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Vierschanzentournee
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Bei den Österreichern stimmt die Mischung aus Alt und Jung

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Österreichs Skispringer haben ihre Krise überwunden – Besondere Momente für Jonas Schuster, den Sohn des Ex-Bundestrainers

Strahlt nach Platz zwei wie ein Sieger: Daniel Tschofenig, Titelverteidiger bei der Vierschanzentournee, ist zuletzt weit weg vom Podium gewesen.
Strahlt nach Platz zwei wie ein Sieger: Daniel Tschofenig, Titelverteidiger bei der Vierschanzentournee, ist zuletzt weit weg vom Podium gewesen.  Foto: Daniel Karmann

Es war allen im rot-weiß-roten Lager klar, dass es nicht so weitergehen konnte: Bis Montag waren die vorherigen sechs Springen der Vierschanzentournee allesamt von Österreichern gewonnen worden, vor einem Jahr schnappten sich die Austria-Adler gar elf der insgesamt zwölf Podestplatzierungen.

Doch obwohl der Slowene Domen Prevc das Auftaktspringen der 74. Vierschanzentournee mit unglaublichem Vorsprung gewann, war die Lage im Lager der Österreicher am Montagabend äußerst entspannt – denn die Wochen zuvor waren schwierig gewesen. „Die Trainer und wir alle sind sehr, sehr happy“, sagte Stefan Kraft, bester Skispringer der vergangenen zehn Jahre, zur Situation der Skisprungnation.

Fünf Österreicher sind unter den besten Zehn gelandet

„Fünf Österreicher unter den besten Zehn – da sieht man, wie gut wir gearbeitet haben“, frohlockte der Achte des Gesamtweltcups, wobei er mit seinem neunten Platz in der Tageswertung nicht so recht zufrieden sein konnte und wollte – Kraft hat 17 Meter Rückstand auf Prevc. Der Tourneesieg ist nicht mehr realistisch. Aber es geht ums große Ganze.

„Großen Respekt, wie sich Daniel Tschofenig zurückgekämpft und es wieder aufs Stockerl geschafft hat“, freute sich Kraft für seinen Teamkollegen. Platz zwei war quasi die Wiedergeburt des Titelverteidigers, der den Winter mit einem Sieg in Lillehammer begonnen hatte und sich wie seine arrivierten Teamkollegen plötzlich auf Plätzen zwischen Rang zwölf und 18 wiederfand. „Wir haben in den vergangenen Tagen echt viele Dinge richtig gemacht, cooles Training gehabt“, sagte der 23-jährige Kärtner, der in Innsbruck lebt.

Markus Eisenbichler hatte ihn zuletzt für seine schlechte Körpersprache kritisiert. „Ich gebe ihm Recht“, hatte Daniel Tschofenig am Samstag noch gesagt, „das war meinem schlechten Springen geschuldet.“ Jetzt sind die Arrivierten zurück, auch Jan Hörl (27) als Vierter von Oberstdorf ist in der Tourneewertung auf Stockerlkurs.

Lockerheit zeichnet nicht nur Jonas Schuster aus

Während das Trio Kraft, Tschofenig und Hörl schwächelte, waren die Jungen da: Stephan Embacher (19/Siebter von Oberstdorf) holte sechs Top-Ten-Ergebnisse, Jonas Schuster (22/Achter) war in Engelberg auf die Plätze fünf und sechs gesprungen. „Ich bin sehr respektvoll im Weltcup-Team aufgenommen wurden“, sagte der Sohn des ehemaligen Bundestrainers Werner Schuster, der einst mit seinem Opa Willy aus dem Kleinwalsertal „oft beim Auftaktspringen der Tournee in Oberstdorf“ zugeschaut hatte. Jetzt ist er erstmals dabei, nachdem er zwei Jahre lang im zweitklassigen Continental-Cup vorne dabei gewesen war.

Das Team der Österreicher ist gut durchmischt

Österreichs Cheftrainer Andreas Widhölzl ist stolz auf seine sieben Tourneestarter, die in Oberstdorf unter den besten 17 landeten. „Ich finde gut, dass das Team so gut durchgemischt ist. Man merkt, dass die Jungen einfach extrem viel Talent haben.“ Mit der Jägerrolle bei der Tournee sei er fein, „diesmal haben die anderen den Rucksack“. Was seinen Siegertypen in den vergangenen Wochen gefehlt habe: „Die Lockerheit im Wettkampf.“ Die ist zurück. Bei den Österreichern geht es wieder in die richtige Richtung.

Und Daniel Tschofenig freut sich jetzt auf das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, wo er vor einem Jahr den Grundstein zum ersehnten ersten österreichischen Tourneegesamtsieg nach zehn Jahren gelegt hatte: „Ich glaube, das wird wieder richtig cool.“

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