Zwei Spieler machen Unterschied im Derby Schozach-Bottwartal gegen Bönnigheim
Männer der SG Schozach-Bottwartal gewinnen das Derby gegen den TSV Bönnigheim, der einen neuen Trainer braucht. Kurioses Vergehen von SG-Torhüter Thomas Fink.

Derbysieg ist Derbysieg, auch an einem Sonntagabend. Doch das Nachbarschaftsduell der Oberliga-Männer der SG Schozach-Bottwartal und des TSV Bönnigheim hätte mehr Zuschauer verdient gehabt: Die Langhanshalle in Beilstein war alles andere als pickepackevoll. Wegen des Wintereinbruchs wollte auch jeder schnell nach Hause. Kurzum: So richtig auskosten konnten die Roten von der Spielgemeinschaft ihren 33:30 (15:12)-Erfolg gegen die Blauen des Turn- und Sportvereins nicht.
„Ein Derby am Sonntagabend ist schon ein bisschen ungünstig.“
Max Schulze
Unterhaltsames Spiel „Ein Derby am Sonntagabend ist schon ein bisschen ungünstig“, sagte Max Schulze, der mit seinen elf Toren für die SGSB eine prägende Figur des unterhaltsamen Spiels war. Neben Thomas Fink. So vereitelte der Torhüter in der 40. Minute den Ausgleich zum 21:21, Sekunden später traf Schulze zum 22:20.
TSV Bönnigheim hat Max Schulze im Griff, der trotzdem elf Tore macht
Ab dem 12:12 (28. Minute) waren die Bönnigheimer immer dran, „aber wir haben es nicht geschafft, uns zu belohnen, auf Gleichstand zu stellen“, sagte TSV-Trainer Simon Weiberle. Er bescheinigte seiner Mannschaft ein „großteils gutes Spiel, Max hatten wir ganz gut im Griff. Aber wir verlieren das Torhüter-Duell klar.“ Die Kombination Thomas Fink/Maximilian Ernst war einfach besser als das Duo Mario Schultz/Felix Kerber.

Wobei die spektakulärste Torhüterszene eine zweifelhafte Parade von Thomas Fink in der elften Minute war: SG-Trainer Timo Stauch hatte Fink gegen einen weiteren Feldspieler ausgewechselt, als der Ball verloren ging. Fink wechselte zurück aufs Feld und klärte einen Distanzwurf des TSV auf das vermeintlich leere SG-Tor einige Meter vor seinem Revier, dem Sechsmeterkreis, mit den Beinen.
Zwei-Minuten-Strafe für Thomas Fink wegen unsachgemäßen Verteidigens
Timo Stauch umschrieb das später schön als „unsachgemäßes Verteidigen“. Was zweifelsohne eine Strafe nach sich ziehen musste. Aber welche? Zwei Minuten? Rote Karte? Immerhin waren sich beide Trainer einig: „Keine Ahnung“, sagten Weiberle und Stauch später unisono. Die Schiedsrichter Felix Chemnitz und Niklas Korn entschieden jedenfalls auf Zwei-Minuten-Strafe.
„Du kannst nicht Woche für Woche sagen, dass du gut gespielt hast – und nie punkten.“
Simon Weiberle
Das war beim Stand von 4:4 nicht spielentscheidend. „Aber emotional hat das bei uns für einen Bruch gesorgt, meine Spieler waren mit anderen Themen beschäftigt“, sagte Simon Weiberle. Seiner Mannschaft habe er nach der Schlusssirene gesagt: „Du kannst nicht Woche für Woche sagen, dass du gut gespielt hast – und nie punkten.“ Die Bönnigheimer bleiben mit acht Zählern weiterhin Tabellenletzter.
Ziel des Tabellenletzten TSV Bönnigheim bleibt der Klassenerhalt
Das Ziel des TSV ist und bleibt der Klassenerhalt. Aufgrund einer Neuigkeit umso mehr: Simon Weiberle und Co-Trainer Julian Weresch haben ihre Verträge nicht verlängert. „Wir wollen etwas Neues machen. Deshalb ist es noch wichtiger, unsere Ziele zu erreichen.“

Beide unter Druck Dass das Derby der Schlusspunkt des 15. Spieltages war, hatte beide unter Druck gesetzt, weil im Tabellenkeller kräftig gepunktet wurde. „Wir haben dem heute standgehalten“, freute sich Thomas Fink, der mit seinem vierjährigen Sohn („Der ist schon ein kleiner Handballer“) auf den Schultern hüpfend den Derby-Sieg und die Rückkehr auf Platz acht gefeiert hatte. Seine Leistung bezeichnete er als „okay“.
Manndeckung von Max Schulze war für die SG hilfreich, findet der Trainer
Was Timo Stauch nicht wunderte: „Thomas hat einen persönlichen Anspruch, den andere in dieser Liga nicht haben“, erklärte der SG-Trainer. Was ihn freute: „Die Bönnigheimer haben uns den Gefallen getan, Max in Manndeckung zu nehmen. So konnte ich ihn in der Abwehr länger bringen. Seine elf Tore waren ganz wichtig.“ Dass sich seine Truppe viele Technische Fehler leistete, war Timo Stauch am Ende egal: „Derbysieg ist Derbysieg.“
SG Schozach-Bottwartal: Fink, Ernst – Schulze (11/3), Kienzle (5/1), Kornmann (4), Lehmann (4), Linder (4), Gries (2), Koch (1), Reichert (1), Stahl (1), Carpouzis, Hornung, Keller.
TSV Bönnigheim: Schultz, Kerber – Müller (6), L. May (2), J. May (7/3), Bachmann, Galluccio, Herter (2), Mack (4), Zundel, Orth (1), Schmid, Track (5/1), Horst, Tingler.
Schiedsrichter: Felix Chemnitz/Niklas Korn.
Siebenmeter: SGSB: 4/5; TSV: 4/6.
Zeitstrafen: 4/3.
Disqualifikation: Maxim Gries (SGSB/47.).
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