olympische Spiele mit jemandem aus der Familie teilen kann. Welche Familienbande gibt es im Team D? Eine Menge. Und nicht nur Geschwister.
„Es ist schon eine besondere Verbindung, wenn die Familie mit im Schlitten sitzt.“
Adam Ammour
Adam (24) und Issam (32) Ammour von Eintracht Frankfurt teilen sich sogar das Sportgerät, den Bob. Es ist aber nicht selbstverständlich, dass Issam im Zweier und Vierer des lenkenden Bruders sitzt: „Ich musste mir meinen Platz wie alle anderen auch verdienen“, hat der ehemalige Leichtathlet mit Wurzeln aus Algerien (Vater) und Frankreich (Mutter) kürzlich dem Hessischen Rundfunk gesagt. „Es ist schon eine besondere Verbindung, wenn die Familie mit im Schlitten sitzt.“

Lilli und Luisa Welcke haben einst beim Heilbronner EC gespielt
Während es die Ammours immer im Paket gibt – sie gewinnen gemeinsam und verlieren gemeinsam – sind die Ettels Konkurrentinnen. Die Snowboarderinnen Kona (18 ) und Leilani (24) Ettel vom SV Pullach sind Konkurrentinnen, in der Halfpipe Weltklasse. „Natürlich sind wir beide professionelle Athletinnen und wollen im Wettkampf ganz oben stehen“, sagt Leilani Ettel, „aber wenn Kona gewinnt, gewinnt auch ein Teil von mir.“

Bei Lilli und Luisa Welcke ist der Fall noch einmal anders: Sie sind Zwillinge, haben die Eishockey-Frauen nach Mailand geschossen, trafen jeweils beim 2:1-Sieg im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Ungarn. Die 23-Jährigen, in Heidelberg geboren, mit zwölf zum Heilbronner EC gewechselt, sind seit 2023 für die Boston University gemeinsam auf dem Eis.
Keine Selbstverständlichkeit: Gleiche Möglichkeiten für Jungen und Mädchen
Die Welcke-Zwillinge sind vor allem einem ehemaligen Heilbronner Profi dankbar, wie sie der ARD erzählt haben: Luigi Calce, ihr Trainer, „hat uns sehr unterstützt“, sagt Luisa Welcke. „Er hat uns behandelt wie alle Jungs im Team. Da haben wir uns wohlgefühlt, weil wir genau die gleichen Möglichkeiten bekommen haben.“ Jetzt spielen sie gemeinsam bei den Spielen.
„Luigi Calce hat uns behandelt wie alle Jungs im Team.“
Luisa Welcke
Eine besondere Quer- und Olympiaverbindung gibt es im Curling-Team. „Mein Papa war bereits mehrmals bei Olympia. Diese Familientradition weiterzuführen, ist für mich sehr cool“, sagt Benjamin Kapp vom CC Füssen. Der 23-Jährige ist Sohn von Andreas Kapp, deutscher Skip 1998 in Nagano, 2006 in Turin und 2010 in Vancouver. Jahrelang an Andy Kapps Seite: Bruder Uli Kapp. Und der ist seit 2018 Bundestrainer – und schon immer Benjamin Kapps Onkel.
Die deutsche Fahnenträgerin ist mit Julian Schmids Bruder verheiratet
Auch nicht ersten Grades miteinander verwandt sind Fahnenträgerin Katharina Schmid und Julian Schmid: Bindeglied ist Patrick Schmid – älterer Bruder des Nordischen Kombinierers und seit 2023 Ehemann der Skispringerin (geborene Althaus). „Ich freue mich, Familie dabeizuhaben“, sagt Julian Schmid. Seine 29-jährige Schwägerin sei immer cool drauf. „Im Privaten unterhalten wir uns nicht viel über Skispringern“, verrät der 26-Jährige.

Bei den Nordischen in Val die Fiemme gibt es zudem ein Brüderpaar, die Langläufer Jakob (19) und Friedrich Moch (25) vom WSV Isny, und ein Geschwisterpaar: Coletta (28) und Johannes Rydzek (34) sind das zweite Mal gemeinsam bei Olympia. Geht man dann gemeinsam zum Frühstück? „Wenn Coletta so früh aufstehen will, vielleicht“, sagt der große Bruder und lacht. „Wir gehen eher gemeinsam abendessen.“
„Es würde mich nicht überraschen, wenn Coletta mit einer Medaille nach Hause fährt.“
Johannes Rydzek
Die Langläuferin ist am Dienstag wie auch Teamkollegin Laura Gimmler im erweiterten Favoritenkreis – das wird sich der Kombinierer auf jeden Fall anschauen. „Es würde mich nicht überraschen“, sagt Johannes Rydzek, „wenn sie mit einer Medaille nach Hause fährt.“ Doch vorher würde natürlich gefeiert. Gemeinsam.

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