So sieht der Sportdirektor des SGV Freiberg die Reform-Vorschläge für die Regionalliga
Arbeitsgruppe stellt zwei Reform-Modelle für die Regionalliga vor. Dabei kristallisiert sich ein klarer Favorit heraus.
In der Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform im deutschen Fußball wurde am Mittwoch lange und intensiv diskutiert. Am ganz späten Abend wurden dann auch zwei Vorschläge veröffentlicht, wie denn die vierthöchste Spielklasse im deutschen Fußball künftig aussehen soll. Denn seit Jahren gibt es fünf Staffeln, aber nur vier Aufsteiger. Dementsprechend groß ist die bundesweite Unzufriedenheit.
Die nun auf dem Tisch liegenden Reform-Vorschläge beseitigen die aktuelle Ungerechtigkeit, dass Jahr für Jahr ein Meister aus dem Norden, Bayern oder Nordosten nicht aufsteigen darf. Aufgrund der Verbandsgröße und Mitgliederstärke sind die Meister aus dem Westen und Südwesten bisher als fixe Aufsteiger gesetzt.
Als Drittligist wäre der SGV Heilbronn-Freiberg gar nicht betroffen
Der aktuelle Regionalliga-Südwest-Tabellenführer SGV Freiberg wird ab dem Sommer als SGV Heilbronn-Freiberg in Heilbronn spielen. „Am liebsten wäre es mir, wir sind nicht betroffen“, sagt SGV-Sportdirektor Dieter Gerstung. Hieße nämlich: Der neue Heilbronner Verein ist künftig als Drittligist raus aus allen Änderungen in der Spielklasse darunter. Beide Reform-Ideen sehen vier Regionalligastaffeln vor, die aber nach unterschiedlichen Gesichtspunkten gestaltet werden.

Beim sogenannten Kompassmodell werden die vier Staffeln mit ihren 80 Teams anhand der Entfernungen zusammengestellt. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sollen dabei die Reisedistanzen möglichst klein gehalten werden. Der Nachteil besteht für manche Vereine darin, dass sie im einen Jahr gegen Teams im Süden der Republik, im anderen Jahr gegen Teams im Westen spielen. „Das Kompassmodell ist das gerechtere“, sagt Dieter Gerstung. Klar ist ihm aber auch: „Man kann nicht jedem zu 100 Prozent gerecht werden.“ Die meiste Zustimmung bei Fans und Verantwortlichen dürfte es für das Kompassmodell geben.
Das Für und Wider der beiden Modelle
Beim Regionenmodell hingegen bliebe im Westen und Südwesten alles wie bisher. Also auch für den neuen Heilbronner Club, so denn der Sprung in die 3. Liga nicht gelingen sollte. Dafür müssten im Norden, Nordosten und in Bayern aus drei Staffeln deren zwei werden. Nachteil hierbei: Die eigentlich attraktivste Staffel (Nordost) mit den meisten Zuschauern wird zerschnitten, viele Ost-Duelle dürften entfallen. Für die Südwest-Clubs ist das Regionenmodell hingegen das attraktivere, weil Teams wie Offenbach, Homburg oder Trier nicht in die Weststaffel abwandern würden. „Wir wollten konkrete Lösungsvorschläge vorlegen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen können“, sagt Michael Vesper als Vorsitzender der AG Regionalliga-Reform. Nun haben die Landesverbände und die Teams die Wahl.
Kein Thema bei der Viertliga-Reform ist ein Ausschluss der U 23-Teams gewesen. „Vier Staffeln und keine U 23-Teams der Profiteams mehr, das wäre Wettbewerbsgerechtigkeit“, sagt Dieter Gerstung. Ebenfalls komplex dürften die angestrebten einheitlichen Lizenzierungsbedingungen werden. In Bayern gibt es etliche Viertligisten, die auf Sportplätzen spielen, die weit entfernt von Profifußball-Arenen wie in Offenbach, Stuttgart, Jena oder Erfurt sind. Das neue Modell mit vier Regionalliga-Staffeln muss vom DFB-Bundestag abgesegnet werden. Im besten Fall würde es ab der Saison 2028/2029 umgesetzt. Als Qualifikationssaison dient in diesem Fall die Spielzeit 2027/2028.
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