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Ringer-Größe Hannes Wagner stellt fest, "dass die Jugend ein bisschen verweichlicht"

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Olympia-Kandidat Hannes Wagner war bei den deutschen U14-Meisterschaften der Ringer in Heilbronn dabei und hat mit seiner Anwesenheit die jungen Athleten angespornt.

Hannes Wagner
Foto: dpa
Hannes Wagner Foto: dpa  Foto: IMAGO/United World Wrestling / Kadir C

Unter den Landestrainern sind bei den Ringer-Meisterschaften U14 in der Römerhalle auch bekannte und erfolgreiche Gesichter wie der zweimalige Ex-Weltmeister Rifat Yildiz und der EM-Dritte von 2020, Hannes Wagner, gewesen. Der 28-Jährige gehört seit Jahren zum bayerischen Landestrainer-Team und hat in Neckargartach dem Nachwuchs Tipps gegeben. Und das, obwohl für den Bundesliga-Ringer vom AC Lichtenfels in drei Wochen die Olympia-Qualifikation in Istanbul ansteht.

 

Herr Wagner, ein Nationalmannschafts-Ass unter Jugendlichen. Trainieren Sie nicht für Istanbul?

Hannes Wagner: Grundsätzlich ist schon viel zu tun, und ich fahre auch am Samstagabend wieder heim. Denn am Sonntagmorgen geht es für eine Woche nach Ungarn ins Trainingslager mit der Nationalmannschaft, dann sind wir noch eine im Heimbereich, ehe es nach Istanbul geht. Ich mache das mit dem Landestrainer jetzt schon ein paar Jahre - und wenn es die Zeit zulässt, bin ich dabei und versuche etwas zurückzugeben und die Jungs zu unterstützen.

 

Mehr Motivation geht kaum. Allein Ihre Anwesenheit spornt die Athleten immens an.

Wagner: Es gibt ambitionierte Kinder, die wirklich Spaß am Ringen haben und weit kommen wollen. Die fragen auch nach und fiebern mit. Manche Eltern sind nicht so begeistert, wenn ihre Kinder zu uns kommen. Aber die Jugendlichen nehmen es schon gut auf, wenn ich dabei bin, hören auf mich und freuen sich, wenn ich mich mit einbringe.

Selbst die Athleten sagen, das Niveau der Meisterschaften sei nicht so stark wie noch 2023. Bestätigen Sie das?

Wagner: Da ich im vergangenen Jahr nicht dabei war, kann ich das nicht vergleichen. Aber zu meiner Zeit war das Niveau noch deutlich höher. Ich habe schon festgestellt, dass die Jugend ein bisschen verweichlicht. Früher war noch ein ganz anderer Zug dahinter, da wurde man noch richtig geschliffen. Jetzt ist es einfach anders, es wird den Kindern und Jugendlichen oftmals auch so vorgelebt. Als Trainer ist man ebenfalls vorsichtiger.

Wie meinen Sie das?

Wagner: Man schreit nicht viel oder scheißt sie mal nicht so zusammen. Sonst bekommt man am Schluss noch von den Eltern eins auf den Deckel, weil sie das nicht teilen. Die Interessen haben sich vielleicht auch verlagert, die Jugendlichen sind nicht mehr ganz so hungrig. Und entsprechend auch nicht mehr bereit, sehr hart zu trainieren. Das hat sich schon deutlich geändert.

Wie erleben Sie darüber hinaus die Meisterschaften in Neckargartach?

Wagner: Ich finde, das Team um Eduard Popp hat das gut im Griff. Es ist sehr übersichtlich mit den zwei Matten, sehr gut organisiert. Es hat alles Hand und Fuß, eine wirklich klasse Veranstaltung.

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