Sofie Obenlands Begeisterung zum Sport kommt nicht von ungefähr: Das Herz der Eltern schlug für den Reitsport, ein eigenes Pferd war auf dem heimischen Hof untergebracht. Die heute 18-Jährige, die zwei ältere Brüder hat, entschied sich aber nicht für ein Leben im Sattel, sondern entschied sich für den Ball. Auch der Schritt in eine Funktionsposition als Trainer und Vorstandsmitglied war naheliegend. Es war „die Mentalität, die ich in die Wiege gelegt bekommen habe“.
Nach der Schule Ehrenamt: Sofie Obenland ist in ihrer Freizeit für andere da
Sofie Obenland engagiert sich in ihrer Freizeit begeistert viele Stunden ehrenamtlich. Ob Training oder Turnieraufsicht, die 18-Jährige ist mit Begeisterung dabei.

Im Ehrenamt ist die 18-jährige Sofie Obenland quasi ein alter Hase. Bereits mit zwölf Jahren hat sie sich als Bambini-Trainerin beim SC Ilsfeld eingebracht. Inzwischen hat sie selbst ihre eigenen sportlichen Ambitionen hinten angestellt und ihre Kickstiefel an den Nagel gehangen. Das Schönste sei es nämlich, einem Kind beizubringen, wie es geht, und zu sehen, wie es ein Tor schießt. „Man trägt da ja schon seinen Beitrag dazu bei.“ Man könne die Entwicklung der jungen Spielerinnen und Spieler betrachten. Und bekomme auch etwas zurück, erklärt Obenland begeistert: „Leuchtende Kinderaugen sind doch einfach das Schönste, was man sehen kann. Oder nicht?“
Mit zwölf Bambini-Trainerin: Sofie Obenland engagiert sich beim SC Ilsfeld ehrenamtlich
Ihr ehrenamtliches Engagement hat ihr nun eine große Ehre eingebracht. Vor Kurzem wurde die Ilsfelderin beim Ehrenamtstag des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) und des Fußballbezirks Franken zur Bezirkssiegerin der Kategorie Fußballhelden ausgezeichnet. „Mut zum Ehrenamt“, appelliert Obenland.
Ehrenamtliches Engagement hat allerdings auch seine Schattenseiten. „Manchmal ist das schon anstrengend.“ Nach zehn Stunden Schule sei die Motivation nicht immer groß. Aber wenn sie auf den Sportplatz komme, sei es doch gut. Und die Schülerin betont: „Es ist einfach unglaublich erfüllend.“ Auch wenn ein Ehrenamt Aufwand bedeute, Kraft, Zeit und Energie koste, „man erlebt so unfassbare Momente, wächst über sich hinaus, hat eine persönliche Weiterentwicklung“. Nils Stratemeyer, Jugendleiter beim TGV Eintracht Beilstein, ist sich sicher, dass ihr Engagement Obenland viel Selbstbewusstsein gebracht hat. Er sitzt gemeinsam mit ihr im ABI-Rat der Spielgemeinschaft aus Abstatt, Beilstein, Ilsfeld und Unterheinriet und lobt den Einsatz der Funktionärskollegin: „Es gibt keinen in dem Alter mit der Kompetenz, der das macht.“
Dass sie oft aus der Gruppe der Trainer heraussticht, kann Sofie Obenland bestätigen. „Die Jüngste bin ich eigentlich immer.“ Meist werde sie auch erst einmal unterschätzt. „Die denken dann immer, dass ich keine Ahnung habe“, sagt sie. Auch wenn sie Eltern vom Platz schicken muss, sei das teils schon schwer.
Mit 18 Jahren verbringt Sofie Obenland über 20 Stunden Ehrenamt pro Woche
Wie viel Zeit sie für ihr Engagement aufwendet? „Das will ich gar nicht wissen“, sagt die Schülerin und lacht. Vor langer Zeit habe sie das mal ausgerechnet, damals sei sie auf 20 Stunden in der Woche gekommen, mittlerweile werden es wohl einige mehr sein.
Zu ihrem ersten Ehrenamt kam Obenland durch den Fußball. Mit etwa zehn Jahren begann sie zu spielen, mit zwölf wurde sie Bambini-Trainerin. „Eine Mitspielerin von mir hat es auch gemacht“, erzählt die Schülerin. Und dann habe sie nicht mehr aufhören können, erklärt die Ilsfelderin schmunzelnd. Weitere Ehrenämter kamen hinzu „Das hat sich so ergeben“, sagt sie.
Deshalb sitzt Sofie Obenland kurz vor Weihnachten in der Abstatter Wildeckhalle und hat einen wachsamen Blick auf das Spielfeld bei den Hallenbezirksmeisterschaften. Sie kümmert sich um die Anzeigetafel, sagt die anstehenden Matches durch und gibt Antworten auf Fragen der Trainer, Betreuer und Helfer. Neben ihrer Funktion als Trainerin der C- und B-Mädchen des SC Ilsfeld ist sie auch in der Jugendleitung. Die unter anderem Berichte für die Vereinsseite verfasst, sich um Social-Media-Beiträge kümmert, die Hallenbelegung koordiniert und die Turnieraufsicht übernimmt.
Trolley Run und Playmakers: Auch in der Freizeit engagiert sich Sofie Obenland in der Schule
Doch damit nicht genug: „Ich bin noch ab und zu im Kinder- und Jugendreferat der Gemeinde Ilsfeld tätig“, zählt Obenland auf. Sie engagiert sich dort beispielsweise beim Kinderferienprogramm. Und dann bringt sich die 18-Jährige auch „noch ein bisschen in der Schule“ ein. An der Gustav-von-Schmoller-Schule in Heilbronn, an der sie ihr 13. Schuljahr absolviert, ist sie meistens die Ansprechperson, wenn es um Turniere geht. Auch an ihrer vorherigen Schule, der Steinbeis-Gemeinschaftsschule in Ilsfeld, war sie nicht untätig: Etwa beim Sepp-Herberger-Tag, dem Projekt Playmakers und dem Trolley Run, bei dem die Schüler Einkaufswägen kreativ gestalten und bei einem Spendenlauf Gelder für Südafrika sammeln, war Obenland beteiligt – und ist das auch immer noch. Nebenbei hilft sie darüber hinaus auch noch im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern, in dem es Milchvieh, Acker- und Weinbau sowie Hühner gibt.
2026 steht vor der Tür und in dem Jahr auch der Schulabschluss von Sofie Obenland. Wie es danach weitergeht? „Das ist eine gute Frage, aber da habe ich keine Antwort drauf“, erklärt die 18-Jährige. Was sie aber schon weiß: Wenn es ihr irgendwie möglich ist, möchte sie sich auch dann noch nebenher ehrenamtlich engagieren.
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