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Olympia-Kolumne
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Alte Devotionalien, neue Bekanntschaft in Cortina

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Der Ex-Weltklasse-Abfahrer Kristian Ghedina ist nicht nur im Olympia-Ort Cortina bekannt. Ein Grund ist auch das „Al Passetto“, seine Pizzeria. Wer eine Überraschung im Gepäck hat, erhält von Ghedinas Onkel Giorgio sogar ein Freigetränk. 

Giorgio Ghedina ist der Onkel des ehemaligen Skirennläufers Kristian Ghedina und  führt das "Al Passetto" in Cortina, eine Pizzeria.
Giorgio Ghedina ist der Onkel des ehemaligen Skirennläufers Kristian Ghedina und führt das "Al Passetto" in Cortina, eine Pizzeria.  Foto: Lars Müller-Appenzeller

Cortina d’Ampezzo, die Perle der Dolomiten, ist ausgesprochen klein. Doch die Anzahl der Persönlichkeiten, die das 5500-Einwohner-Örtchen hervorgebracht hat, ist ausgesprochen groß. Das Internet führt 59 berühmte Töchter und Söhne auf. Darunter sind ein Architekt, ein Maler und ein Erfinder. Der Rest: allesamt Sportskanonen. Der bekannteste Name auf der Liste: Kristian Ghedina. Vor 25 Jahren war der damalige Weltklasse-Abfahrer mit dem Ristorante Ghedina verbandelt. Ich habe das Papier-Tischset mit Fotos und seinen Erfolgen bei der damaligen Dienstreise mitgenommen – Journalisten sind Jäger und Sammler.

Journalisten sind Jäger und Sammler

Das „Al Passetto“ gibt es noch. Es elektrisiert Sportfans. Mit Fackeln, olympischen Fackeln überall an den Wänden. Und da, eine Vitrine mit Devotionalien der Bob-Legende Eugenio Monti (er ist kein Ampezzani, kommt nicht aus Cortina): das olympische Diplom der Spiele 1968 in Grenoble, sein Helm und seine Schuhe inklusive Karton mit der Aufschrift „Die Marke mit den 3 Riemen“. Links daneben die goldene Gams von Kristian Ghedinas Sieg in Kitzbühel 1998. Der Laden ist zehn Minuten nach Öffnung bis auf den letzten Platz gefüllt, die Pizza ist gut. Doch wir werden nach dem Essen rasch aufgefordert zu gehen. Unseren Tisch übernimmt das britische Skeleton-Team um Olympiasieger Matt Weston. Aber gehört die Pizzeria Kristian Ghedina? Was macht der heute 56-Jährige?

Ein Papier-Tischset mit Fotos und Erfolgen des einstigen Weltklasse-Abfahrers Kristian Ghedina
Ein Papier-Tischset mit Fotos und Erfolgen des einstigen Weltklasse-Abfahrers Kristian Ghedina  Foto: Lars Müller-Appenzeller

Wem gehört denn nun das „Al Passetto?

Der Mann hinter der Kasse trägt eine Brille in den italienischen Nationalfarben, sieht Kristian Ghedina sehr ähnlich. „Ich bin sein Onkel“, sagt Giorgio Ghedina, starrt auf das nostalgische Papier-Tischset, lässt die wartenden Gäste stehen, ruft seinen Oberkellner und bittet um ein gemeinsames Foto – inklusive Tischset. Kristian arbeitet während der Spiele bei Eurosport, man konnte am Montag unter olympics.com an einem virtuellen Meet und Greet mit ihm teilnehmen. Sein Onkel lädt mich strahlend auf ein Getränk ein. Geht nicht, ich muss hinaus in die Sportstadt, rauf zu Eugenio Montis Erben an die Bobbahn. Ich versichere, dass ich wiederkomme. Bald. Nicht erst in 25 Jahren.

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