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Das Fernsehen ist wichtig für Olympia – aber nicht die Zukunft der Spiele

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Bei Olympischen Spielen zählen Medaillen und die Einschaltquoten der TV-Sender. Doch die Zukunft der Spiele sind Klicks, nicht die Quote, meint unser Autor.

Die Olympischen Spiele von Mailand/Cortina werden ein Hingucker: Vor allem im TV.
Die Olympischen Spiele von Mailand/Cortina werden ein Hingucker: Vor allem im TV.  Foto: Andrew Medichini

Der Blick zurück zeigt, wie wichtig es ist, nach vorne zu schauen. Als 1956 in Cortina d’Ampezzo erstmals „ein Abbild der sportlichen Jugend über Länder und Meere im Fernsehen ausgestrahlt wurde“, wie Sportreporter die TV-Premiere der Olympischen Spiele beschrieben, staunte die ganze Welt, hatte etwas Neues begonnen. Von dem keiner ahnte, wohin es führen würde.

In gewisser Weise wurde wahr, was viele Befürchteten, aber nicht aufzuhalten war: „Siegreiche Athleten, zu Stars geworden und vom kommerziellen Geist erobert, machen aus den Stadien allmählich Zirkusse“, sprach Comte Paolo Thaon di Revel, Präsident des Organisationskomitees von Cortina 1956, den Mitgliedern des Olympischen Komitees bei der Schlussfeier ins Gewissen.

Geld für Medienrechte hält die olympische Bewegung in Schwung

Ja, der (olympische) Sport, das Fernsehen und das Geld sind seit Cortina eine unheilige Allianz eingegangen. Aber ohne Geld geht es schlecht. Es hält die olympische Bewegung in Schwung. Kleines großes Beispiel: Das Medienunternehmen Comcast NBSUniversal zahlt für die US-Medienrechte an den Spielen von 2021 bis 2032 7,75 Milliarden US-Dollar. Wir alle wollen im olympischen Eishockey-Turnier die Besten sehen, die Profis. Als Sportfest der Amateure konnten die Olympischen Spiele nicht überleben.

In Cortina steht die Olympische Familie erneut am Scheideweg. Die neue Währung sind nicht Einschaltquoten, sondern Klicks. Das lineare TV wird es weiterhin geben. Aber wie richtet sich das Internationale Olympische Komitees (IOC) mit Blick auf Tiktok und Co. aus?

Neue digitale Wege für die altvertraute olympische Botschaft

Diese Frage wird gerade in einer Arbeitsgruppe diskutiert, die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, Mutter zweier Töchter, 2025 ins Leben gerufen hat. Die olympische Botschaft ist dieselbe, sie muss aber neue digitale Wege gehen. Damit die Stars, und die Stars von morgen, weiterhin die größtmögliche Bühne haben.

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