Ex-Weltranglistenerster Kaymer genießt mit Ehefrau Irene als Caddy

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Beim einzigen Golfturnier der DP World Tour in Deutschland, der BMW International Open in München-Eichenried, erleben die deutschen Profis um Martin Kaymer die Unterstützung von Tausenden Fans. Worüber der 40-Jährige mit dem einstigen Manager der Fußball-Nationalmannschaft Oliver Bierhoff spricht.

Unterwegs mit Ehefrau Irene als Caddy: Der ehemalige Weltranglistenerste Martin Kaymer bei der BMW International Open in München-Eichenried.
Unterwegs mit Ehefrau Irene als Caddy: Der ehemalige Weltranglistenerste Martin Kaymer bei der BMW International Open in München-Eichenried.  Foto: Daniel Löb

Der Junge, der dicht an der Leine steht, die den Profis den kurzen Weg von der Bahn drei zur vier auf dem Golfclub München-Eichenried frei-sperrt, ist perplex. Interessiert beobachtet er, wie Martin Kaymer seinen Putter Ehefrau Irene reicht, die ihn flugs im Tragebag versenkt. Wie vor einem Jahr ist die Fitnesstrainerin und Mutter des gemeinsamen dreieinhalbjährigen Sam erneut als Caddy des ehemaligen Weltranglisten-Ersten bei der BMW International Open dabei. Gemeinsame Zeit in Germany. Auf Höhe des Buben drückt ihm der 40-Jährige einen Ball in die Hand. Überrascht von der Geste, bleibt ihm nur ein Lächeln.

Nahbare Profis im Norden Münchens

Die deutschen Profis haben sich beim einzigen Turnier der DP World Tour in Deutschland überaus nahbar präsentiert. Auch Matti Schmid, der in dieser Saison fast ausschließlich auf der PGA-Tour spielt, hat sich am Samstag nach seiner 68er Runde viel Zeit genommen, um in aller Ruhe Autogramme zu schreiben und für Selfies zu grinsen. „So habe ich auf jeden Fall meine letzten Löcher schnell vergessen“, sagt der Regensburger. Zwei späte Bogeys an der 16 und 17 verhindern in einer sonst makellosen Runde mit „super kurzem Spiel und starken Putts“ ein noch besseres Tagesergebnis als den geteilten zwölften Platz, der ihn als besten Deutschen ausweist.In der Finalrunde am Sonntag, verfolgen den 27-Jährigen Tausende. „Es ist richtig voll. In Amerika sind viele Entertainmentfans da, die an einem Loch dabei sind und sich das ein oder andere Gläschen gönnen“, meint Matti Schmid. „Hier sind sehr viele golfbegeisterte Leute. Man merkt, dass sie an der Sache und den Spielern interessiert sind.“

Schmid bleibt 15 Schläge unter Platzstandard

Sie erleben, wie Schmid mit 273 Schlägen 15 unter Platzstandard bleibt und dank seines guten Auftritts als geteilter Siebter in der Endabrechnung sagt: „Top Ten ist immer ein super Resultat.“ Gefeiert haben die Fans am verlängerten 18. Loch, das noch mehr Raum für Dramen lässt, auch Sieger Daniel Brown. Für den 30-jährigen Engländer ist es mit 266 Schlägen der zweite Erfolg auf der DP World Tour. Damit ist er zwei Schläge vor seinem Landsmann Jordan Smith gelegen.

Kaymer genießt die Annehmlichkeiten

Aus dem Rennen um die Topplätze ist nach drei 70er-Runden an Tag vier bereits Martin Kaymer, den Spaß hat es dem zweimaligen Major-Sieger und Kapitän des Cleeks GC Teams auf der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Tour dennoch nicht genommen. Kaymer schätzt die Zeit im Norden Münchens, Eichenried zählt zu den luxuriösesten Turnieren auf der DP World Tour, bietet den Profis viele Annehmlichkeiten und verbessert sich am Sonntag mit insgesamt elf Schlägen unter Par noch auf den geteilten 19. Platz.

Zeit für einen netten Plausch

Selbst das Pro-Am – die Spaß-Löcher mit prominenten Amateuren – hat der Deutsche genossen, weil sein Wunsch-Flightpartner, Ex-Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff samt Tim Borowski und Ralph Hasenhüttl „Zeit für Fußballgespräche“ geboten hat. Sportlich fühlt Kaymer, Sieger von 2008, dass ihm die Arbeit mit Günter Kessler nach seiner von Verletzungen geprägten und mächtig frustrierenden Zeit zwischen 2022 und 2024 wieder mehr Konstanz beschert. Auch, weil der Trainer zuletzt mit in Dallas gewesen ist und für das „Feintuning“ gesorgt hat. „Ich kann in keine Glaskugel schauen“, meint der Mann aus Mettmann und empfindet es als gute Entscheidung, sich wieder mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das ist ob seiner neuen Rolle auf der LIV Tour zuletzt etwas kurz gekommen. „Wenn du als Kapitän spielst, ist viel auch abseits zu tun. Es ist ein Business, daran musste ich mich gewöhnen, dass ich nicht nur Golf spiele. Es ist noch ein Start-up, aber wir haben uns zurechtgefunden und wissen, wer was zu tun hat.“

Wiedemeyer hat noch zwei College-Jahre

Derlei Sorgen hat Tim Wiedemeyer nicht. Der Münchner hat „noch zwei Jahre College“, ehe er Pro werden wird. In Eichenried sorgt der Amateur für einige Ausrufezeichen und gibt sich doch nach dem geteilten 17. Platz als neugieriger Lernender. „Es war cool, ich habe mir alles ein wenig abgeschaut“, sagt der 20-Jährige. Auf den Flug nach Irland, wo heute bereits eine Proberunde ansteht, nimmt er sein Highlight der Woche mit. Vor der vollbesetzten Tribüne „auf der 18 aufs Grün zu laufen“, das ist sein großer Genussmoment gewesen.

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