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Sport-Union Neckarsulm: Forschen und entdecken, auch abseits des Sports

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Wenna Tu ist zur Nummer zwei der Neckarsulmer Drittliga-Frauen aufgestiegen und sorgt gegen Korntal für den 6:2-Endstand.

Wenna Tu (rechts) gewann gegen den TSV Korntal am Sonntag nicht nur das Doppel an der Seite von Minh-Thao Nguyen (links).
Wenna Tu (rechts) gewann gegen den TSV Korntal am Sonntag nicht nur das Doppel an der Seite von Minh-Thao Nguyen (links).  Foto: Bertok, Alexander

Es gibt nicht nur einen Tennisarm, der Schmerzen verursacht, sondern auch einen Tischtennisarm. Den Schlagarm von Wenna Tu zierte am Sonntagnachmittag eine kleine Apparatur, die Druck auf die schmerzende Stelle ausübt. „Wenn ich sie dran mache, dann schmerzt es nicht“, sagt Neckarsulms neue Nummer zwei, die in der Rückrunde nun auf Position zwei zum Einsatz kommen wird.

Laptop und Maus haben bei Wenna Tu für Schmerzen gesorgt

Dabei stammen die Probleme ja gar nicht vom Tischtennis. „Das ist eher vom Laptop und der Maus“, sagt die Studentin der Medizintechnik. Beim 6:2 über den TSV Korntal zum Rückrunden-Start in der 3. Liga steuerte Wenna Tu trotzdem zwei Siege bei. Mit dem finalen Fünf-Satz-Erfolg im Zweierduell gegen Mariam El Habech machte sie den Deckel drauf auf den gelungenen Ligastart 2026.

SU Neckarsulm – TSV Korntal 6:2 Hessenthaler/Mödinger – Tominjak/El Habech 15:13, 9:11, 9:11, 11:4, 11:3  1:0Tu/Nguyen – Pardela/Chen 10:12, 11:7, 11:3, 11:9   2:0Hessenthaler – El Habech 12:10, 11:3, 11:5  3:0Tu – Tominjak 9:11, 11:7, 3:11, 9:11  3:1Nguyen – Chen 11:8, 11:4, 11:9  4:1Mödinger – Pardela 12:10, 11:3, 10:12, 11:9  5:1Hessenthaler – Tominjak 11:8, 8:11, 6:11, 5:11  5:2Tu – El Habech 9:11, 11:4, 9:11, 11:2, 11:2  6:2

Früher, als sie zu den besten Jugendspielerinnen Deutschlands zählte, da trainierte Tu täglich. Mittlerweile ist sie froh, wenn sie zwei Mal pro Woche am Stützpunkt in Böblingen am Tisch steht. „Die Prioritäten haben sich verschoben“, sagt sie. Im April geht es für vier Monate nach Japan, nach Saitama. Die Forschungsarbeit im Masterstudiengang Medizintechnik führt die 23- Jährige in jenes Land, in dem sie geboren wurde und die ersten zwei Lebensjahre verbrachte. „Ich kann die Sprache aber nicht“, sagt sie. Im Labor in Japan setzt sie auf die Forschungssprache Englisch.

Der Tischtennisschläger kommt ins Reisegepäck  

Ihr Tischtennisschläger wird übrigens auch zum Reisegepäck gehören. Im August 2026 kehrt sie dann zu einem Drittligisten zurück oder wagt sich auch die Sport-Union an eine Forschungs- und Entdeckungsreise in der zweite Liga? Neckarsulm ist aktuell Zweiter, Rang eins ist an Schönmünzach vergeben.

Doch das deutsche Frauen-Tischtennis ist ein bisschen in Aufruhr. Schließlich hat der TSV Langstadt seinen Rückzug aus der 1. Bundesliga bekanntgegeben, auch die zweite Mannschaft in der 2. Bundesliga hat keine Zukunft mehr. Der Grund? Die Last werde von zu wenigen Ehrenamtlichen getragen, teilten die Hessen unlängst mit. Damit reiht sich Langstadt in die lange Liste der Rückzieher aus der höchsten Spielklasse ein. Standorte wie Bad Driburg, Busenbach, Böblingen und Jena zählen auch dazu.

Nur sieben Teams in der höchsten Spielklasse

In der höchsten deutschen Spielklasse sind ohnehin nur sieben Teams (!) am Start. Was das mit den Drittliga-Frauen der Sport-Union zu tun hat? Wenn (mindestens) zwei Teams aus höheren Klassen zurückziehen, dann könnte das auch Folgen für den aktuellen Drittliga-Zweiten haben, weil die Ligen oben aufgefüllt werden müssen. „Wenn ein Angebot käme, dann müssten wir uns zusammensetzen“, sagt Neckarsulms Trainer Christian Hofmann. Bisher laufen die Kaderplanungen für die Drittliga-Spielzeit 2026/2027. „Mir wäre es zu viel Aufwand“, sagt Wenna Tu, die mit Neckarsulm schon 2. Bundesliga gespielt hat.

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