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Was im Topkampf der Red Devils schief gelaufen ist

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Ringer Bundesligist Red Devils Heilbronn unterliegt zum Rückrundenstart gegen den neuen Spitzenreiter und deutschen Mannschaftsmeister ASV Mainz.

Ungewohntes Bild: Ramazan Ramazanov (rotes Trikot) in Bedrängnis. Der Heilbronner Punktegrant unterliegt unerwartet in einem Schlüsselkampf.
Fotos: Alexander Bertok
Ungewohntes Bild: Ramazan Ramazanov (rotes Trikot) in Bedrängnis. Der Heilbronner Punktegrant unterliegt unerwartet in einem Schlüsselkampf. Fotos: Alexander Bertok  Foto: Bertok, Alexander

Mattenduelle zwischen den Red Devils Heilbronn und dem ASV Mainz sind stets eine hoch emotionelle Angelegenheit, da gibt es auch schon mal verbale Wortgefechte. Doch am Samstag flogen die Giftpfeile nicht zwischen den Hausherren der Neckargartacher Römerhalle und dem deutschen Mannschaftsmeister hin und her, sondern trafen Ringrichterin Ramona Scherer, die für ihre Entscheidungen mal von Heilbronner, mal von Mainzer Seite kritisiert wurde.

Ringrichterin Scherer trifft keine Schuld an der Niederlage

Auch aus dem etwa 300 Köpfe starken Publikum waren in der entscheidenden Phase des Mannschaftskampfs die Rufe "Schieber, Schieber" zu hören. Doch an der Aschaffenburgerin, die auch international im Einsatz ist, lag es nicht, dass die Roten Teufel dem Meister mit 12:16 unterlagen. Diese Niederlage und den Sturz von Tabellenplatz eins hatten die Heilbronner selbst zu verantworten.

"Mainz war einfach besser, egal wie die Kampfrichterin entschieden hat oder nicht. Rein vom Papier hätten wir als Sieger von der Matte gehen müssen", brachte es Devils-Trainer Adam Juretzko auf den Punkt. "Jetzt sind wir die Jäger und nicht mehr die Gejagten. Das ist bitter. Herum zu lamentieren und Schuldige zu suchen, das bringt aber nichts."

Die Roten Teufel geben die Schlüsselkämpfe ab

Die Enttäuschung im Lager der Heilbronner war groß. "Wir haben in der zweiten Hälfte durch zwei Schlüsselkämpfe verloren", analysierte der ehemalige Abteilungsleiter Jens Petzold, der zur Pause ein 16:12 vorhergesagt hatte - allerdings zugunsten seines Teams. Einer dieser Schlüsselkämpfe war das Duell des Heilbronner Punktgaranten Ramazan Ramazanov gegen Alexander Semisorov.

"Da haben wir zwei, drei Punkte für uns eingerechnet", sagte Jens Petzold und lobte die Leistung des Mainzers. "Semisorov hat einen Wahnsinnskampf gezeigt. Aber das darf nie passieren. Ein WM-Dritter muss gegen einen deutschen Meister gewinnen. Das ist einfach so." Auch die Niederlage von Karan Mosebach gegen Mohammad Damankoshk war nicht eingeplant. Im Hinkampf hatte Juretzko gegen Damankoshk mit einem 16:4-Erfolg den Heilbronner 15:13-Sieg perfekt gemacht.

Schon der Auftakt ging für die Red Devils schief. Im 57-Kilo-Greco unterlag Dovudzhon Toshev bei seinem Saisoneinstand dem Mainzer Adem Burak Uzun unerwartet mit 6:9. Auch das ist ein Schlüsselduell gewesen.

Bereits in diesem ersten Kampf kochten auf Mainzer Seite die Emotionen hoch. ASV-Trainer David Bichinashvili lieferte sich mit der Kampfrichterin einen Disput, sah erst die gelbe, dann die rote Karte und musste - wie schön häufiger in der Vergangenheit - die Mattenzone verlassen.

Greco-Ass Eduard Popp schlägt sich auch im Freistil sehr wacker

Schwergewichtler und Greco-Spezialist Eduard Popp ging im Freistil auf die Matte, hielt seine Niederlage jedoch in Grenzen. Recep Topal glich zum 4:4 aus. Der ehemalige Mainzer Etka Sever unterlag 0:2 zum 4:5 in der Teamwertung. Abdolmohammad Papi sorgte technisch überlegen für die 8:5-Pausenführung der Red Devils, die Taimuraz Friev nach Wiederbeginn auf 12:5 ausbaute. Die Niederlagen von Ramazanov, Juretzko - mit 71 Kilo im 80 Kilo-Limit auf der Matte - und Mosebach führten zum 12:12. Die Mannschaftspleite der Heilbronner war damit besiegelt, da schon auf der Waage klar war, dass im letzten Kampf Genzhe Genzheev gegen den internationalen Top-Ringer Murad Kuramagomedov vier Punkte an Mainz abgeben würde. "Es ist einiges schief gelaufen. Die Verantwortlichen haben im Vorfeld alles richtig gemacht, wir haben sehr gut aufgestellt", sagte Petzold. "Die Sportler haben nicht alles abgerufen, um gegen den deutschen Meister zu gewinnen."

Adam Juretzko hofft nun auf einen Rückrunden-Patzer der Mainzer: "Die Niederlage tut weh. Wir sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet, müssen in der Rückrunde alle weiteren Kämpfe gewinnen." Heilbronn gewann zwar das erste Duell 15:13, doch durch den 16:12-Erfolg der Rheinland-Pfälzer liegen diese bei Punktgleichheit im direkten Vergleich vorne - und nur Platz eins garantiert bei der Auslosung der Playoff-Kämpfe in Runde eins einen leichteren Gegner.

Hin und Her: Red Devil Karan Mosebach (rotes Trikot) liegt erst 0:2 hinten, geht dann 6:2 in Führung, um am Ende doch noch mit 6:9-Punkten zu verlieren.
Hin und Her: Red Devil Karan Mosebach (rotes Trikot) liegt erst 0:2 hinten, geht dann 6:2 in Führung, um am Ende doch noch mit 6:9-Punkten zu verlieren.  Foto: Bertok, Alexander
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