Sport-Union Neckarsulm bleibt weiter sieglos und steht mit dem Rücken zur Wand
Sechste Niederlage im sechsten Spiel: Sport-Union Neckarsulm unterliegt dem Heidelberger TV und hat das Kellerduell gegen den Vorletzten vor der Brust.

Harry Tanner war nach der sechsten Niederlage im sechsten Saisonspiel maximal angefressen. Dem Spielertrainer des Zweitligisten Sport-Union Neckarsulm rutschte das F-Wort während seiner Ansprache im Spielerkreis rund 30 Mal heraus. Sein verletzter Spielertrainer-Kollege Erick Mutaki Kerre wählte danach den eher aufmunternden, leisen Ton. Fakt ist: Nach der 14:45 (14:18)-Heim-Niederlage gegen den Heidelberger TV steht die Sport-Union mit dem Rücken zur Wand.
Kellerduell gegen den Vorletzten am Samstag in Untereisesheim
An diesem Samstag, 15. November, um 14 Uhr ist der Tabellenvorletzte Walferdange zu Gast in Untereisesheim. Die Luxemburger haben immerhin schon drei Zähler auf dem Konto und trotzten dem Tabellenführer Rottweil zuletzt ein 29:29-Remis ab. Das Kellerduell zum Abschluss der Hinrunde dürfte also hinsichtlich der Abstiegsfrage bereits wegweisend sein.
Das Problem der Neckarsulmer in dieser Saison ist offenkundig: Es fehlen arrivierte Spieler, das Team ist zu unerfahren. „Wir haben viele Neulinge und Quereinsteiger in unseren Reihen. Die sind alle motiviert, aber es fehlt teils noch an den Grundlagen“, sagt Kerre. Hinzu kommen die obligatorischen Verletzten, ihn selbst eingeschlossen. Eine schwerwiegende Nackenverletzung zwingt den Kenianer derzeit zum Zuschauen. „Natürlich würde ich lieber auf dem Feld stehen, aber für das Coaching ist es gar nicht so schlecht, wenn einer draußen steht und alles im Blick hat“, sagt Kerre mit Blick auf seinen spielenden Trainerkollegen Tanner. „Wenn du selbst spielst, kannst du gar nicht den Überblick behalten.“
In der ersten Hälfte war die Partie gegen den Heidelberger TV ausgeglichen
Gegen die bis dato ebenfalls schwächelnden Heidelberger entwickelte sich am vergangenen Samstag zunächst eine Partie auf Augenhöhe. Zwar gingen die Gäste durch zwei frühe Versuche von Nicolas Kurzer (1. Minute) und Benjamin Kurzer (7.) mit 10:0 in Führung, doch in der Folge stabilisierten sich die Gastgeber. Karl Siambe – einer der wenigen erfahrenen Akteure in den Reihen der Neckarsulmer – antwortete in der zwölften Minute mit dem ersten Versuch für die Sport-Union. Dank Tanners erfolgreicher Erhöhung stand es nur noch 7:10.
Zwar zogen die Heidelberger anschließend mit einem Straftritt und einem weiteren Versuch von Peter Karlson wieder auf 18:7 davon. Doch Christian Siemens brachte seine Mannschaft noch vor dem Seitenwechsel wieder heran (34.). Da Tanner den Erhöhungskick erneut verwandelte, stand es nach 40 Minuten nur noch 14:18 aus Sicht der Neckarsulmer.
Zweite Hälfte gerät für die Neckarsulmer zum Desaster
Damit war für die zweite Spielhälfte noch alles möglich. Doch die wurde zum Desaster und ging mit 0:27 verloren. Die bis dahin geordnete Defensive fiel auseinander. Offensiv ließen die Kräfte zusehends nach.Die Heidelberger hatten vergleichsweise leichtes Spiel, gewannen jetzt nahezu alle Zweikämpfe. „Was bei uns im Training schon gut funktioniert, bekommen wir im Spiel noch nicht konstant umgesetzt. Da sind eine andere Intensität und Härte gefragt“, erklärt Kerre. Seine Spieler seien über ein gelungenes Tackling oder einen Durchbruch oft selbst überrascht.
„Sie schauen mich dann an und ich rufe immer nur: ‚Spielt weiter‘“, sagt Erick Mutaki Kerre. Gegen die Luxemburger aus dem 9000-Einwohner-Ort Walferdange soll am Samstag noch einmal alles aufgeboten werden, was der Kader hergibt. „Die Winterpause müssen wir nutzen, um gezielt an unseren Schwächen zu arbeiten, um die nötigen Punkte in der Rückrunde zu holen“, sagt Kerre.
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