Udo Riglewski hat beim Prestigeobjekt des TC Weissenhof eine besondere Rolle
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Der Gemminger Udo Riglewski leitet als Cheftrainer beim TC Weissenhof Stuttgart ein außergewöhnliches Projekt. Peter Mayer-Tischer führt die neue Akademie.
Der Tennisplatz ist nach wie vor sein Wohlfühlort: Udo Riglewski ist von Gemmingen über München und Hamburg nun in Stuttgart angekommen.
Foto: imago sportfotodienst
Als Siebenjähriger stand er erstmals in Lauffen auf dem Tennisplatz, eroberte von Gemmingen aus die Tenniswelt, war der erfolgreichste Tennisprofi aus der Region. Nach seiner Profikarriere arbeitete er in Hannover, München und Hamburg, seit Jahresbeginn verantwortet er mit nun 59 Jahren ein deutschlandweit einmaliges Tennisprojekt in Stuttgart, so dass man sagen kann: Udo Riglewski ist zurück zu Hause. Denn er hat eine ganz spezielle Verbindung zur Stadt im Talkessel.
„Ich kenne keinen Verein in Deutschland, der so viel investiert wie der TC Weissenhof“, sagt Udo Riglewski, dessen Bruder Kristian in Heilbronn und deren Vater Reiner nach wie vor in Gemmingen lebt. „Jetzt bin ich wieder öfter mal da“, sagt Udo Riglewski, der zwischen Hamburg und Stuttgart pendelt, nun der Cheftrainer auf dem Weissenhof ist. Warum Stuttgart?
Cheftrainerposten beim TC Weissenhof Stuttgart reizte Udo Riglewski richtig
„Weil ich über die sehr professionelle Ausschreibung gestolpert bin, die mich richtig gereizt hat. Und weil ich schon sehr lange eine emotionale Verbindung zum Verein habe.“ 1984 und 1985 spielte Udo Riglewski in Stuttgart Bundesliga – beim TEC Waldau. Was ihm im September 1985 eine Wildcard für den Mercedes-Cup auf dem Weissenhof bescherte. „Es war mein erstes und mein letztes Turnier auf der ATP-Tour“, erzählt Udo Riglewski am Telefon. Es war das Erweckungserlebnis.
„Ich habe mehrmals die Woche mit Ivan Lendl trainieren können.“
Udo Riglewski
Dass der 19-Jährige aus Gemmingen sich bis ins Viertelfinale spielte und erst gegen den Tschechen Tomas Smid verlor (5:7, 6:7), war eine große Sache. Noch größer: „Ich habe mehrmals die Woche mit Ivan Lendl trainieren können.“ Der hatte zuvor die US Open gewonnen, siegte auf dem Weissenhof im Einzel und im Doppel. „Dieses Turnier“, sagt Udo Riglewski, „habe ich 14 Jahre gespielt.“ Schöne Erinnerungen.
Club hat Anlage in Stuttgart-Botnang aufgekauft
Schöne Aussichten: Der TC Weissenhof kaufte vor bald einem Jahr die etwa fünf Kilometer entfernte Tennisanlage in Stuttgart-Botnang. Dort werde Geld aus den Einnahmen der Boss-Open, wie das ATP-Turnier seit 2022 heißt, in ein Jugendleistungszentrum investiert, erzählt Udo Riglewski. Das Clubhaus werde umgebaut, es entstehen Übernachtungsmöglichkeiten und ein Fitnessbereich. Der Club verfügt dann über Rasen-, Sand- und Hartplätze.
„Das ist was für angehende Profis“, sagt Udo Riglewski über die Außenstelle. Die ehemalige Nummer sechs der Doppel-Weltrangliste hat ein Pyramidensystem für den TC Weissenhof entwickelt: für Kinder auf Clublevel, die ein Mal die Woche trainieren, auf Teamlevel (mit Mannschaftstraining), und auf Turnierlevel (auch von außerhalb).
Peter Mayer-Tischer leitet ab 1. September die Jugendakademie
Leiter der Jugendakademie wird ab 1. September Peter Mayer-Tischer, ehemals Kapitän beim damaligen Regionalligisten TC Bad Friedrichshall. Der 43-Jährige war einst ebenfalls auf der ATP-Tour unterwegs, hatte bei der First-Line Tennis Academy in Murr und in seiner eigenen Akademie Talente ausgebildet. Beim TC Weissenhof Stuttgart geht was – unter anderem mit zwei festangestellten Athletiktrainern. Und unter der Führung des mehrmaligen Siegers der Heilbronn Open.
Gut so wie es war
Udo Riglewski ist mit sich und seiner Profikarriere im Reinen, auch wenn er nicht so erfolgreich war wie sein Jugendfreund Boris Becker. „Er hat auch auf dem Center Court von Wimbledon an sich geglaubt – ich nicht so ganz, ich hatte zu viel Respekt vor meinen Gegnern“, sagt der 59-Jährige aus Gemmingen. Über das Doppel, oft an der Seite von Michael Stich, habe er dies kompensieren können. Im Einzel schlug Riglewski, Weltklassespieler im Doppel, Goran Ivanisevic, luchste John McEnroe oder Jimmy Connors einen Satz ab.
Udo Riglewski brachte es in der Weltrangliste im Einzel bis auf Platz 82, beendete 1995 seine Karriere. Der zehnmalige Turniersieger (Doppel) war 1996 und 1997 Turnierdirektor der Tennis-WM in Hannover, arbeitete in München, später in Hamburg als Trainer in Clubs beziehungsweise leitete eine Tennisschule. Einen Trainerschein hat er nie gemacht. „Das habe ich irgendwie verpasst“, sagt Udo Riglewski.
Fortbildung bei Chris Evert und Aaron Krickstein
Seinen Trainern rate er, alle Scheine zu machen – im Wissen: „Wie man im Match auf diese oder jene Situation reagiert, das lernt man in keiner Trainerausbildung.“ Oft hole er sich Rat bei Kollegen, als Fortbildung dienten Besuche in den USA an den Akademien bei Größen von einst wie Chris Evert, Aaron Krickstein und Jimmy Arias. Zentrale Frage dabei sei es, so Riglewski: „Was bringt die Kinder weiter?“
Udo Riglewski steht nach wie vor viel auf dem Platz. Als Trainer mit „20 Stunden Jugendtraining, plus Mannschafts- und Privattraining“. Als Spieler, wenn er bei den Herren 40 oder Herren 50 gebraucht wird. Udo Riglewski bleibt in Bewegung. Neuerdings wieder in Stuttgart.
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