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Die deutsche Olympia-Bilanz ist nur so lala

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Das Experiment der zerpflückten Winterspiele mit Mailand Cortina hat funktioniert, wenn auch nicht alle Athleten glücklich damit gewesen sind. 

Von lm 
Olaf Tabor, der deutsche Chef de Mission, nimmt aus Italien mit, dass andere Nationen sorgsamer mit ihren Medaillenpotenzialen umgehen.
Olaf Tabor, der deutsche Chef de Mission, nimmt aus Italien mit, dass andere Nationen sorgsamer mit ihren Medaillenpotenzialen umgehen.  Foto: Michael Kappeler

Die Jubiläumsedition der Olympischen Winterspiele war ein interessantes Experiment. Das in weiten Teilen ein Erfolg war. Die 25. Spiele in Mailand Cortina 2026 waren dort, wo der Sport zu Hause ist – genau das war bei den Veranstaltungen zuletzt in China, Südkorea und Russland nicht der Fall, so die Kritik. Ja, es hätten ein, zwei Wettkampforte weniger sein dürfen. Aber jetzt weiß man, dass zerpflückte Spiele grundsätzlich funktionieren. Sie sind die Zukunft: 2030 geht es in den französischen Alpen genau in diesem Muster weiter, dann in nur vier Regionen von Nizza bis fast nach Genf. Anders geht es kaum noch. Alle vier Jahre neue Schanzen und einen Eiskanal zu bauen, ist nicht mehr zeitgemäß.

Eiskanal bleibt die Stätte des deutschen Goldrauschs

Apropos Eiskanal. Der war, ist und bleibt die Stätte des deutschen Goldrauschs, der freilich schon größer war. Die deutsche Medaillenbilanz war weder richtig gut noch richtig schlecht. Dass die erfolgreichsten Wintersportler der Nation Rodler sind – mit den nun siebenmaligen Olympiasiegern Tobias Wendl und Tobias Arlt –, kommt nicht von ungefähr. Für die auffallend vielen vierten Plätze und Enttäuschungen gibt es verschiedene Gründe. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat erkannt, dass gerade die Norweger und die USA „sorgsamer mit ihren Medaillenpotenzialen umgehen“, hat Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport im DOSB, mitgeteilt. Mentale Stärke sei ein wichtiges Thema. Es würde bei den nächsten Winter- als auch den nächsten Sommerspielen helfen, sich hierüber einen Kopf zu machen.

Die Deutschen müssen sich einen Kopf über mentale Stärke machen

Die vergangenen zwei Wochen haben bestätigt, dass die Leistungssportreform rasch umgesetzt werden muss. Auf geht’s: Der Gesetzesentwurf soll demnächst im Bundeskabinett eingebracht, das Gesetz noch 2026 verabschiedet werden. Anders als in den Sommersportarten funktionieren die deutschen Wintersportverbände grundsätzlich. Überall der Schlüssel für künftigen Erfolg: Nachwuchs. Der hat zwei Wochen lang schöne Bilder und vorbildlichen Sport gesehen.

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