SC Eppingen bringt den Aufsteiger noch zum Schwitzen
Schach-Zweitligist SC Eppingen beendet eine ungewöhnliche Zweitliga-Saison mit einem heißen Fight gegen Aufsteiger TSV Schönaich. Am Ende des Duells auf Augenhöhe geht es auf einmal ganz schnell.

Am Ende einer sehr kurzen Zweitliga-Saison 2021/22 ging es sehr schnell. Nach grob dreieinhalb Stunden - im Schach ein Wimpernschlag - war diese ungewöhnliche Runde für den SC Eppingen auf einmal vorbei, die beiden letzten Duelle zeitgleich entschieden.
Gerade noch hatte Dr. Christian Mann seine Partie gewonnen und damit zum 3:3 gegen den TSV Schönaich ausgeglichen, da hieß es von den beiden anderen noch offenen Partien: vorbei. Schluss. Aus. Beide Male auf ein Remis geeinigt. Endstand 4:4.
Schönaich steigt in die Bundesliga auf, Eppingen wird Fünfter
Schönaich reichte der Punkt zum Aufstieg in die erste Bundesliga, den Eppingern zum guten fünften Platz. Eine Win-Win-Situation. "Wir haben dem Tabellenführer einen Fight auf Augenhöhe geboten", sagte Christian Mann zufrieden. Der Gegner des Heilbronners hatte übersehen, dass Mann "das Zentrum knacken" konnte.
"Die Figuren können in alle Richtungen wirken, wenn man das Zentrum beherrscht", erklärte Mann jenen entscheidenden Vorteil, der ihm nach gut drei Stunden den Sieg und Eppingen einen Punkt bescherte.
Im Vergleich zum Vortag, als der SCE gegen die Stuttgarter SF mit 4,5 zu 3,5 gewann, fiel das Sonntagsduell gegen Schönaich fast schon unter Kurzarbeit. Vor allem für Mann.
Nach knapp sieben Stunden ein Remis gerettet
Am Samstag hatte er knapp sieben Stunden gebraucht, um im längsten Spiel des Tages sein Remis und damit den Eppinger Sieg zu sichern. Eine derart lange Partie hatte auch Christian Mann noch nie gespielt. Am Abend sei er entsprechend geschafft gewesen. "Man versinkt in die Partie und wenn sie vorbei ist, dann taucht man nur langsam wieder auf", beschrieb der Heilbronner. In seinem Fall hieß das: Zum Essen mit der Mannschaft fehlte ihm die Energie.
Frische Köpfe Umso erstaunlicher war seine und die Leistung seiner Teamkollegen am Morgen danach: Frisch im Kopf lieferte der SC Eppingen den favorisierten Gästen einen harten Kampf. Schönaich brauchte noch einen Punkt, um sicher in die Bundesliga aufzusteigen. Und der TSV hatte großen Respekt.
Schönaich zieht gegen Eppingen alle Register
Im Vergleich zu ihrem klaren 7:1-Sieg am Tag zuvor gegen Schlusslicht und Absteiger Böblingen bot Schönaich gegen Eppingen an Brett eins einen neuen Spieler auf, was zu einer Verschiebung aller Partien führte. "Wir haben alle Mittel gezogen und dem Gegner angemessen reagiert", sagte TSV-Vorsitzender Moritz Reck. Das Ziel der Gäste: Die Vorbereitung der Eppinger auf die Partien zu erschweren.
Funktionierte nur bedingt. Schönaich musste zumindest zeitweise um den fehlenden Punkt zittern. "Am Ende war es kurz knapp", sagte Reck, dessen Team hinter Baden-Baden II am Ende zwar punktgleich nur Zweiter wurde, aber trotzdem in die erste Liga aufstieg.
Die Kraichgauer haben nur eins der Duelle gegen die vier Topteams verloren
Und Eppingen? Der SC wurde in der ungewöhnlich kurzen Saison 2021/22, in der alle Spiele von April bis Anfang Juli komprimiert stattfanden, Fünfter. "Wir haben gezeigt, was für eine tolle Mannschaft wir sind", bilanzierte Vorsitzender Jonas Reimbold zufrieden. Der SCE verlor nur gegen eins der vier Topteams. "Es ist nicht leicht, uns zu schlagen", sagte er. Im Vorbeigehen schon gleich gar nicht.
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