Eppingen feiert, Heilbronn trauert am letzten Wochenende der 2. Schach-Bundesliga
Der Kraichgauer Zweitligist Eppingen schließt eine schwierige Saison überraschend noch auf Platz vier ab. Heilbronn SV muss nach zwei Zweitliga-Jahren den Abstieg verkraften.

Manchmal geht es auch im Schach urplötzlich ganz schnell. Im Fall des Heilbronner SV: schnell und in eine ganz andere Richtung als erhofft. Die Köpfe der Zweitliga-Spieler liefen am Sonntagmittag noch auf Hochtouren. Auf dem Bildungscampus in Heilbronn war gerade die Zeitnotphase angebrochen, an allen acht Brettern wurde noch gespielt. Der letzte Spieltag stand an, es ging um alles.
Und eigentlich sah es für die Gastgeber im Duell mit dem designierten Meister und Erstliga-Aufsteiger SF Bad Mergentheim recht vielversprechend aus. "Wir sind nominell zwar nicht ganz auf Augenhöhe", sagte Vereinsvorsitzender Julian Bissbort. "Aber es ist schon so, dass wir eine Chance haben." Falsch war das sicher nicht. Aber ein Blick auf sein Handy drehte ihm Sekunden später die Worte im Mund um. "Das war"s", konstatierte Bissbort sichtlich enttäuscht. Um 13.30 Uhr am Sonntag war den Verantwortlichen klar: Heilbronn würde nach zwei Jahren zweite Liga wieder absteigen.
2. Schach-Bundesliga: Schlechte Nachrichten vom Handy für Heilbronn
Dabei hatten die Spieler mit den sieben Leben am Abend zuvor noch neue Hoffnung geschöpft. Aufgrund der Ergebnisse in anderen Spielorten waren die doch minimalen Chancen der an diesem Spieltag spielfreien Heilbronner rein rechnerisch gestiegen. Die Hoffnung auf einen neuerlichen Husarenritt wie im Vorjahr, als alles für Heilbronn lief, keimten auf. Diesmal spielte die Konkurrenz aber nicht mit.
Als Bissbort gerade auf sein Handy schaute, war dem Tabellensechsten Schönaich, an dem die Heilbronner vorbei mussten, um wenigstens die Relegation zu erreichen, der Sieg bereits nicht mehr zu nehmen. Noch während die Verantwortlichen grübelten, ob sie die schlechte Botschaft den Spielern überbringen sollten, fielen mit einem Schlag drei Bretter.
Am Ende verloren die Heilbronner ihr eigenes Duell und steigen als Achter ab. "Es war eine Saison der vergebenen Chancen" sagte der Vorsitzende. In vier von neun Spielen hatten den Unterländern 0,5 Punkte gefehlt, um Zählbares mitzunehmen - und das Schlimmste noch abzuwenden. So war die Enttäuschung groß.
2. Schach-Bundesliga: Auf den kleinen Schritt gegen Walldorf folgt der Große gegen Viernheim
Knapp 90 Kilometer entfernt wurde etwa zur selben Zeit gefeiert - wenn auch einen Tag später als vorgenommen. In Viernheim hatte der SC Eppingen in der Abschlussrunde alle Zweifel über den Klassenverbleib ausgeräumt.
Hatte das 4:4 gegen den SV Walldorf am Samstag noch nicht ganz gereicht, ließen die Eppinger am letzten Spieltag gegen Viernheim II ein klares 5,5:2,5 folgen und verbesserten sich noch auf Rang vier. "Schön, sieht gut aus", sagte Jonas Reimold. "Wir haben aber nicht nach Platz vier geschaut, wir wollten nur Fünfter werden, mehr nicht."
2. Bundesliga im Schach: Eppinger Schlussspurt endet auf Rang vier
Denn auch für die Eppinger war diese Saison mit einem verschärften Abstieg infolge einer Reform der Bundesligen eine schwierige. Der einstige Erstligist dümpelte lange auf Platz fünf und sechs herum. "Erst an den beiden letzten Wochenenden haben wir unser Konto mit vier und jetzt drei Punkten kräftig aufgebessert", sagte Vorsitzender Reimold.
Und weil das am Sonntag gegen die nicht mehr in Bestbesetzung angetretenen Viernheimer relativ zügig über die Bühne ging, war noch Zeit, bei einem gemeinsamen Essen auf den Klassenerhalt anzustoßen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare