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Reitsport
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Deshalb sind die Starterfelder beim Reitturnier in Güglingen pickepackevoll

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Verblüffend volle Prüfungen beim Reitturnier in Frauenzimmern: 85 Paare in einem M-Springen, 36 im S-Springen. Stephan Fallers Vision wird wahr.

Kürzlich in Ilsfeld, am Samstag und am Sonntag nun zu Hause in Güglingen-Frauenzimmern: Jan Müller vom RV Ilsfeld auf Ciricu.
Kürzlich in Ilsfeld, am Samstag und am Sonntag nun zu Hause in Güglingen-Frauenzimmern: Jan Müller vom RV Ilsfeld auf Ciricu.  Foto: Seidel, Ralf

Wenn Reitervereine aus der Region bei ihrem Turnier ein mittelschweres, ein M-Springen ausschreiben, ist das seit einigen Jahren in der Regel ein kleines Trauerspiel. Wenn gar ein schweres, ein S-Springen dabei ist, muss man leider von einem großen Trauerspiel sprechen: Zuletzt vor knapp zwei Wochen in Ilsfeld waren beim Traditionsturnier im Großen Preis lediglich sechs Paare am Start gewesen.

Da machen die Zahlen des Springturniers am Wochenende beim Reitclub Güglingen auf dem Reiterhof Faller in Frauenzimmern schwindelig: 85 Paare haben für das M*-Springen am Samstagmittag genannt, bei den abschließenden beiden S*-Springen am Sonntag sind es 25 (sieben- bis achtjährige Pferde/15 Uhr) beziehungsweise 36 (16.15 Uhr). Wie kann das sein?

Pickepackevolle Starterfelder beim Springturnier des RC Güglingen

Stephan Faller, der den Hof betreibt, dem RC Güglingen vorsitzt und das Turnier leitet, hat vor rund einem Jahr auf Sand gebaut: „Es ist ein Ebbe-Flut-Sandplatz mit Terra-Tex-Boden – das ist das Beste, was es auf dem Markt gibt“, sagt Jan Müller. Der 48-Jährige vom RV Ilsfeld hat seine Pferde im Stall von Stephan Faller und ist ein großer Fan von Turnieren auf Rasen: „Ich kann die Reiter nicht verstehen, die Rasen meiden.“ Doch das Abstimmungs- beziehungsweise Meldeergebnis ist eindeutig.

„Es ist ein Ebbe-Flut-Sandplatz mit Terra-Tex-Boden – das ist das Beste, was es auf dem Markt gibt.“

Jan Müller

Die Reiter seien verwöhnt, wollten keine Stollen in die Hufeisen drehen, die es auf Rasen für den perfekten Halt der Pferde braucht, nennt Stephan Faller als Erklärung. Schon die Turnier-Premiere in der Dressur auf dem bemerkenswerten Platz, dessen Mischung aus Sand, Vlies und Fasern unabhängig von der Witterung immer gleich feucht ist, war vor einem Jahr überwältigend.

Sandplatz als Investition in die nächsten zehn bis 15 Jahre

Die Zahlen schmeicheln Stephan Faller natürlich, der aber eher seufzend sagt: „Wir sind leider der einzige Verein in der Region, dessen Turnier die Reiterinnen und Reiter aus nah und fern annehmen. Die anderen Vereine sind stehengeblieben.“ Die Konstellation in Frauenzimmern ist günstig: „Vor zwei Jahren habe ich gedacht: Jetzt muss ich etwas machen. Ich sehe den Sandplatz als Investition in die nächsten zehn bis 15 Jahre für meinen Reiterhof – das wäre alleine vom Verein nicht gegangen.“ Die Kosten will Stephan Faller nicht nennen („teuer, teuer!“); doch so oder so wird sein Engagement goutiert.

„Wir sind leider der einzige Verein in der Region, dessen Turnier die Reiterinnen und Reiter aus nah und fern annehmen. Die anderen Vereine sind stehengeblieben.“

Stephan Faller

Jan Müller sagt über den Informationsfluss in Sachen neuer Sandplatz in Frauenzimmern: „Die Reiter wissen das.“ Man sei ja jedes Wochenende mit den Kollegen im Gespräch. Die Namen im Teilnehmerverzeichnis sind bemerkenswert: Beispielsweise hat der Ire Thomas O’Brien (RC Heiligenbronn) 20 Pferde gemeldet, auch Anne Götter (FPF Birkenhof Eppingen) ist am Start sowie Barbara Steurer-Collée aus Eberstadt-Hölzern, Markus Kölz (PSV Burkhardshof) und Sven Schlüsselburg (PLZ Engelsberg). Der 43-Jährige aus Ilsfeld sagt: „Wir werden auch in Güglingen satteln, das muss man unterstützen. Ich werde mit jungen Pferden dabei sein.“

14 Prüfungen in zwei Tagen

Das wird sportlich: Am Samstag geht es beim Springturnier auf der Reitanlage Stephan Faller um 7.30 Uhr los, am Sonntag um 8 Uhr. Höhepunkte sind die Springprüfung Klasse M** (Samstag, 18 Uhr) sowie die abschließenden S*-Springen am Sonntag (15 Uhr und 16.15 Uhr, mit Siegerrunde). „Wenn es gut läuft, machen wir 2026 ein S**-Springen – damit es in der Region mal wieder eins gibt“, sagt Stephan Faller. Einen dritten Turniertag wollte er nicht dazunehmen: „Das wären hohe Fixkosten gewesen.“

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