Freiberg nach 0:4-Klatsche weit weg vom Aufstieg
Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach nutzt im Topspiel der Regionalliga Südwest die Fehler des SGV Freiberg gnadenlos aus.

Der Traum vom Drittligafußball in Heilbronn, er ist für die Saison 2026/27 wohl endgültig geplatzt. Das deutliche 0:4 (0:2) des künftigen SGV Heilbronn-Freiberg bei der SG Sonnenhof Großaspach hat den Aufstieg des SGV Freiberg in weite Ferne rücken lassen. Sechs Punkte liegt der einstige Tabellenführer nun hinter dem aktuellen Spitzenreiter Großaspach, hat dazu vor den finalen vier Partien noch das deutlich schlechtere Torverhältnis von 30 im Vergleich zu 45 (Sonnenhof Großaspach).
Der Aufstieg ist für den SGV Freiberg in weite Ferne gerückt
Zwei Siege noch – und Großaspach hat den Durchmarsch aus Liga fünf in Liga drei vollbracht. Erst mit 15 Minuten Verspätung ging die Begegnung am Mittwochabend es los. Um 19 Uhr standen noch zu viele Zuschauer vor den Eingängen. Zu groß war der Andrang für das Regionalliga-Spitzenspiel. Die beiden Teams verschwanden deshalb 20 Minuten vor dem geplanten Anpfiff in die Katakomben, wo sich die Freiberger mit lauter Musik und wummernden Bässen zuvor schon warmgemacht hatten. Stadionsprecher Tai Volkmer erinnerte vor dem Anpfiff an ein Landesliga-Duell der beiden Club vor 27 Jahren, bei dem 2000 Zuschauer dabei waren. Diese Zahl wurde diesmal natürlich locker getoppt. 6015 Zuschauer waren es.

6015 Zuschauer in Großaspach sorgen für eine mehr als würdige Kulisse
Als der Ball dann rollte, war die Sonne gerade dabei, hinter den Bäumen zu verschwinden, wodurch die Haupttribünen-Besucher nicht mehr so geblendet wurden. Aber viele Höhepunkte gab es zu Beginn eh nicht zu sehen. Man merkte beiden Teams an, wie viel auf dem Spiel beim Duell Rot-Schwarz (SG Sonnenhof Großaspach) gegen Blau-Weiß (SGV Freiberg) stand. „Uns ist bewusst, wie sehr diese Begegnung aktuell polarisiert“, hatte Sonnenhof-Trainer Pascal Reinhardt vorher noch gesagt.

Sonnenhof-Trainer Pascal Reinhardt weiß um die polarisierende Begegnung
Das beste Heimteam gegen das beste Auswärtsteam, der beste Sturm (80 Tore) gegen die beste Abwehr (27), das versprach viel. Zu viel. In den ersten 30 Minuten gab es keinen einzigen Schuss auf das Tor. Es mangelte an spielerischen Highlights, die Nervosität dominierte auf beiden Seiten. „Ruhig, Kontrolle“, rief Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku seinen Spielern zu.
Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku versucht seine Spieler zu beruhigen
Und genau diese Spielkontrolle ging dem SGV in der 38. Minute komplett verloren. Torwart Benedikt Grawe rutschte leicht weg, spitzelte dadurch Fabian Eisele den Ball an der Strafraumgrenze in den Fuß. Der Regionalliga-Toptorjäger nahm diese Einladung dankend an, lupfte den Ball zum 1:0 ins SGV-Tor. Die Freiberger Mitspieler bauten ihren Mitspieler jedoch umgehend auf. Doch Grawe wurde nur kurz danach endgültig zur tragischen Freiberger Figur des Abends.
Aus dem einen Bock wurde ein Doppel-Bock. Direkt nach dem Sonnenhof-Führungstreffer sah Grawe erneut ganz schlecht aus. Bei einem Kleinschrodt-Pass in die Tiefe zögerte Grawe ein bisschen zu lange, kam somit zu spät, als Loris Maierzu schnell am Ball war. Grawe foulte den Großaspacher klar. Den fälligen Foulelfmeter zum 2:0 (42.) verwandelte Eisele zu seinem insgesamt 101. Regionalligator und dem bereits 22. in dieser Saison. Es wurde nach der Pause nicht besser aus Freiberger Sicht.

Fabian Eisele macht sein 22. Tor in dieser Saison
Elias Rahn sorgte in der 55. Minute mit einem Traumtor aus spitzem Winkel für die Entscheidung. 3:0 für Großaspach. Eisele hätte beinahe in der 65. Minute noch das 4:0 nachgelegt. Das gelang dann auf Vorarbeit des starken ehemaligen Hollenbacher Michael Kleinschrodt Loris Maier in der 78. Minute. Game over, SGV Freiberg.
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