Wienold: Erst durchgewurstelt, dann souverän zum DM-Titel
Richard Wienold von der TSG Heilbronn nach erneutem Meisterschaftsgewinn Rekord-DM-Champion im 6-Reds-Snooker

Luca Kaufmann gratulierte einem freudig lächelnden Richard Wienold anerkennend, wie schon 2024. In einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels um die deutsche Meisterschaft in der Snooker-Variante 6-Reds verteidigte der Spieler der TSG Heilbronn im Billard-Zentrum am Pfühlpark seinen Titel souverän. Vor knapp zwölf Monaten setzte sich Wienold an gleicher Stätte in einem dramatischen Finale nach 2:4-Rückstand noch mit 5:4 gegen Kaufmann durch. Diesmal war der Bundesliga-Spieler von der TSG Roth gegen den Heilbronner Lokalmatador beim 0:5 am Sonntagnachmittag chancenlos.
„Das ist mein dritter Titel, damit bin ich jetzt alleiniger Rekordhalter“, sagte Wienold, der sich 2022 erstmals die nationale Krone im 6-Reds-Snooker geholt hatte, aber auch im herkömmlichen Snooker mit 15 roten Kugeln bereits dreimal Deutscher Meister bei den Männern (2017, 2022 und 2023) sowie zweimal in der Jugend (2017 und 2019) war.
Richard Wienold hat bei nationalen Titelkämpfen bereits 11 Goldmedaillen gewonnen
„Somit habe ich jetzt acht Einzeltitel gewonnen“, blickt Wienold zudem auf „zwei Bundesliga-Meisterschaften und einen Team-Pokalerfolg mit der TSG Heilbronn“ und damit auf insgesamt elf Goldmedaillen bei nationalen Titelvergaben zurück. Auch auf internationaler Ebene weist der 26-Jährige Erfolge vor, unter anderem mit einer Bronzemedaille bei der 6-Reds-WM 2024.
Wienold war pessimistisch in seine Heim-DM gestartet, äußerte sich kritisch über seine Trainingsleistungen und fühlte sich eher nicht in der Form für seinen dritten DM-Titel im 6-Reds Snooker. Selbst noch am Samstag zeigte sich Wienold unzufrieden, trotz klarer Dominanz in seiner Vorrundengruppe und dem 4:1-Erfolg im Achtelfinale gegen den Oberhausener Daniel Sciborski. „Ich habe mich durchgewurschtelt“ kommentierte Wienold den ersten Turniertag.
Wienold liefert Topleistungen ab, wenn er geordert wird
Er habe schwach angefangen, sich „aber ins Turnier reingesteigert“, sagte Wienold. „Das Halbfinale war mein zweitbestes und das Finale tatsächlich mein bestes Spiel an diesem Wochenende. Wenn ich musste, dann habe ich auch geliefert.“ Mit einem Lächeln schob Wienold nach: „Ich bin halt ein Turnierspieler.“
Die Performance von Wienold am Final-Sonntag passte. Er gab gegen den Saarländer Patrick Fuchs im Viertelfinale ebenso keinen einzigen Frame ab wie auch im Halbfinale beim nächsten 4:0 über Patrick Klaiber (TSG Roth) und beim abschließenden Endspiel. Gegen Fuchs gelang Wienold mit 71 zudem das höchste Break der diesjährigen Meisterschaft.
„Ich bin enttäuscht über meine Leistung im Finale, nachdem es bis dahin nahezu perfekt gelaufen ist für mich“, gab Kaufmann zu Protokoll und schob zum klaren 0:5 nach: „Ich habe nicht das gespielt, was ich vorher gespielt habe. Das hat mich schon ein bisschen geärgert. Es ist aber keine Schande gegen Wienold zu verlieren.“
Drei weitere Teilnehmer der TSG Heilbronn vorzeitig ausgeschieden
In Soner Sari musste ein weiterer Vertreter der Billard-Abteilung der TSG Heilbronn im Achtelfinale gegen den Koblenzer Miro Popovic überraschend frühzeitig die Segel streichen. Sari zählte im Vorfeld der nunmehr vierten DM-Vergabe in Folge in Heilbronn zu den Titelaspiranten. Für Diana Stateczny und Suphi Yalman, ebenfalls TSG Heilbronn, waren die deutschen Meisterschaften nach der Gruppenphase beendet.
„Ich bin leider ganz knapp ausgeschieden, aber alles gut. Ich hatte eine starke Gruppe erwischt, das ist halt so bei einer deutschen Meisterschaft“, haderte Stateczny als einzige Frau im Feld der 31 Teilnehmer aber schon ein wenig mit ihrem Pech. „Nach zwei Siegen und einer Niederlage entschied der direkte Vergleich über das Weiterkommen.“ Und da lagen zwei Konkurrenten, die ebenfalls jeweils zwei Siege zu Buche stehen hatten, vor der mehrmaligen deutschen Meisterin im 15-Reds-Snooker der Frauen aus Bochum.
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