Traum vom direkten Wiederaufstieg der Hakro Merlins Crailsheim ist geplatzt
Merlins Crailsheim verlieren Spiel fünf der Playoff-Viertelfinalserie gegen Phoenix Hagen. Noch vor dem offiziellen Saisonabschluss haben die Verantwortlichen ein Fazit der Saison gezogen.

Am Samstagabend um 21:53 Uhr ist der Traum vom direkten Wiederaufstieg der Hakro Merlins Crailsheim geplatzt. Center Theo John zog sich wie Point Guard Vinnie Shahid das Trikot vors Gesicht. Aus Ärger, aus Enttäuschung, aus Frust. Kurz zuvor hatte der Dreierversuch von Maurice Stuckey sein Ziel verfehlt. Sincere Carry schnappte sich zwei Sekunden vor der Schlusssirene den Rebound und wurde gefoult. Er verwertete beide folgende Freiwürfe – und Phoenix Hagen gewann das fünfte und entscheidende Spiel der Playoff-Viertelfinalserie mit 77:73.
Merlins laufen die ganze Zeit einem Rückstand hinterher
Allerdings rannten die Gastgeber fast das komplette Spiel einem Rückstand hinterher. 17:26 hieß es nach dem ersten Viertel, 36:41 zur Halbzeit. Crailsheim war zwar immer dran, schaffte es aber nie, selbst in Führung zu gehen und Druck aufzubauen. Mit 54:58 ging es ins Schlussviertel. Die Merlins kämpften zwar, doch die entscheidenden Würfe fanden bei Hagen das Ziel, nicht bei den Gastgebern.
„Diese Niederlage ist schmerzhaft und tut uns sehr weh. Heute war unser Effort und die Defense sehr stark, aber wir haben offensiv nicht immer unsere Würfe getroffen“, sagte Trainer David McCray. „Ich wollte mich auf jeden Fall bei der Mannschaft, dem Backoffice und den Fans bedanken. Die Stimmung war – wie schon die ganze Saison über – überragend. Trotz des frühen Ausscheidens aus den Playoffs war das alles in allem eine Saison, auf die wir und Crailsheim stolz sein können. Dann greifen wir nächstes Jahr wieder an!“
Hage spielt nun gegen Trier um den BBL-Aufstieg
Während für die Merlins damit die ProA-Saison beendet ist, spielt Hagen nun in der Halbfinalserie gegen Trier um den Aufstieg. Im zweiten Halbfinale stehen sich Gießen und Jena gegenüber. Die beiden Sieger spielen dann nächste Saison in der ersten Bundesliga.
„Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte Ingo Enskat, Leiter Sport der Merlins. „Ich will noch gar nicht glauben, dass es vorbei ist. Ich hätte Bock darauf, dass es weitergeht.“ Doch die Hagener hatten in der Serie auf Augenhöhe die bessere Effizienz. „Es fällt uns unglaublich schwer, uns zu belohnen“, sagte Enskat. „Wir lassen zu viele Punkte liegen.“ Ein Problem, das sich durch die gesamte Saison zog.
Ingo Enskat, Leitung Sport der Merlins, zieht trotz des Ausscheidens ein insgesamt positives Fazit
Trotz der Enttäuschung, trotz des vielleicht auch unnötigen Ausscheidens zog Enskat ein insgesamt positives Saisonfazit. „Die Leute haben die zweite Liga angenommen. Man hat gesehen, wie viel Bock die Region auf Basketball hat. Darauf müssen wir in der nächsten Saison aufbauen“, sagte der Leiter Sport. „Wir haben uns in diesem Jahr weiter entwickelt. Es war ein wichtiges Jahr für uns, in dem das ganze Umfeld wieder Selbstvertrauen gesammelt hat. Ich bin stolz darauf.“ So gab es auch in der Clubführung einige Veränderungen.
Auch Lukas Lienert, seit Kurzem zweiter Geschäftsführer an der Seite von Martin Romig, wies auf den Umbruch und Neuanfang hin. „Für uns als Verein ist es wichtig, dass wir stabil bleiben. Wir haben uns weiter entwickelt. Auch wenn man den Auswärts-Support sieht, den wir in dieser Saison hatten. Wir wollen weiter wachsen, nachhaltig wachsen. So war es auch die erste Saison für David McCray als Cheftrainer und Bogdan Radosavljevic als Sportlicher Leiter. Auch sie haben sich weiter entwickelt.“
Crailsheim hat nach dem Umbruch etwas Lehrgeld bezahlt
Dazu wurde die Mannschaft komplett neu zusammengestellt. „Ich würde mich freuen, wenn wir in der nächsten Saison einige Gesichter wiedersehen. Aber man braucht natürlich auch einige neue Impulse“, sagte Enskat. Am Mittwoch findet nun in der Stadt der offizielle Saisonabschluss statt. Für den einen oder anderen Spieler sicher nur ein Abschied auf Zeit, während andere nicht wiederkommen werden.
Martin Romig meinte: „Wir mussten etwas Lehrgeld bezahlen. Aber so ist es, wenn man einen Neustart macht.“ Der Geschäftsführer fügte aber auch hinzu: „Uns muss klar sein, die Halle ist endlich. Wir brauchen einen größeren Barbereich, mehr Zuschauer. Wir sind ein kleiner Standort in der großen Basketball-Welt. Aber wir werden es nächste Saison wieder angehen und lassen uns nicht unterkriegen.“
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