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Überraschung: Frauen des TC Bad Friedrichshall sind  bestes Team Württembergs

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TC Bad Friedrichshall ist württembergischer Mannschaftsmeister der Winterhallenrunde. Lorena Schädel erzählt, wie in Nairobi ihr Handy explodierte.

Von lm
Ehrensache: Wie ausgemacht, lief die Neckarsulmerin Lorena Schädel am Wochenende für ihren Jugendverein TC Bad Friedrichshall auf.
Ehrensache: Wie ausgemacht, lief die Neckarsulmerin Lorena Schädel am Wochenende für ihren Jugendverein TC Bad Friedrichshall auf.  Foto: Ralf Seidel

 Es ist ein unglücklicher Zeitpunkt, an einem Sonntagabend einen Titel zu gewinnen. Rosalie Willig-Barreuther lachte und sagte: „Um das zu feiern, werden wir uns noch einmal treffen.“ Es muss eine große Feier werden, denn es war ein großer Erfolg: Mit den beiden Heimsiegen am Samstag gegen den VfL Sindelfingen (6:0) und am Sonntag gegen den TC Tübingen (5:1) haben die Frauen des TC Bad Friedrichshall den Titel in der Württembergstaffel gewonnen.

„Wir wollten eigentlich einfach nur nicht absteigen.“

Kim Gysin

Ja, die Frauen aus dem Kocherwald sind die beste Frauenmannschaft in der Winterhallenrunde im Württembergischen Tennis-Bund. „Das ist sehr erfreulich, eher unerwartet“, ordnete Abiturientin Kim Gysin ein. „Wir wollten eigentlich einfach nur nicht absteigen.“

Frauen des TC Bad Friedrichshall sind in der Winterhallenrunde top

Die Winterhallenrunde, die sich von Ende November bis Anfang März zieht, wird nicht ganz so ernst genommen wie die Sommerrunde – auf ausländische Spielerinnen wird bis auf wenige Ausnahmen verzichtet. Großes Tennis ist mitunter trotzdem zu sehen.

Und egal, wie groß die Anstrengungen der Konkurrenz in den noch ausstehenden Spielen der kommenden Wochen sein werden: die Bad Friedrichshallerinnen Marleen Gläser, Kim Gysin, Jana Nolte, Lorena Schädel, Rosalie Willig-Barreuther und Tanja Winkler sind nach vier Siegen in vier Matches nicht mehr von Platz eins zu verdrängen, haben die Runde bereits beendet.

Komisches Match in Nairobi: 6:0, 6:0

Hilfreich war selbstverständlich, dass Lorena Schädel, die im Sommer für den BASF TC Ludwigshafen in der 2. Bundesliga aufschlägt, am Wochenende die Spitzenposition übernahm. Ehrensache. „Ich habe hier in der Jugend gespielt“, sagte die in Heidelberg studierende Neckarsulmerin. Nach wie vor möchte die 25-Jährige nicht über das komische Match Anfang des Jahres beim ITF-Turnier in Nairobi sprechen.

„Schon während des Turniers ist mein Handy explodiert.“

Lorena Schädel

Sie gewann 6:0, 6:0 gegen die Ägypterin Hajar Abdelkader, die im Wortsinne wie eine Anfängerin spielte. Videos gingen um die Welt. Unzählige Interview-Anfragen seien auf sie eingeprasselt. „Schon während des Turniers ist mein Handy explodiert“, sagte Lorena Schädel, die Sport und Geografie auf Lehramt studiert.

Ihr Ziel ist es, in etwa zwei Jahren damit fertig zu sein und auch als Lehrerin zu arbeiten – und zumindest bis dahin weiterhin in aller Welt Tennis zu spielen. „Es ist schwierig, wenn du dich ins Flugzeug setzt und sagst: diese Reise muss sich lohnen. Man setzt immer etwas Geld, ja.“

Jede Reise, jedes Turnier ist eine Chance

Aber es sei jedes Mal eine Chance, die unabhängig von der Ranglistenposition eine Bereicherung sei, sagte Lorena Schädel, die auf Platz 1062 der Weltrangliste geführt wird und laut Homepage der Spielerinnenorganisation WTA bisher 980 US-Dollar Preisgeld gewonnen hat.

Nicht auszudenken, was möglich wäre, würden Lorena Schädel und Kim Gysin (Württembergligist TC Ludwigsburg) im Sommer auch für den TC Bad Friedrichshall spielen. „Unser Team bleibt grundsätzlich unverändert“, sagte Trainer Michael Gysin am Sonntagabend. 

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