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Olympia 2026

Das sagt Ukraine-Kenner Felix Loch zum olympischen Skeleton-Skandal

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Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch ist wegen seines Helmes vom IOC in Cortina ausgeschlossen worden. Das sagt Rodel-Ikone Felix Loch im Interview.

Der Helm des Anstoßes: Der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch zeigt seinen Kopfschutz mit den Fotos von getöteten Sportlern.
Der Helm des Anstoßes: Der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch zeigt seinen Kopfschutz mit den Fotos von getöteten Sportlern.  Foto: Lars Müller-Appenzeller

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch ist am Donnerstag in Cortina vom olympischen Skeleton-Rennen vor dem Start des ersten Durchgangs ausgeschlossen worden. Das sagt Rodelolympiasieger Felix Loch, Gründungsmitglied des Vereins „Athletes for Ukraine“ zu dem komplizierten Fall.

Herr Loch, Sie haben eine besondere Verbindung zur Ukraine. Wie ist Ihr Standpunkt im Fall Wladislaw Heraskewytsch?

Felix Loch: Ich kenne Wladi schon lange, er ist einfach gerade raus. Es gibt Regeln, aber so wie ich das mitbekommen habe, bewegt sich der Fall im Graubereich. Deswegen finde ich es schade für ihn, dass er sein olympisches Rennen nicht fahren kann. Ich weiß, dass es für ihn keine Option war, den Helm nicht aufzusetzen. Ganz wichtig ist, dass er zu seiner Meinung beziehungsweise zu seinem Land steht.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) war ihm entgegengekommen.

Loch: Ja, das fand ich komisch: Er hätte den Helm vor dem Wettkampf und danach zeigen dürfen, aber nicht damit fahren. Ich weiß nicht, was das soll.

Ukrainischer Skeletoni nach Gespräch mit IOC-Präsidentin ausgeschlossen 

Er ließ sich offensichtlich von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry im persönlichen Gespräch nicht umstimmen.

Loch: Er ist da ganz, ganz klar in seiner Meinung. Das war er schon immer, und deswegen hat er das jetzt einfach genauso durchgezogen. Am Ende hat er jetzt vielleicht sogar mehr Aufmerksamkeit, als wenn er in Anführungsstrichen einfach nur gefahren wäre.

Ist Gründungsmitglied des Vereins „Athletes for Ukraine“: Felix Loch.
Ist Gründungsmitglied des Vereins „Athletes for Ukraine“: Felix Loch.  Foto: Robert Michael

Was er in Interviews sehr bedauert hat – weil die Journalisten nun über ihn und nicht über seine Sportart berichten. Er sagt, er habe schon früh den Antrag gestellt, mit diesem Helm starten zu dürfen.

Loch: Richtig. Und das wurde auf die lange Bank geschoben, weil man sich in einem Graubereich bewegt und keiner eine Entscheidung treffen wollte. Kurz vor knapp wollte man nun die Reißleine ziehen. Was aber, glaube ich, ein bisschen nach hinten losgegangen ist.

Andere Nationen sollen Protest gegen den Ausschluss eingereicht haben. Würden Sie den unterstützen?

Loch: Auf jeden Fall.

War der Fall im deutschen Team Thema?

Loch: Nur ganz kurz heute Morgen. Bei mir und meiner Frau ja, wir haben schon darüber gesprochen, weil wir am Tag davor mitbekommen haben, dass es immer kritischer wird.

Bilder von rund 20 toten Sportlern

Auf dem grauen Helm von Wladislaw Heraskewytsch sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Der 27-Jährige hat angekündigt, gegen den Olympia-Ausschluss vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas protestierten zu wollen.

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