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Welcher der nun drei DM-Titel von Richard Wienold ist der wertvollste?

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Richard Wienold, Snooker-Spieler der TSG Heilbronn, ist nach 2017 und 2022 erneut deutscher Meister. Den Titel verdankt er einem Patzer des Gegners.

Richard Wienold wurde am Wochenende im hessischen Bad Wildungen erneut deutscher Snookermeister und hofft 2024 auf eine EM-Teilnahme.
Foto: touch billard1.net
Richard Wienold wurde am Wochenende im hessischen Bad Wildungen erneut deutscher Snookermeister und hofft 2024 auf eine EM-Teilnahme. Foto: touch billard1.net  Foto: TOUCH PR

Er zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Amateurspielern im Snooker-Sport. Am Wochenende bestätigte Richard Wienold seine Klasse ein weiteres Mal. Das Mitglied der Billardabteilung der TSG Heilbronn verteidigte im hessischen Kurort Bad Wildungen bei den deutschen Meisterschaften seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Im Finale besiegte er Nationalmannschaftskollege Alexander Widau mit 4:0. Es ist sein dritter DM-Erfolg im Männerbereich, erstmals siegte der 25-Jährige 2017.

Insgesamt hat Wienold acht DM-Trophäen gesammelt, triumphierte 2017 nicht nur bei Männern sondern zudem in der Kategorie U 21. Erster in dieser Altersklasse wurde Wienold auch 2019. Zweimal feierte er mit der TSG Heilbronn die deutsche Mannschaftsmeisterschaft (2020, 2022) und gewann 2022 den Titel in der Snooker-Variante Six-Red.

Heilbronner Snooker-Spieler Wienold: "Zumindest 8,5 deutscheTitel"

"Eigentlich sind es neun, zumindest 8,5 deutsche Titel", führt Wienold noch den Sieg im Bundespokal 2018 an, einen Wettbewerb, den er im Trio mit Soner Sari und Michael Schnabel für die TSG Heilbronn gewinnen konnte. "Es ist strittig, ob man das als DM zählen kann. Aber es gab immerhin offizielle Medaillen." Auch international hat sich der gebürtige Pfälzer schon seine Meriten erspielt, erreichte 2020 das EM-Achtelfinale und spielte sich 2021 bei der Six-Red-Amateurweltmeisterschaft bis ins Halbfinale.

Fast wäre Wienold am Wochenende bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen Tobias Friedrichs lag der TSG-ler beim Stand von 2:2 im Decider zwar 61:55 in Front, hatte den Sieg dann aber einem unglücklichen Missgeschick seines Kontrahenten zu verdanken. Friedrichs hatte nur noch die schwarze Kugel auf dem Tisch liegen. Der Hamburger lochte diese ein, hätte mit 62:61 das Halbfinale erreicht, wäre nicht auch noch die weiße Kugel in die Ecktasche gerollt. Der zuvor erfolgreiche Stoß wurde so zu einem Foul, und das Match war beendet - allerdings zugunsten von Richard Wienold.

Wienold konnte "nicht zuschauen" bei großer Chance auf den Sieg

"Eigentlich hatte ich alles ganz gut im Griff und sah am Ende des letzten Frames schon wie der sichere Sieger aus", erzählt Wienold. Der Gegner habe dann "zwei, drei glückliche Stöße gemacht, und ich habe einen Ball verfehlt. So wurde es nochmal richtig eng", als Friedrichs drei, vier starke Bälle folgen ließ und die große Chance auf den Sieg hatte.

Den entscheidenden Sekunden "habe ich tatsächlich nicht zuschauen können", erzählt Wienold. Er habe den Ort des Geschehens verlassen und sich "hinter dem Rücken von einigen Zuschauern" versteckt. Hinterher schaute er sich ein Video an. "Darauf habe ich lauter schockierte Gesichter gesehen, als die weiße Kugel abgegangen ist", sagt Wienold. Er habe zunächst keine große Freude empfunden: "Mein Gegner ist schon lange in der Szene drin, hat noch nicht wirklich groß etwas erreicht und auch privat schon viel mitmachen müssen. Von daher hätte ich ihm den Sieg gegönnt."

Wienolds Snooker-Ziel 2024: EM-Teilnahme

Für Wienold ist jetzt erstmal Pause, er hat mit der DM das Sportjahr beendet. Für 2024 ist sein Ziel die Teilnahme an der Europameisterschaft. "Wenn ich dafür nominiert werde", sagt Richard Wienold. Doch die Deutsche Billard-Union (DBU) kann es sich eigentlich nicht erlauben, auf sein derzeit bestes Snooker-Ass zu verzichten.

Aber welcher von seinen drei DM-Titel bei den Männern ist denn nun der wertigste? "Ich war bei dem Turnier 2017 der komplette Underdog, meinen Namen hat man bis dahin nicht groß gehört", sagt Richard Wienold. Die komplette deutsche Spitze im Snookersport war am Start. "Eine deutsche Meisterschaft ist schön, weil man ein Turnier gewonnen und einen Titel hat", sagt Wienold. "Aber von der Schwierigkeit her würde ich das Halbfinale bei der Six-Red-Weltmeisterschaft 2021 in Katar schon höher einschätzen als jetzt meinen dritten DM-Sieg." Das EM-Achtelfinale 2020 habe weniger Bedeutung, da es wegen Corona nur ein kleines Teilnehmerfeld gab.

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