Riesen Ludwigsburg machen Schritt in Richtung Playoffs
Ludwigsburg schlägt Rostock mit 75:61 und darf an die Verlängerung der Saison denken.

Miko Riipinen war bestens gelaunt. Erst schmiss er sich für die Fotografen in eine Siegerpose. Dann warf er das gelbe Konfetti, das kurz davor aufs Parkett regnete, in Richtung Zuschauer. Und während er mit der Mannschaft auf Guard Terrell Haris wartete, ließ er die gelben, funkelnden Papierschnipsel lachend über sich selbst rieseln. Guard Harris stellte sich derweil noch den Fragen beim Interview des Streamingdienstes Dyn und spielte beim abschließenden Jubel mit den Fans eine Hauptrolle.
Mühevoller, aber auch wichtiger Sieg
Der 75:61-Sieg der MHP Riesen Ludwigsburg am Samstagabend gegen die Rostock Seawolves war ebenso wichtig wie mühevoll. Das wusste auch der Trainer. Denn es war ein großer Schritt in Richtung Playoffs oder zumindest Play-Ins der Basketball Bundesliga BBL.Noch Vieles ist möglich
Die ersten sechs Teams der Tabelle qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, die zwei verbleibenden Plätze spielen die Teams von Rang sieben bis zehn aus. Zumindest da wollen die Riesen (7./34:28 Punkte) dabei sein. Und seit Samstagabend sind die Chancen deutlich gestiegen. Die Rostocker auf Platz elf haben schon sechs Punkte (28:32) weniger als Ludwigsburg. Andererseits sind davor die Würzburg Baskets (6./34:28) sowie Ulm (5./36:28) in Reichweite.
Platz sechs wäre wichtig, um Berlin und München aus dem Weg zu gehen
Noch einen Platz gutzumachen wäre für die Riesen insofern wichtig, um in der ersten Playoff-Runde den Übermannschaften Bayern München und Alba Berlin aus dem Weg zu gehen. Diese beiden Teams sind wie Bamberg schon fix für die Playoffs qualifiziert. Je nach Club stehen auch nur noch drei bis fünf Spiele in der Hauptrunde aus. Für Ludwigsburg könnte es am letzten Spieltag ein Entscheidungsspiel um Rang sechs im direkten Duell gegen Würzburg geben. Davor geht es aber erst noch nach Braunschweig zum Tabellenletzten und zu Hause gegen den Tabellenführer München.
Jedes Spiel ist schon jetzt wie ein Playoff-Spiel für Ludwigsburg
„Man muss jedes Spiel angehen, als wäre es ein Playoff-Spiel. Das haben wir auch gesagt, als noch fünf Spiele zu gehen waren - ab da hieß es: Für uns sind das jetzt Playoffs“, sagte Riipinen nach dem Erfolg gegen Rostock. Zu weit nach vorne blicken wollte der Trainer aber nicht, auch nicht auf die Resultate der Kontrahenten: „Am Ende wollen wir natürlich so weit oben wie möglich landen. Im Moment bin ich im Hier und Jetzt, und der volle Fokus liegt auf diesem Spiel. Ich weiß natürlich, dass auch die anderen Spiele laufen und dass sie Auswirkungen haben können, aber unser Fokus liegt auf uns und auf dem heutigen Spiel. Ich weiß eigentlich genau, wie die anderen Spiele ausgegangen sind und wie sich das auf uns auswirkt, aber wir gehen Spiel für Spiel. Für mich ist die Leistung das Wichtigste.“ Und diese war gegen Rostock nicht überzeugend. Das Positivste war noch, dass sich die Ludwigsburger nach einem schwachen ersten Viertel (19:26) gesteigert haben und das Spiel noch drehten.Harris als Faktor
Terrell Harris als wichtiger Faktor
Ein wichtiger Faktor dabei war Terrell Harris, der erst vor knapp einem Monat zur Mannschaft gestoßen war. „Es ist immer schwierig, wenn man in so einer Phase kommt“, sagte Riipinen. „Aber er wurde von der Mannschaft mit offenen Armen empfangen und gut aufgenommen.“ Der Guard bringt Kontrolle ins Spiel der Ludwigsburger, und vor allem kann er Stefan Smith entlasten, wenn dieser wie am Samstag vom Gegner aus dem Spiel genommen wird. „Ich denke, seine Leistung ist ein wichtiger Teil davon. Man sieht, dass er uns Stabilität und Erfahrung gibt und in wichtigen Momenten Ruhe reinbringt. Das ist sehr hilfreich für eine junge Mannschaft, die viel Energie und Intensität hat. Wir brauchen genau diese Balance“, sagte Riipinen.
Und auch Harris sagt bei Dyn: „Wir haben unglaublich viel Talent im Team. Ich bin gerade erst dazugekommen und versuche, mich vollständig zu integrieren. Ich lerne noch, wann ich aggressiv sein muss und wann nicht. Ich mache einfach das, was die Mannschaft von mir braucht. Ich will dem Team helfen.“ Gerade in den Play-Ins oder Playoffs könnte er ein noch wichtigerer Faktor werden.
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